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Aktuell sind große Bereiche des Trump Towers für den Publikumsverkehr nur für gegen Corona Geimpfte zugänglich.
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Aktuell sind große Bereiche des Trump Towers für den Publikumsverkehr nur für gegen Corona Geimpfte zugänglich.

Corona

Donald Trump enttäuscht Corona-Impfgegner im Trump Tower: „Er ist ein Betrüger!“

  • VonMirko Schmid
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Weil sie ungeimpft gegen Corona keinen Zutritt zum Trump Tower bekamen, laufen einige Anhänger von Donald Trump Sturm. 

New York City – Im Trump-Tower kam es am Tag vor Heiligabend zu einer Posse. Mehrere offensichtlich impfskeptisch eingestellte Männer versuchten lautstark, Zugang zum Trump Grill, Donald Trumps Restaurant und Bar im Trump Tower, zu erlangen. Daran wurden sie von einem Polizisten gehindert, der den Männern freundlich aber bestimmt zu verstehen gab, dass sie ohne Impfnachweis an diesem Tag nicht weiterkommen werden.

Ein Video, das aktuell in den sozialen Medien kursiert, dokumentiert das kleine Scharmützel. „Sie wollen keinen Ärger bekommen“, ist der Polizist während der Begründung der Hygiene-Maßnahme des Trump Grill zu hören, „ich sage es euch gleich, Sie werden euch heute keinen Tisch geben.“ „Trump ist ein Betrüger, wenn er das durchsetzt“, ruft ein aufgebrachter Trump-Fan mit Sturmfrisur. Ein anderer beruft sich auf eine Reservierung. Auch er scheitert am trocken argumentierenden Polizisten.

„Das ist keine Garantie“, belehrt er den Renitenten mit Reservierung, „das ist kein verfassungsmäßiges Recht“. Nun versucht es der nächste Trump-Anhänger und Impfgegner: Der Trump Grill solle doch bitte nachweisen, dass die Gruppe „eine Gefahr“ darstellen würde. Wie schon kurz zuvor kann sich der Polizist ein Lachen nicht verkneifen und sagt: „Sie müssen nichts dergleichen tun.“

Corona in den USA: Führende Republikaner hofieren Impfgegner

Der kleine Vorfall im Trump-Tower hätte für sich wohl kaum Relevanz, spiegelte er nicht ein in den USA aktuell landläufig sichtbares Phänomen wider. Schon im September legte die Kaiser Family Foundation (KFF) einen Bericht vor, der darauf hinweist, dass Impfskeptiker und -gegner vor allem in den Reihen der Republikaner zu finden sind. Das gemeinnützige Unternehmen, das eigene Forschung zu Themen der Gesundheitspolitik betreibt, konnte repräsentativ belegen, dass 90 Prozent der den Demokraten nahestehenden US-Amerikaner:innen geimpft waren, ihnen gegenüber standen 58 Prozent der republikanischen Anhängerschaft.

40 Prozent der republikanisch gesinnten Ungeimpften gaben an, sich definitiv nicht impfen lassen zu wollen, lediglich drei Prozent der noch nicht geimpften, den Demokraten Nahestehenden gaben dasselbe an. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Impfraten. Die Johns Hopkins University meldete, dass von 29 Bundesstaaten, die bei der Impfquote unter dem nationalen Schnitt liegen, 20 bei der US-Wahl 2020 mehrheitlich für Donald Trump votiert hatten. Und auch die Gegenprobe funktionierte: Von den 21 Staaten mit Impfquoten deutlich über dem nationalen Schnitt hatten 20 mehrheitlich Joe Biden gewählt.

Viele Politikprofis der Republikaner sind inzwischen mehrere deutliche Schritte auf die Bewegung der Impfgegner und -skeptiker zugegangen. Darunter etwa Ron DeSantis, Gouverneur des Sonnenstaates Florida und aussichtsreicher Anwärter auf Spitzenpositionen bei den Republikanern auf Bundesebene. Selbst eine Präsidentschaftskandidatur wird DeSantis im konservativen Lager zugetraut.

Donald Trump berichtet von eigener Booster-Impfung und wird ausgebuht

Während einer Veranstaltung ließ DeSantis, der selbst übrigens als geimpft gilt, Anti-Vaxx-Aktivisten auftreten und Reden halten. Unter ihnen einen Feuerwehrmann, der sich gegen die Umsetzung der 3G-Regel am Arbeitsplatz stark machte: „Ich glaube nicht, dass die Bundesregierung ein Mitspracherecht haben sollte, ob ich den Impfstoff bekomme, meinen Job verliere oder mich testen lasse“, diktierte Emilio Rodriguez anschließend Journalist:innen der Nachrichtenagentur AP in deren Blöcke.

Langsam unangenehm wird die Lage für das große Idol der Republikaner, Donald Trump. Der nämlich ist erklärter Befürworter der Impfung und hatte erst kürzlich öffentlich verkündet, sich auch die Auffrischungsimpfung abgeholt zu haben. Der ehemalige Fox-News-Moderator Bill O‘Reilly leitete sein Interview mit Trump ein: „Sowohl der Präsident als auch ich sind geimpft.“ Ob er denn auch geboostert sei, fragte O‘Reilly dann seinen Stargast, der mit ihm auf der Bühne Platz genommen hatte. Trump bejahte, woraufhin ein beträchtlicher Teil des Publikums anfing, Trump auszubuhen.

Der reagierte mit einer abfälligen Handbewegung und wiegelte ab: „Oh, nicht, nicht, nicht, nicht, nicht, nicht!“ Anschließend beschwichtigte das dreifach geimpfte Idol der Rechten mit Bezug auf die lautstark Protestierenden: „Das ist okay, es ist eine sehr kleine Gruppe da drüben.“ Seiner Anhängerschaft, betonte Trump anschließend, wolle er die Impfentscheidung selbst überlassen: „Wenn man die Impfung nicht bekommen will, sollte man nicht gezwungen werden, sie zu bekommen“, so Trump. Gleichzeitig betonte der Republikaner, dass die Impfung zahlreiche Menschenleben gerettet habe.

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Donald Trump wirbt nach eigener Corona-Erkrankung für eine Impfung

Trump selbst hat seine Entscheidung, sich boostern zu lassen, wohl geändert. Noch im September hatte er gegenüber dem „Wall Street Journal“ erklärt, dass er sich wahrscheinlich keine Auffrischungs-Impfung abholen werde. Gleichzeitig warb Trump immer wieder für das Impfen, betonte aber stets, dass er an die Freiheit des Einzelnen glaube.

Ein Grund für Trumps weitgehende Befürwortung des Impfens könnte in seiner eigenen Infektion mit dem Corona-Virus im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2020 liegen. Trump war aktuellen Informationen zufolge schwerer erkrankt als zunächst preisgegeben, teilweise soll seine Lage kritisch gewesen sein. (Mirko Schmid)

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