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Donald Trump: Geheime Treffen im Weißen Haus - unmittelbar vor Kapitol-Sturm

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Von: Lukas Rogalla

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Donald Trump
Donald Trump steht im Visier des Kongress-Komitees zur Kapitol-Erstürmung. (Archivfoto) © Evan Vucci/AP/dpa

Die ehemalige Stabschefin von Melania Trump sagt vor dem Komitee zur Kapitol-Erstürmung aus – und teilt brisante Informationen zum ehemaligen US-Präsidenten.

Washington, D.C. – Vor ziemlich genau einem Jahr hat Donald Trump das Weiße Haus räumen müssen – trotz zahlreicher Versuche, den Ausgang der US-Wahl 2020 anzufechten und so noch Präsident der USA zu bleiben. Nicht nur vor Gericht lieferten sich Unterstützer:innen von Donald Trump Auseinandersetzungen. Am 06. Januar stürmten radikale Fans des damaligen Amtsinhabers das Kapitol. Dort fand die offizielle Auszählung der Stimmen der Wahlleute statt: Joe Biden sollte zum nächsten US-Präsidenten erklärt werden.

Inzwischen untersucht ein Komitee aus mehreren Kongressabgeordneten – sowohl Demokraten als auch Republikaner – den Tag der tödlichen Unruhen und die genaueren Hintergründe. Die engsten Verbündeten von Trump sollen aussagen, viele von ihnen weigern sich allerdings. Doch nicht die ehemalige Kommunikationsdirektorin im Weißen Haus und Stabschefin von Melania Trump: Sie teilt noch mehr brisante Informationen als erwartet.

Donald Trump: Geheime Treffen vor dem Sturm aufs Kapitol

In den Tagen vor der Kapitol-Erstürmung soll es geheime Treffen gegeben haben. Das habe Stephanie Grisham, die schon in der Vergangenheit mit Enthüllungen über Donald und Melania Trump auf sich aufmerksam gemacht hatte, vor dem Ausschuss behauptet, wie die Zeitung The Guardian unter Berufung auf zwei Quellen berichtet.

Donald Trump, hier noch im Amt als US-Präsident im Weißen Haus. (Archivbild)
Donald Trump, hier noch im Amt als US-Präsident im Weißen Haus. (Archivbild) © Drew Angerer/AFP

Das stundenlange Gespräch der Ausschussmitglieder mit Grisham Anfang Januar soll nicht nur deutlich aufschlussreicher gewesen sein als zunächst erwartet, sondern auch signifikante Informationen geliefert haben, heißt es im Bericht. Sie habe dem Komitee einen Überblick über die chaotischen letzten Wochen Trumps in Washington verschaffen können. Demnach soll Donald Trump inoffizielle Treffen im Weißen Haus abgehalten haben. Nur eine Handvoll enger Vertrauter des damaligen Präsidenten sei informiert gewesen, darunter Stabschef Mark Meadows und Chef-Pförtner Timothy Harleth.

Einst war Harleth für das Trump International Hotel tätig, bevor es ihn 2017 ins Weiße Haus zog. Die „First Family“ hatte ihn zunächst als höchst vertrauenswürdigen Mitarbeiter eingeschätzt. Doch als er sich dazu bereiterklärte, mit dem Übergangsteam Joe Bidens zu kooperieren, um auch zukünftig eine Rolle im Weißen Haus ausüben zu können, wollte ihn Trump feuern. Ehefrau Melania habe ihn bis zur Amtseinführung davon abgehalten. Grisham wisse nicht genau, mit wem sich Trump getroffen habe, nannte aber die Namen Harleths und anderer Trump-Gehilfen im Pförtnerbüro, die möglicherweise Genaueres wissen.

Donald Trump zog selbst nicht mit zum Kapitol

Grisham zufolge soll der Secret Service – zuständig für den Personenschutz des US-Präsidenten – Dokumente angefertigt haben, die zeigen, ob Donald Trump nach seiner Rede vor tausenden Fans am 06. Januar 2021 wirklich mit ihnen zum Kapitol ziehen wollte, wie er angekündigt hatte. Diese Frage beschäftigt den Ausschuss schon seit geraumer Zeit. Die Mitglieder untersuchen, ob Donald Trump hinter einer kriminellen Verschwörung steckt, die das Ziel hatte, durch einen Aufstand die Zertifizierung von Joe Bidens Sieg doch noch zu stoppen.

Trumps Versprechen, mit seinen Fans zum Kapitol zu schreiten, sei dabei entscheidend. Es sei primär dieses Versprechen gewesen, das die Leute vor Ort dazu bewegt hätte, einen Angriff auf das Gebäude zu unternehmen – an der Seite militanter Gruppen wie den „Oath Keepers“. Donald Trump ging nach der Rede allerdings zurück ins Weiße Haus. Von dort aus verfolgte er die Unruhen, bei denen mehrere Leute getötet wurden.

Kapitol-Ausschuss untersucht Rede von Donald Trump

Der Demokrat Bennie Thompson, Vorsitzender des Komitees zur Kapitol-Erstürmung, teilte US-Medien mit, dass man sich bereits um Informationen vonseiten des Secret Service bemühe. Man wolle herausfinden, was für am 06. Januar 2021 für Donald Trump geplant hatten – und welche Evakuierungs-Strategie im Fall der Fälle für Mike Pence Anwendung finden sollte.

Stephanie Grisham soll auch über die Koordination zwischen dem Weißen Haus, Secret Service und Organisator:innen der „Save America“-Kundgebung gesprochen haben, auf der Donald Trump sprach. Grisham zufolge soll Trump von Anfang an entschlossen gewesen sein, dort vor seinen Fans zu sprechen. Zudem habe er verschiedene Anrufe getätigt, um den Ablauf der Kundgebung nach seinem eigenen Gutdünken zu planen.

Als Reaktion auf den Kapitol-Sturm trat Stephanie Grisham am 06. Januar 2021 von ihrer Position als Melania Trumps Stabschefin zurück. (lrg)

Im Streit um die Herausgabe von Dokumenten zur Kapitol-Erstürmung scheitert Donald Trump vor dem Supreme Court.

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