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TV-Interview

Donald Trump hält an Lügen zur US-Wahl fest – Fox-Moderator kritisiert ihn scharf

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  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Mirko Schmid

Donald Trump hat Fox News das erste offizielle Interview nach der US-Wahl 2020 gegeben. An seinen Vorwürfen gegen die Wahl hielt er weiter fest. 

  • Spätestens seit seiner Niederlage gegen Joe Biden liegt Donald Trump mit Fox News über Kreuz.
  • Dennoch gibt Trump bei Fox News ein wirres Interview und bekräftigt seine Wahlbetrugs-Vorwürfe ohne Beweise dafür zu haben.
  • Alle Hintergrundinformationen rund um den scheidenden Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Update vom Montag, 30.11.2020, 11.45 Uhr: Donald Trump kassiert eine weitere Niederlage, ausgestrahlt ausgerechnet auf seinem ehemaligen Lieblingssender Fox News. In der Sendung „America’s News Headquarters“ widersprach der Moderator Eric Shawn am Sonntag (29.11.2020) den Anschuldigungen von Donald Trump gegen den Ablauf der US-Wahl 2020 mehrmals deutlich. MIt Berufung auf offizielle Quellen stellte er Falschaussagen des scheidenden US-Präsidenten richtig und interviewte Hans Nichols, Journalist beim US-Medium „Axios“, der ebenfalls nichts anderes als die Substanzlosigkeit von Trumps Vorwürfen zu Protokoll geben konnte.

Zuvor hatte Fox News das erste Interview mit Donald Trump nach der US-Wahl ausgestrahlt, die Fragen stellte Maria Bartiromo. Trump beharrte darauf, dass er der eigentliche Sieger der Wahl und betrogen worden sei. Das ist Trumps Standpunkt seit der Wahlnacht am 3. November, tragfähige Belege für diese Vorwürfe hat er bisher keine erbracht. Ausschnitte aus dem Telefoninterview mit Trump wurden von Shawn erneut abgespielt und eingeordnet.

Sein Fazit fiel unmissverständlich aus: „Es scheint, als hätten wir einen Präsidenten, der nicht in der Lage ist zu verarbeiten, dass jemand, den er für so unterlegen hält, die Wahl gewonnen hat“. Dass sich auch auf Fox News mittlerweile Moderator:innen von Trump abwenden bzw. dessen Volten ignorieren, bewegt das Team von Trump jetzt dazu, sich nach neuen Verbündeten in der US-amerikanischen TV-Landschaft umzusehen. Trump selbst scheint seinen neuen Favoriten schon gefunden zu haben: Das One American News Network (OAN).

Donald Trump greift FBI im ersten TV-Interview nach seiner US-Wahlniederlage an

Update vom Sonntag, 29.11.2020, 20.00 Uhr: Die US-Wahl dürfte eigentlich schon erledigt sein. Trotz noch laufender Auszählungen in einigen Bundesstaaten wird sich am Ergebnis kaum mehr etwas ändern, wie auch die Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin zeigt. Dennoch beschäftigt das Thema die Medien noch immer, vor allem weil Donald Trump nicht locker lässt.

Donald Trump hat in seinem ersten TV-Interview nach der Wahlniederlage gegen das FBI gewettert. (Archivfoto)

In einem 45-minütigem Interview mit Fox News am Sonntagmorgen (Ortszeit) verbreitete der US-Präsident erneut wirre Verschwörungstheorien rund um vermeintlichen Wahlbetrug. Dabei griff Donald Trump unter anderem das FBI an, das ihn nicht unterstützt hätte und die Wahl sogar zugunsten von Joe Biden manipuliert haben könnte.

Donald Trump wittert Betrug bei der Wahl und schimpft über das FBI

„Es ist völliger Betrug und wie - das FBI und Justizministerium, ich weiß nicht, vielleicht sind sie involviert - aber wie Leute mit so etwas davonkommen können, ist unglaublich“, sagte Trump am Telefon mit Maria Bartiromo. „Wieso ist das FBI nicht dran? Sie sind es nicht und es ist eine schreckliche Sache. [...] Es ist undenkbar. Man sollte denken, dass das die größte Sache ist, die sie sich anschauen könnten. Doch sie machen einfach weiter.“ Donald Trump hat den derzeitigen FBI-Direktor Christopher Wray selber nominiert, wittert allerdings eine Verschwörung der Behörde gegen ihn.

Donald Trump: Erstes Interview nach Wahlniederlage - US-Präsident greift FBI an

Die meisten Antworten von Donald Trump zogen sich über mehrere Minuten. Dabei wiederholte der US-Präsident hauptsächlich die Standpunkte, die er in den letzten Wochen bereits auf Twitter vertrat. „Die Briefwahlstimmen sind ein Desaster“, sagte Trump zum Beispiel. „Sie sagten ‚Millionen und Millionen und Millionen von Briefwahlstimmen‘ - Ich bin mir sicher, dass ihr Leute kennt, die drei oder vier bekommen haben, ich nämlich schon.“

In seinem ersten Interview nach der Wahlniederlage verbreitet Donald Trump erneut wirre Verschwörungstheorien.

