Donald Trump Jr. plant Intervention

Donald Trump außer Kontrolle - jetzt reicht es selbst der Familie

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump dreht weiter frei. Die Familie sorgt sich um den Geisteszustand des US-Präsidenten.

  • Donald Trump, 45. Präsident der USA, hat nach seiner Corona-Infektion in Rekordzeit das Krankenhaus verlassen.
  • Die Familie des Präsidenten um Donald Trump Jr. sorgt sich um die geistige Gesundheit von Donald Trump.
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USA - Donald Trump hat mit seinem Verhalten nach seiner Corona-Infektion, das selbst innerhalb seiner Entourage als unberechenbar und rücksichtslos beschrieben wird, einen Streit innerhalb seiner Familie darüber ausgelöst, wie mit dem Präsidenten der USA umzugehen ist. So beschreiben es zwei Republikaner, die über Familiengespräche der Trumps informiert sind, aber anonym bleiben wollen.

Donald Trump Jr.: Wie ist der „außer Kontrolle geratene“ US-Präsident einzufangen?

Demnach drehe sich die Frage darum, wie der „außer Kontrolle geratene“ Präsidenten Trump wieder unter Kontrolle gebracht werden könne. Trumps Selbstinszenierung als starker Mann, dem das Coronavirus nichts anhaben kann, kam nicht überall gut an. Auch seine „Spazierfahrt“ entlang seiner vor dem Walter-Reed-Krankenhaus wartenden Fans hat eher für Kopfschütteln als für einen Aufschwung für den wackelnden Präsidenten gesorgt. Trump liegt in Umfragen derzeit deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden.

Wie geht es Donald Trump wirklich?

Laut den Quellen der Vanity Fair sei Donald Trump Jr ., Sohn des Präsidenten, zutiefst verärgert über die Entscheidung seines Vaters, begleitet von Mitgliedern des Secret Service auf der Anlage des Walter Reed National Military Medical Centers herumzufahren, obwohl er mit Covid-19 infiziert ist. „Don Jr. denkt, Trump benimmt sich verrückt“, so eine der Quellen aus republikanischem Umfeld. Der PR-Stunt empöre medizinische Experten, darunter einen der behandelnden Ärzte im Walter Reed. 

Familie will Donald Trump davon überzeugen, Twitter nicht mehr zu benutzen

Don Jr. soll Freunden erzählt haben, dass er versucht hat, Ivanka TrumpEric Trump und Jared Kushner davon zu überzeugen, Donald Trump dringlich nahezulegen, dass er damit aufhören muss, „instabil zu handeln.“ Donald Trump Jr. soll versucht haben, eine sogenannte Intervention zu inszenieren. Eine Intervention ist eine Runde von Freunden und Familienmitgliedern, die beispielsweise alkoholabhängige oder von der Spur abgekommene Nahestehende gemeinsam mit ihrem Problem konfrontieren und anbieten, es gemeinsam zu lösen.

Jared Kushner und Ivanka Trump bestätigten Donald Trump immer wieder darin, wie großartig er sei, zitiert die Vanity Fair ihre Quelle. Der dadurch frustrierte Donald Trump Jr. soll aber nicht bereit sein, seinen Vater allein zu konfrontieren: „Ich werde nicht der einzige sein, der ihm sagt, dass er verrückt ist.“ Einigkeit herrsche dagegen in der Sorge um Donald Trumps erratisches Twittern. Der Präsident hatte aus dem Krankenhaus mehr als ein Dutzend teils wirre Twitter-Nachrichten abgesetzt. Alleine in einer halben Stunde feuerte Trump nicht weniger als 16 Tweets ab.

Donald Trump nimmt Steroide, die seine Stimmung aufhellen - „Weißes Haus ist Corona-Hotspot“

Stilistisch und inhaltlich waren diese Tweets zu großen Teilen selbst für Donald Trump sehr pointiert. In wenigen Worten und oft ausschließlich in Großbuchstaben ließ er seine Fans unter anderem wissen: „SPACE FORCE! WÄHLEN!“ Hier sollen sich Ivanka Trump, Eric Trump, Jared Kushner und Donald Trump Jr. einig sein: Donald Trump schadet sich mit seinen oft wahllosen Twitter-Nachrichten und solle dringen aufhören: „Sie sind alle besorgt. Sie haben versucht, ihn dazu zu bringen, nicht mehr zu twittern“, so die familiennahe Quelle.

Die Besorgnis der Familie Trump über Donald Trumps Verhalten könnte Fragen nach seiner gesundheitlichen Eignung für das Amt des Präsidenten der USA aufwerfen. Die von Trump eingenommenen Medikamente können laut verschiedenen Experten seine kognitiven Funktionen ernsthaft beeinträchtigen. Besonders Steroide wie Dexamethason sollen, wie die New York Times berichtete, „die Stimmung beeinflussen, Euphorie oder allgemeines Glück verursachen“.

Krankheiten darf es in der Familie Trump nicht geben

Schwere Krankheiten zu leugnen, hat Tradition in der Familie Trump. Laut einem Freund der Trump-Familie bestand Trumps Vater, Fred Trump Sr., darauf, auch nach dem Fortschreiten seiner Alzheimer-Krankheit in den 1990er Jahren zu arbeiten. Später soll er einmal mit drei Krawatten die Treppe heruntergekommen sein, woraufhin seine Familie begann, Fred glauben zu lassen, er leite immer noch das Trump-Imperium. 

Jeden Tag soll Fred Sr. in sein Büro in Brooklyn gegangen sein und leere Papiere zum Durchsuchen und Unterschreiben bekommen haben. Sein Telefon auf dem Schreibtisch soll so eingerichtet gewesen sein, dass er nur noch seine Sekretärin anrufen konnte. „Fred gab vor zu arbeiten“, so der Freund der Familie. Wenig verwunderlich, nachdem Donald Trumps Nichte Mary zuletzt berichtet hatte, dass Krankheit im Hause Trump als als „unverzeihliche Schwäche“ gilt.

Donald Trump und seine Nachricht an die USA: Maske runter, so schlimm ist Corona nicht.

Ein CNN-Kommentator nannte das Weiße Haus jetzt einen „Corona-Hotspot“. Mit über einem Dutzend infizierter Mitarbeiter wäre es besser gewesen, das gesamte Weiße Haus um Präsident Donald Trump unter Quarantäne zu stellen. Und was macht Donald Trump? Nimmt gut sichtbar für die US-Amerikaner die Maske vom Gesicht, als er sich nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus auf dem Balkon des Weißen Hauses präsentiert. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © NICHOLAS KAMM/afp

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