+
Ein Screenshot der Videomontage zeigt Trump dabei, wie er die Organisation "Black Lives Matter" per Kopfschuss erledigt.

Gewalt gegen Medien

Trump-Fans veröffentlichen gewaltverherrlichendes Video - Youtube reagiert

  • schließen

In einer Videomontage ermordet Donald Trump die Mainstream-Medien und zahlreiche politische Gegner.

Update, 15.10.2019, 20:45 Uhr: Die Videomontage von Donald Trump als eiskalten Killer schlägt weiter hohe Wellen, verstößt aber nicht gegen die Richtlinien des Videoportals Youtube. Das teilte das Tochterunternehmen des Internetkonzernz Google der Internetseite „CNN Business“ auf Nachfrage mit. Der Inhalt des Videos sei „rein fiktiv“ und würde deshalb nicht als Gewalt anstiftend gewertet werden.

Wie „CNN Business“ weiter berichtet, sei das Video schon seit über einem Jahr auf den Plattformen Youtube und Facebook im Umlauf. 

Erstmeldung vom 14.10.2019:

Eine Unterstützergruppe von Donald Trump hat auf einer Konferenz in Miami dem Publikum eine Videomontage gezeigt, in der der US-Präsident mit den „Fake News“ Medien und seinen politischen Gegnern gleichermaßen abrechnet – indem er sie alle tötet.

Aktuelles: Chaos im Weißen Haus - Nikki Haley beschuldigt ehemalige Mitarbeiter der Trump-Administration

Die Videomontage beruht auf einer Szene des Films „Kingsman: The Secret Service“. Sie spielt in einer Kirche, aus der durch die Montage die „Kirche der Fake News“ („Church of Fake News“) wird. Trumps Konterfei wurde auf den Körper des Protagonisten geschnitten, der durch das Kirchenschiff rennt und dabei ein Blutbad anrichtet. Auf die Körper seiner Opfer wurden wahlweise die Gesichter von Trumps politischen Gegnern oder die Logos der Medienanstalten gesetzt, die für Trump-Fans zur Gruppe der „Fake News“ zählen.

Donald Trump erschießt in dem Video die „Mainstream Medien“

3:45 Minuten dauert das Video. In der Zeit „erschießt“ Trump unter anderem ABC News, das US-Magazin Politico, Buzzfeed, Bloomberg, Vice News und die BBC. Auch Organisationen wie „Black Lives Matter“ oder die „Antifaschistische Aktion“ werden von Trump in dem Video per Kopfschuss hingerichtet. Darüber hinaus eine große Zahl an politischen Gegnern ermordet

  • Bernie Sanders wird von Trump angezündet
  • Mitt Romney benutzt Trump als menschliches Schutzschild, ehe er ihn auf den Boden wirft
  • Maxine Waters wird aus dem Fenster geworfen
  • Rosie O-Donnel steckt Trump ein Messer in den Hals
  • Adam Schiff und Bill Clinton werden mit einer Lanze erstochen
  • Barack Obama wird durch die Luft geworfen
  • Hillary Clinton bekommt eine Pistole in den Hals gesteckt

Das Video endet damit, dass Trump eine Lanze in einen Kopf mit dem CNN-Logo steckt, sich umdreht und in die Kamera grinst.

Donald Trump Junior zu Gast auf der Konferenz, auf der das Video läuft

Gezeigt wurde das Video im Rahmen einer dreitätigen Konferenz im „Trump National Doral Miami“ - Ressort gezeigt. Einer der Gäste spielte die Aufnahmen daraufhin der „New York Times“ zu, die wiederum zuerst darüber berichtete.

Veranstalter der Konferenz war die Pro-Trump Gruppierung namens „American Priority“. Auf der Veranstaltung waren unter anderem Trumps Sohn Donald Trump Junior und Ex-Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders anwesend. Beide hielten wie auch Floridas Gouverneur Ron deSantis auf eine Rede. Alle drei streiten ab, das Video auf der Konferenz gesehen zu haben.

Donald Trump ist ein Fan des Martialischen. Das Video, in dem er politische Gegner und die Medien reihenweise erschießt, geht ihm dann aber doch zu weit.

Auch der Organisator der Konferenz, Alex Phillips, distanzierte sich von dem Inhalt des Videos, das auf der von organisierten Veranstaltung gezeigt worden war. Es sei von Dritten geliefert worden und könne nicht mit „American Priority“ assoziiert werden.

Donald Trump lässt die Pressesprecherin zum Video twittern

Über seine Pressesprecherin Stephanie Grisham ließ Trump verlauten, er habe das Video nicht gesehen. Sollte es aber das zeigen, was darüber erzählt werden würde, würde Trump das Video ablehnen. Der sonst so twitterfreudige Präsident äußerte sich bislang noch gar nicht selbst zu dem Filmchen. Stattdessen wünschte er seinem anderen ehemaligen Pressesprecher Sean Spicer viel Glück bei dessen Auftritt in der Unterhaltunssendung „Dancing with the Stars“.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Videomontage die digitale Runde macht, in der Trump gegenüber Medienvertretern gewalttätig wird. Im Jahr 2017 twitterte Trump persönlich ein Video, indem er bei einem Wrestling-Event ein CNN-Logo-Mensch schultert und anschließend verprügelt.

Donald Trump bezeichnet die Medien regelmäßig als „Feinde des Volkes“

Die Medien bezeichnet Trump regelmäßig als „Feinde des Volkes“. Nach der Ankündigung, der oppositionellen Demokraten, ein Verfahren zur Amtsenthebung gegen ihn einzuleiten, sprach Trump von einem drohenden Bürgerkrieg, sollte er wirklich aus dem Amt gejagt werden.

CNN forderte den Präsidenten persönlich auf, dem Inhalt des Videos zu widersprechen. Alles andere würde die Gewaltanwendung billigen. Es sei auch nicht das erste Video, in dem Trump-Unterstützer zur Gewalt gegen politische Gegner und die Medien aufriefen. Es sei diesmal aber das „mit Abstand schlimmste“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare