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Fans von Donald Trump reden nach FBI-Razzia in Mar-a-Lago den Bürgerkrieg herbei

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Von: Christian Stör

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Das FBI durchsucht erstmals die privaten Räume eines früheren US-Präsidenten. Nun wollen die Fans von Donald Trump den Bürgerkrieg ausrufen.

Mar-a-Lago - Donald Trump war wieder mal in seinem Element. „Eine schreckliche Sache, die gestern in Mar-a-Lago stattfand“, wetterte er nach der Durchsuchung seines Anwesens im US-Bundesstaat Florida. „Wir sind nicht besser als ein Drittweltland, eine Bananenrepublik“, schrieb er sich auf seinem Netzwerk Truth Social weiter den Frust von der Seele. 

Zudem warf er dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden vor, vorab über die FBI-Razzia informiert gewesen zu sein. Schon am Tag zuvor hatte Trump eine politische Verschwörung der radikalen Linken angeprangert und sich gleichzeitig als Märtyrer inszeniert.

Ob die FBI-Razzia in Mar-a-Lago Donald Trump wirklich schadet, ist derzeit völlig offen. Gewiss ist nur, dass die Republikaner geschlossen hinter dem früheren Präsidenten stehen und ihm den Rücken stärken.

Menschen halten am 9. August 2022 ein Transparent mit der Aufschrift „Trump 2024“ vor dem Trump Tower-Gebäude in New York City.
Für die Fans ist die Sache nach der FBI-Razzia klar: „Trump 2024“ heißt die Parole. © ED JONES/afp

Donald Trump: Fans reden nach FBI-Razzia in Mar-a-Lago Bürgerkrieg herbei

Gleichzeitig war kurz nach der FBI-Razzia auf dem Anwesen Mar-a-Lago in Florida aber noch ein anderes Phänomen zu beobachten. Laut einer Analyse des Social-Media-Tracking-Unternehmens Dataminr nahm die Zahl der Tweets, in denen der Begriff „Bürgerkrieg“ vorkam, geradezu explosionsartig zu, wie CNN-Korrespondent Donie O’Sullivan festhielt.

Verhaltensforscherin Caroline Orr Bueno stellte daraufhin auf Twitter nüchtern fest: „Trump-Anhänger sind WIRKLICH begeistert von der Idee eines Bürgerkriegs.“ Die Beispiele, die sie anführte, ließen jedenfalls keinen Zweifel offen, was die Enthusiasten der „Make America Great Again“-Bewegung offenbar denken:

Donald Trump: FBI-Razzia in Mar-a-Lago befeuert Basis

Bisher ist das alles nur leeres Gerede. Zumindest aber ist nach der FBI-Razzia in Mar-a-Lago deutlich geworden, dass die Basis der Republikaner nach wie vor hinter Donald Trump steht. Die Wut und das Tempo, mit der die Rechten reagiert hätten, sei schon etwas Besonderes, twitterte der britische Journalist Jon Sopel: „Der beste Tag, den er seit seinem Ausscheiden aus dem Amt hatte.“

Das alles befeuert auch die Idee, dass die Razzia des FBI Trump am Ende darin bestärken könnte, bei der US-Wahl 2024 noch einmal für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. So sieht es auch der Politikwissenschaftler Brandon Rottinghaus, der gegenüber dem Nachrichtenmagazin Newsweek von einem „perfekten Ereignis“ sprach, um die Trump-Fans „in politische Raserei zu versetzen“. Trumps Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2024 scheint also nur noch eine Frage der Zeit. (cs)

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