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Razzia bei Donald Trump: FBI gibt „gestohlene“ Reisepässe zurück

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Von: Vincent Büssow

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Der Ex-Präsident wirft dem FBI vor, bei der Razzia seines Anwesens Reisepässe „gestohlen“ zu haben. Was steckt dahinter?

Update vom Dienstag, 16. August, 15.45 Uhr: Das FBI hat bestätigt, bei der Razzia im Anwesen von Donald Trump Reisepässe des ehemaligen Präsidenten mitgenommen zu haben. Dies berichtet NBC News, nachdem sich Trump über „gestohlene“ Pässe beschwert hatte. Offenbar war die Mitnahme jedoch ein Versehen. Das Justizministerium soll ebenfalls mitgeteilt haben, dass die Reisepässe an Trump zurückgegeben wurden. Zuvor hatten Beobachtende die These aufgestellt, das FBI könnte die Papiere beschlagnahmt haben, um eine Flucht des Ex-Präsidenten zu verhindern. Dies ist den Berichten zufolge nicht der Fall.

Donald Trump
Bei der Razzia im Anwesen von Donald Trump hat das FBI offenbar Reisepässe des Ex-Präsidenten mitgenommen. (Archivfoto) © Imago

FBI-Razzia bei Trump: Debatte über „gestohlene“ Reisepässe wirft Fragen über Fluchtgefahr auf

Erstmeldung vom Dienstag, 16. August, 13.36 Uhr: Washington D.C. – Seit der FBI-Durchsuchung des Florida-Anwesens von Donald Trump vor einer Woche äußert sich der Ex-Präsident sporadisch auf seiner eigens gegründeten Onlineplattform Truth Social zu dem Sachverhalt. Seine Aussagen sorgen immer wieder für Diskussion und Verwirrung bei Beobachtern. In einem neuen Post wirft Trump dem FBI vor, seine Reisepässe „gestohlen“ zu haben. Neben der Frage danach, ob das stimmt, wird auch die Möglichkeit debattiert, ob Fluchtgefahr für den ehemaligen Präsidenten besteht.

„Wow! Bei der Razzia des FBI in Mar-a-Lago haben sie meine drei Pässe (einer davon abgelaufen) zusammen mit allem anderen gestohlen“, schrieb Donald Trump am Montag (15. August). Spätestens seit Veröffentlichung der Quittung des beschlagnahmten Materials ist dieses Gegenstand großer Diskussion. In dem Papier werden mehrere Dokumente aufgelistet, die als streng geheim klassifiziert sind. Von Reisepässen ist nicht die Rede, wobei die Quittung allerdings mehrere Boxen beinhaltet, deren Inhalt nicht näher erläutert wird.

Reisepässe „gestohlen“: Donald Trumps Vorwürfe an das FBI lassen Beobachter aufhorchen

Politische Beobachter:innen begannen infolge von Trumps Anschuldigungen zu überlegen, weshalb das FBI die Reisepässe des ehemaligen Präsidenten beschlagnahmen würde. Viele kamen dabei zu dem Schluss, dass die Behörde Anlass dazu hätte, wenn für Trump Fluchtgefahr besteht. „Ich glaube, dass Trump dazu bereit wäre, aus dem Land zu fliehen, wenn er ernsthaft glauben würde, dass er kurz vor einer Festnahme steht“, schrieb etwa der Anwalt Seth Abramson auf Twitter, der sich seit Jahren mit den Skandalen um Donald Trump auseinandersetzt.

Silhouette von Donald Trump beim Betreten der Air Force One.
Politische Beobachter stellen die These auf, dass für Donald Trump Fluchtgefahr besteht. Zuvor hatte der ehemalige Präsident behauptet, das FBI habe bei der Durchsuchung seines Florida-Anwesens Reisepässe „gestohlen“. (Archivbild) © Carolyn Kaster/dpa

Trump bezeichnet FBI-Razzia als politischen Angriff

Die Journalistin und CBS-Moderatorin Norah O‘Donnell schrieb hingegen, dass das FBI nicht im Besitz von Donald Trumps Reisepässen sei. Dabei bezog sie sich auf eine anonyme Quelle innerhalb des Justizministeriums. „Wenn während der FBI-Durchsuchung in Mar-a-Lago Gegenstände gefunden wurden, die nicht im Haftbefehl enthalten waren, werden sie zurückgegeben“, fügte O‘Donnell auf Twitter hinzu.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Aussage von Donald Trump ist das Ziel seiner Kommunikation, die Durchsuchung als unrechtmäßig darzustellen. So schrieb er in Bezug auf die vermeintlich beschlagnahmten Reisepässe auf Truth Social: „Das ist ein Angriff auf einen politischen Gegner auf einer Ebene, wie es sie in unserem Land noch nie gegeben hat. Dritte Welt!“ Zuvor hatte Trump versucht, mit Vorwürfen an Obama von der Razzia abzulenken. (vbu/dpa)

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