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New York

Donald Trump: Legendäres „Seven Springs“ beschäftigt die Staatsanwaltschaft

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Dokumente der Staatsanwaltschaft legen nahe, dass das Familienanwesen Donald Trumps in Westchester eine zentrale Rolle bei den Ermittlungen spielt.

New York - Ein Anwesen, mehr als 93.000 Quadratmeter groß, das sich über drei Dörfer in Westchester County im Bundesstaat New York erstreckt. Darauf befindlich ein Wald und eine Villa mit 60 Zimmern, zwei Flügeln, 15 Badezimmern und drei Schwimmbädern. Donald Trump wollte die Anlage noch mit einem 18-Loch-Golfplatz verfeinern. Der Plan scheiterte aber an den notwendigen Genehmigungen. Die Rede ist von Seven Springs.

Die Anlage ist eng verbunden mit der Familiengeschichte Donald Trumps. Im Jahr 1996 kaufte der spätere US-Präsident Seven Springs. Eric Trump, Donalds zweitältester Sohn, beschrieb es auf einer Tour mit einer Reporterin des Forbes-Magazins als den sommerlichen Rückzugsort der Familie. Hier soll Eric seiner heutigen Frau Lara Trump einen Heiratsantrag gemacht haben. „Wir haben dort den Rasen gemäht, Bäume gefällt und Marmor verlegt“, erinnert sich Eric an glückliche Stunden im Trump‘schen Familienkreis.

Ermittlungen gegen Donald Trump: Dokumente der Staatsanwaltschaft tauchen auf

Genau dieses Prunkstück der familiären Immobiliensammlung von Donald Trump steht offenbar im Zentrum der Ermittlungen gegen den ehemaligen US-Präsidenten. Laut Dokumenten der Staatsanwaltschaft in New York, die jetzt vom US-Nachrichtenportal Daily Beast veröffentlicht wurden, haben die zuständigen Ermittler die Trump Organization aufgefordert, ihnen alle Unterlagen zukommen zu lassen, die in Zusammenhang mit dem Kauf, dem Umbau und Steuererleichterungen stehen, die Trump deshalb geltend gemacht hatte.

Als nämlich Donald Trump mit seinen Plänen scheiterte, aus der Anlage ein Luxus-Golf-Resort zu machen, entschied er sich stattdessen, einen Teil des Grundstücks an eine Naturschutzorganisation zu spenden. Das war im Jahr 2015. Für diese noble Geste ließ Trump sich an anderer Stelle dann doch entlohnen. Laut den Dokumenten der Staatsanwaltschaft auch nicht zu knapp. Insgesamt sollen Donald Trump und seinem Unternehmen dafür Steuern in Höhe von mehr als 21 Millionen US-Dollar erlassen worden sein.

Donald Trump: Staatsanwaltschaft wirft seinem Unternehmen Steuerbetrug vor

Genau hier wird die Sache für die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Donald Trump relevant. Um die Höhe der Steuererleichterungen festzulegen, musste der Wert der Spende evaluiert werden. Der Verdacht liegt nah, dass Trump und seine Steuerberater:innen die Fläche deutlich überbewertet hatten, um so einen möglichst hohen Freibetrag zu erhalten.

Rückzugsort der Trumps: das luxuriöse Anwesen „Seven Springs“ in Westchester, New York.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Bewertung der eigenen Immobilien durch Donald Trump Kritik hervorruft. Dem Immobilienmakler wurde in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen, er würde Grundstücke, Gebäude und Anlagegüter je nach Bedarf ab- oder aufwerten. Mit genau diesen Mitteln soll es dem mehrfachen Milliardär gelungen sein, in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie keine Einkommenssteuer bezahlen zu müssen.

Donald Trump: Luxus-Anwesen der Familie erneut im Fokus der Staatsanwaltschaft

Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass Seven Springs Teil von Ermittlungen gegen die Trump Organization wird. Bereits 2018 forderten Ermittler Dokumente zum Kauf des Anwesens und der erwähnten Schenkung an. Doch diesmal scheint die Sache eine weitaus größere Dimension zu haben.

Protagonist:innen der Ermittlungen gegen Donald TrumpFunktionen in der Trump Organization
Donald TrumpInhaber und Präsident des Mischkonzerns
Allen WeisselbergFinanzvorstand der Trump Organization
Donald Trump Jr.Geschäftsführer der Trump Organization
Ivanka Trumpehemalige Vizepräsidentin der Trump Organization
Eric Trumpamtierender Vizepräsident der Trump Organization

Zum einen ist laut Informationen von Daily Beast der Umfang der Dokumente deutlich größer. Zum anderen sind die Ermittlungen nun strafrechtlicher Natur. Es drohen, rein formal und wenn es wirklich zu einer Anklage kommt, Haftstrafen für die handelnden Personen. Das sind in dieser Angelegenheit neben Donald Trump wohl sein langjähriger Finanzvorstand Allen Weisselberg sowie die im Familienbetrieb tätigen Kinder Donalds: Eric Trump, Ivanka Trump und Donald Trump Jr.

Ein Grundstück des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump im Bundesstaat New York rückt in den Fokus der Ermittlungen.

Donald Trump: Muss er wirklich hinter Gitter?

Dass Donald Trump aber wirklich eines Tages hinter Gitter muss, erscheint eher unwahrscheinlich. „Er muss sich keine Sorgen machen“, sagte einer seiner Anwälte gegenüber Daily Beast. Trump selbst streitet alle Vorwürfe ab, nennt sie „die Fortsetzung der größten Hexenjagd in der Geschichte der USA“. Ziel der Ermittler sei nicht Gerechtigkeit, sondern ihn davon abzuhalten, 2024 erneut für die Präsidentschaft zu kandidieren.

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Dabei könnte Trump dies laut amerikanischer Verfassung durchaus auch vom Gefängnis aus machen. Die Anforderungen beinhalten lediglich einen Geburtsort in den USA, ein Alter von 35 Jahren und einen minimale Aufenthaltszeit in den USA von 14 Jahren. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © BRENDAN SMIALOWSKI/AFP

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