Zudem seien die Mainstream-Medien Schuld daran, dass der vermeintliche Wahlbetrug nicht aufgedeckt wird. „Die Medien wollen nicht darüber reden. Sie wissen, wie betrügerisch es ist. [...] Wir haben keine Pressefreiheit in diesem Land. Wir haben Unterdrückung durch die Medien.“ Man könne keinen Skandal haben, wenn niemand darüber berichte, so Donald Trump. Die Medien würden so tun, als gebe es keine Beweise, dabei gebe es reichlich. „Das ist der größte Skandal in der Geschichte unseres Landes, wahlrechtlich gesehen. [...] Auf keinen Fall hat Joe Biden 80 Millionen Stimmen erhalten.“

Donald Trump per Telefon zu Gast bei Fox News

Erstmeldung vom Sonntag, 29.11.2020, 13.32 Uhr: Washington D.C. - Donald Trump ist kein großer Fan von Nachrichten, die seine Weltsicht nicht teilen. Lange galt deswegen der TV-Sender Fox News als Lieblingssender des US-Präsidenten. Auf Fox News wurden Demokraten als gefährliche Sozialisten gebrandmarkt und der Immobilien-Magnat Donald Trump als Kämpfer für die kleinen Leute gefeiert. Und doch wird eine gegenseitige Entfremdung immer offensichtlicher.

Die Entfremdung zwischen Donald Trump und Fox News setzt sich fort

Schon im Wahlkampf vor der US-Wahl 2020 beklagte Donald Trump fehlende Unterstützung von Fox News und versuchte Rupert Murdoch, den Besitzer des Nachrichtennetzwerkes, dazu zu bewegen, seine Angestellten wieder auf Linie zu bringen. Und obwohl gerade die Meinungsabteilung des Kabelsenders im Wahlkampf massiv Stimmung gegen Joe Biden machte und selbst wilde Verschwörungstheorien verbreitete, emanzipierte sich die Nachrichtensparte spätestens in den Tagen nach der Präsidentschaftswahl vom 3. November 2020.

Fox News war der erste der drei großen Nachrichtensender, der Joe Biden zum Sieger im mitentscheidenden Swing State Arizona erklärte - noch vor den als weniger konservativ bekannten Sendern CNN und MSNBC. Dass Fox News Joe Biden darüber hinaus einige Tage später zum Sieger der US-Wahl erklärte und den Erzählungen von einem angeblichen „Wahlbetrug“ damit eine Absage erteilte, brachte Donald Trump zur Weißglut. Auf Twitter feuert er seither ohne Unterlass gegen seinen ehemaligen Haussender und soll sogar darüber nachgedacht haben, einen eigenen digitalen Nachrichtensender zu gründen.

Donald Trump fordert seine Fans auf, statt Fox News die Spartensender OAN und „Newsmax“ zu schauen

Von der Idee eines eigenen Nachrichtensenders scheint Donald Trump abgekommen zu sein - zu teuer, zu aufwändig, heißt es aus dem direkten Umfeld von Donald Trump, wie verschiedene US-Medien berichten. Stattdessen macht der abgewählte Präsident Werbung für seinen neuen Lieblingssender „One America News“ (OAN) und „Newsmax“. Beide Sender gelten als politisch am rechten Rand angesiedelt, Verschwörungstheorien offen gegenüberstehend und eher unseriös. Und beide Sender trommeln für Donald Trump und dessen Narrativ von einer „gestohlenen Wahl“.

Doch ein Problem hat Donald Trump: Sowohl OAN als auch „Newsmax“ sind kleine Spartensender mit kaum nennenswerten Quoten. Die drei großen Nachrichtensender Fox News, CNN und MSNBC machen den Großteil der Zuschauerschaft in den USA weitestgehend unter sich aus. Wenn Trump auf Bildschirme in den Wohnzimmern seiner Anhänger will, helfen ihm OAN und „Newsmax“ bisher nur bedingt. Gerade die Stammwählerschaft der Republikaner schaut Fox News.

Donald Trump will ohne Fox News, kann aber nicht

Mit diesem Dilemma lässt sich Trumps neuste Posse erklären: Der scheidende Präsident griff Fox News erneut auf Twitter an, nannte das Programm des TV-Senders „im Grunde nicht schaubar, vor allem am Wochenende“. Seine treue Anhängerschaft forderte Donald Trump auf, OAN, „Newsmax“ oder „fast alles andere“ zu schauen. Er fügte hinzu: „So bleiben euch endlose Interviews mit Demokraten erspart und noch viel Schlimmeres.“

Die Konsequenz seiner Worte stellte Trump allerdings nur kurz darauf selbst infrage: Statt Fox News selbst zu boykottieren und damit die Aufforderung an seine Fans zu unterstreichen, gab Trump im Fernsehen ein Telefon-Interview - im Programm von Fox News. Die Botschaft wird zwischen den Zeilen klar: Zwar will Donald Trump Fox News nach und nach ausbluten lassen und die Aufmerksamkeit seiner Fans auf Trump kritiklos und wohlwollend gegenüberstehende Fernsehsender lenken. Aber auf Fox News und die Zuschauerschaft des quotenstärksten US-Nachrichtensenders kann er noch nicht verzichten. (Mirko Schmid, Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

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