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Donald Trump: Ex-Justizminister William Barr rät von Anklage ab

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Von: Nils Tillmann

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Die Diskussion um ein mögliches Verfahren gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump spitzt sich zu. Ex-Justizminister William Barr warnt jedoch vor den unabsehbaren Folgen einer Anklage.

Washington – Der ehemalige US-Justizminister William Barr hat sich in einem Fernsehinterview gegen eine Anklage des Ex-Präsidenten Donald Trump ausgesprochen. Gegen Trump wird derzeit ermittelt, nachdem eine große Zahl von Geheimdokumenten in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida entdeckt wurden. Barr, der in den letzten Jahren der Trump-Regierung als Justizminister gedient hatte, warnte im Gespräch auf Fox News vor dem Präzedenzfall, den eine solche Anklage setzen würde.

Barr sagte im Interview, dass ein wichtiger Faktor sei, ob es genügend Beweise für eine Anklage gäbe. Die Regierung käme „diesem Punkt, offen gestanden, sehr nahe“, fügte Barr hinzu. Wichtiger sei jedoch, was für Folgen eine Anklage für die Vereinigten Staaten hätte, argumentierte der ehemalige Trump-Minister im Interview. Es sei fraglich, ob die Menschen verstehen würden, dass es sich bei der Handhabung von Geheimdokumenten um eine ernste Angelegenheit handele.

William Barr wurde 2019 von Trump zum Justizminister ernannt. Im Dezember 2020 trat er vom Posten zurück. (Archivfoto)
William Barr wurde 2019 von Trump zum Justizminister ernannt. Im Dezember 2020 trat er vom Amt zurück. (Archivfoto) © Michael Reynolds/afp

Trump wütet gegen FBI und Regierung

Trump kritisiert alle Vorwürfe gegen ihn derweil als politisch-motivierte Angriffe. Auf seiner eigenen Social-Media-Plattform griff der Ex-Präsident zuletzt das FBI und die Regierung von Joe Biden an. Das FBI hatte im August eine Razzia auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago durchgeführt, die kistenweise Regierungsdokumente zutage förderte. Viele der beschlagnahmten Dokumente unterlagen der höchsten Geheimhaltungsstufe. Auch Informationen über Atomwaffen sollen sich darunter befunden haben.

Barr argumentiert jedoch, dass eine Anklage dennoch ein Fehler wäre. „Ich möchte nicht, dass er als ehemaliger Präsident angeklagt wird“, sagte er im Interview mit Fox News. In den letzten Monaten war Barr zunehmend als Kritiker Trumps aufgetreten. In einer anderen Untersuchung sagte Barr aus, dass er versucht hatte, Trump von Verschwörungstheorien über vermeintlichen Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 abzubringen. Während seiner Zeit als Justizminister hatte Barr Trump und seine Verbündeten jedoch wiederholt vor rechtlichen Konsequenzen geschützt.

Eine mögliche Anklage gegen Trump wird derzeit weiterhin geprüft. Zuletzt hatte eine von Trump ernannte Richterin in Florida in einer ungewöhnlichen Entscheidung einen Antrag der Verteidigung angenommen, die beschlagnahmten Dokumente von einem Sonderbeauftragten prüfen zu lassen. Während diese Prüfung anhält, kann die Anklage wohl nicht weiter den Inhalt der Dokumente prüfen, wie die New York Times berichtet. (nt/dpa)

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