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Donald Trump Gab
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„Maulkorb“ für Donald Trump: Die Marktführer wie Twitter haben ihn in den Sozialen Medien stumm geschaltet, seine Fans suchen Alternativen.

Abwanderung zu alternativen Plattformen

Gab, MeWe und Telegram: Trump-Fans erobern die dunklen Nischen des Internets

  • vonMirko Schmid
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Seit Donald Trump seiner Accounts in den Sozialen Medien beraubt wurde, befinden sich seine Fans auf der Suche nach einer neuen digitalen Heimat.

  • Seit Donald Trump den Zugriff auf seine bevorzugten Sozialen Medien wie Twitter verloren hat, warten seine Fans auf sein Comeback.
  • Bereits jetzt schauen sich die Trumpisten nach neuen Betätigungsfeldern im Internet um.
  • Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Palm Beach - Donald Trump ist in den Sozialen Medien weiter persönlich unsichtbar, seit seine Accounts unter anderem auf Twitter, Facebook, YouTube und Instagram gesperrt wurden. Das hält seine weiterhin treue Fanschar nicht davon ab, sich im Internet für ihr Idol laut zu machen. Immerhin wünschen sich rund zwei Drittel der Anhängerschaft der Republikaner gemäß verschiedener Umfragen auch zukünftig eine tragende Rolle des Ex-Präsidenten in der Partei.

Donald Trump bereitet sein Comeback in den Sozialen Medien vor, seine Fans ziehen um

Und während Donald Trump sich selbst, wie sein leitender Berater Jason Miller verlauten ließ, gerade auf sein großes Comeback in den Sozialen Medien vorbereitet und auch die Gründung einer eigenen Plattform erwägt, erproben sich seine Fans schon einmal auf neuen Kanälen. Statt Twitter nutzen sie nun Gab, das in diversen Medien als „Twitter für Rassisten“ bezeichnet wird. Statt WhatsApp nutzen sie schon lange zunehmend Telegram und von Facebook aus wandern die Trumpisten vermehrt zur Plattform MeWe ab.

Dabei verschmelzen die Lager immer mehr. Altrechte, Neonazis, erzkonservative Traditionalisten und Menschen, die eine „Weiße Vorherrschaft“ verteidigen wollen, schließen sich zusammen mit Gläubigen des rechtsextremen QAnon-Verschwörungskultes, Milizen wie den Proud Boys und Oath Keepers sowie identitären Gruppierungen. Sie alle, so scheint es, versammeln sich vermehrt unter der Flagge der Impfgegnerinnen und Impfgegner, die Flanke hin zu abstrusesten Verschwörungstheorien wie Nanochips, die per Impfung im Auftrag von Bill Gates implantiert werden, öffnet sich und entwickelt einen sozialen Klebstoff innerhalb der divers aufgestellten US-Rechten.

Die Anhängerschaft der QAnon-Bewegung wächst, ihr Idol ist Donald Trump

Gerade die Anhängerschaft der QAnon-Bewegung, deren Narrativ zufolge eine ominöse Elite Kinder entführt, foltert und ihr Blut trinkt und die, so die Legende, nur von Donald Trump höchst persönlich aufgehalten werden kann, wächst weiter. Mit Marjorie Taylor Greene sitzt die erste offen bekennende Anhängerin der sektenartigen Bewegung als Abgeordnete im Repräsentantenhaus und dient vermehrt als Sprachrohr für Donald Trump, mit dem sie nach eigener Aussage in ständigem Kontakt steht.

Besonders hervor tut sich auf Gab Jenna Ellis, neben Rudy Giuliani die ehemals wichtigste Figur im als „Legal Team“ oder auch „Strike Force“ bezeichneten juristischen Kreis um Donald Trump, der nach den Wahlen 2020 verzweifelt versucht hatte, Trumps Wahlbetrug-Behauptungen mit Fakten zu untermauern und letztlich doch keine belastbaren Beweise auftreiben konnte. Dort spinnt sie weiter am Märchen der gestohlenen Wahl und erfreut sich einer stetig wachsenden Fangemeinde, der sie stolz Aufnahmen vom Set ihrer neuen TV-Sendung präsentiert.

„Twitter für Rassisten“: Online-Plattform Gab hält Account für Donald Trump bereit

Allerdings ist der Run auf die rechten Nischen des Internets kein neues Phänomen. Schon vor der Sperrung der Social-Media-Accounts von Donald Trump pilgerten dessen Fans in Scharen an digitale Orte, die mit „freier Meinungsäußerung“ warben. Damit ist vor allem gemeint, dass die Politik der Löschung von menschenverachtenden, rechtsextremen oder rassistischen Inhalten dort deutlich zurückhaltender angelegt ist als auf den marktführenden Plattformen, die sich zunehmend einem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sehen, gegen solche Inhalte durchzugreifen. So hatte beispielsweise Coca-Cola vorübergehend einen Werbeboykott gegen Facebook ausgesprochen und gefordert, hetzerische Beiträge aus dem Trump-Lager zu unterbinden.

Plattformen wie Gab spielt das in die Hände. Dort wird bereits ein Account für Donald Trump warmgehalten. Der „reservierte“ und schon verifizierte Account wird allerdings nach Aussagen des Gründers der Plattform, Andrew Torba, noch nicht vom ehemaligen Präsidenten selbst betrieben, vielmehr handelt es sich offiziell lediglich um einen „Spiegel“ der inzwischen gelöschten Twitter-Beiträge Trumps. Und doch lässt Torba in einem Statement durchblicken, dass das Idol eines Großteils der US-Rechten durchaus willkommen wäre: „Wir waren immer transparent im Umgang darüber und würden es die Leute natürlich wissen lassen, wenn der Präsident anfangen würde, unseren Dienst zu nutzen.“ (Mirko Schmid)

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