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Trumps Finanzchef muss ins Gefängnis: Fünf Monate Haft für CFO

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Von: Stefan Krieger

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Der ehemalige Finanzchef der Trump Organization, Allen Weisselberg, muss wegen Steuerhinterziehung eine Haftstrafe antreten.

New York – Der langjährige Finanzchef der Trump Organization, Allen Weisselberg, ist am Dienstag (10. Januar) in New York wegen Betrug und Steuerhinterziehung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 75-Jährige habe zusätzlich eine fünfjährige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe von mehr als zwei Millionen Dollar erteilt bekommen, erklärte der zuständige Staatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg.

Der dem Ex-Präsidenten Donald Trump sehr nahe stehende Weisselberg habe das System entworfen und bedient, mit dem jahrelang die Behörden betrogen und Steuern hinterzogen wurden, hieß es in der Urteilsbegründung des Gerichts.

Former Trump Organization Executive Allen Weisselberg
Auf dem Weg zur Urteilsverkündung: Allen Weisselberg. © Michael M. Santiago/afp

Anklage gegen Trumps ehemaligen Finanzchef: Weisselberg bekennt sich schuldig

Weisselberg hatte sich zuvor in 15 Anklagepunkten schuldig bekannt und sich im Zuge einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zu einer Aussage bereiterklärt. Medienberichten zufolge soll er seine Strafe in der berüchtigten New Yorker Haftanstalt Rikers Island absitzen. Der 75-Jährige wird allerdings voraussichtlich nur 100 Tage in Haft verbringen müssen, wie die New York Post meldet.

Der geständige Steuerbetrüger war schon vor dem Urteil von Craig Rothheld, einem Berater und Gründer der Gefängnisberatungsfirma Inside Outside Ltd. auf sein neues Leben hinter Gittern vorbereitet worden. Rothheld war am Dienstagnachmittag im Gericht an der Seite seines Schützlings und teilte amerikanischen Medien das zu erwartende Urteil bereits Stunden zuvor telefonisch mit.

Urteil gegen Allen Weisselberg: „Schlicht und ergreifend von Gier getrieben“

Die Anwälte von Weisselberg hatten zuvor ein milderes Urteil beantragt. Richter Juan Manuel Merchan lehnte den Antrag jedoch ab und erklärte, Weisselberg sei „schlicht und ergreifend von Gier getrieben“ gewesen. „In einer Zeit, in der so viele Amerikaner hart arbeiten, in der Hoffnung, eines Tages in den Genuss der Sozialversicherung zu kommen, hat Ihr Mandant einen Weg gefunden, seiner Frau eine Lohnzahlung von 6.000 Dollar zukommen zu lassen. Dies nur, damit sie einen Beitrag zur Sozialversicherung leisten kann, um eines Tages die Leistungen zu erhalten, auf die sie keinen Anspruch hat“, wies der Richter den Antrag auf eine mildere Strafe zurück.

Die Anwälte hatten argumentiert, dass Weisselbergs fortgeschrittenes Alter und die „öffentliche Schande“ bei der Bitte ihres Mandanten um Nachsicht berücksichtigt werden sollten.

Donald Trump spricht von „politischer Hexenjagd“

Die Vorwürfe gegen die Trump Organization, der Luxushotels, Golfclubs und Geschäftsimmobilien gehören, beziehen sich auf einen Zeitraum ab dem Jahr 2005. Spitzenmanager sollen geldwerte Vorteile erhalten haben, die aber nicht gegenüber dem Fiskus angegeben wurden. Weisselberg etwa bekam eine Luxuswohnung in Manhattan, zwei Mercedes-Dienstwagen für sich und seine Frau und Schulgeld für Enkelkinder bezahlt.

Der 76-jährige Trump hatte die Ermittlungen als „politische Hexenjagd“ bezeichnet, die von Alvin Bragg, dem Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, angeführt wird. Dieser soll gegen ihn wegen der Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels im Jahr 2016 ermitteln, die zur Verurteilung seines langjährigen persönlichen Anwalts Michael Cohen wegen Wahlkampffinanzierung geführt haben.

Die Familienholding war bereits Anfang Dezember wegen Steuerbetrugs und anderer Finanzverbrechen verurteilt worden. Das Strafmaß soll am 13. Januar verkündet werden. (skr/afp)

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