Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Bemidji, Minnesota.
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Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Bemidji, Minnesota.

US-Wahl 2020

Donald Trump erntet tosenden Applaus mit Nazi-Rhetorik

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Bei einem Wahlkampfauftritt in Minnesota schwärmt Donald Trump von den Genen seiner Anhänger im Bundesstaat. Ihm wird daher Nazi-Rhetorik vorgeworfen.

  • US-Präsident Donald Trump erzählt seiner Anhängerschaft in Minnesota, dass sie „gute Gene" hätten.
  • Schon oft hat sich Donald Trump als genetisch überlegen bezeichnet. Seine Rhetorik unterscheide sich kaum noch vom Nazi-Sprech, kritisieren Beobachter.
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Bemidji - „Four more years“ rufen Hunderte Unterstützer von Donald Trump dem US-Präsidenten am Freitag (18.09.2020) zu, als er die Bühne in Bemidji betritt. Trump dankt seinen Anhängern im US-Bundesstaat Minnesota - und schwärmt von ihren Genen. Sogar ein Holocaust-Forscher meldet sich zu den Bemerkungen des US-Präsidenten zu Wort. Trumps Worte seien von Nazi-Rhetorik nicht zu unterscheiden.

Donald Trump: US-Präsident schwärmt von den Genen seiner Anhänger in Minnesota

Zuerst fordert Donald Trump, dass die „radikale Indoktrination der Schüler“ in den USA gestoppt werden müsse. Stattdessen soll es „patriotischen Unterricht“ an amerikanischen Schulen geben. „Wir werden unseren Kindern beibringen, unser Land zu lieben, unsere Geschichte zu ehren und immer unsere großartige amerikanische Flagge zu respektieren“, gab Trump unter großem Applaus von sich.

Kurz darauf redet Trump von den starken Familien Minnesotas. „Ihr habt gute Gene. Ihr wisst das, richtig?“, erzählt er seinen Anhänger*innen. „Es geht viel um die Gene, glaubt ihr das nicht? Die Rennpferd-Theorie - glaubt ihr, dass wir so anders sind? Ihr habt gute Gene in Minnesota.“

Donald Trump wird vorgeworfen, für Eugenik zu werben

Trump bezieht sich damit auf die Theorie, dass bestimmte Menschen anderen genetisch überlegen seien. Selber hatte er von sich behauptet, aufgrund seiner Gene so erfolgreich zu sein. Ein Biograf des US-Präsidenten erzählte, dass Trumps Familie daran glaubte, überlegene Gene zu haben. „Wenn man zwei Rennpferde miteinander kreuzt, kommt normalerweise ein schnelles Pferd dabei raus“, sagte Trump einst in einem Interview.

Halie Soifer vom Jüdisch-Demokratischen Rat der USA, bezichtigte Trump, sich für Eugenik einzusetzen. „Es wurde von den Nazis benutzt, um Genozid zu rechtfertigen“, schrieb sie auf Twitter. Autor und Holocaust-Historiker Steve Silberman sagte: „Es ist nicht von der Nazi-Rhetorik zu unterscheiden, die dazu geführt hat, dass Juden, Behinderte, LGBTQ-Angehörige, Romani und andere ausgerottet wurden. Das ist Amerika 2020. Das ist, wohin uns die Republikaner gebracht haben.“ Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding fügte hinzu: „So hat der Holocaust begonnen. Nicht ignorieren.“

Donald Trump hetzt gegen Flüchtlinge

Minnesota ist als besonders „weißer“ Bundesstaat bekannt. Viele Einwohner stammen von Einwanderern aus den skandinavischen Ländern ab. Donald Trump behauptete zudem, dass Minnesota zu einem Flüchtlingslager umgewandelt wird, sollte Joe Biden in der Präsidentschaftswahl am 3. November als Sieger hervorgehen. „Habt ihr eine tolle Zeit mit euren Flüchtlingen?“, fragte er das Publikum ironisch. Trump bezeichnete sich selber als die Mauer „zwischen dem amerikanischen Traum und Chaos“.

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