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Trump
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Ob es um seine Steuern oder um den Sturm aufs Kapitol geht: Donald Trump würde seine Unterlagen gern unter Verschluss halten.

War Trump mitverantwortlich?

Donald Trump „war mit Sicherheit an Strategie beteiligt“ – Neue Details enthüllt

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Donald Trumps ehemalige Berater sollen versucht zu haben, den Wahlsieg von Joe Biden zu kippen. Trump soll über das Vorhaben informiert gewesen sein. 

Washington D.C. - Der ehemalige Beamte des Weißen Hauses, Peter Navarro, behauptet, dass er und der rechte Provokateur Steve Bannon hinter dem Sturm auf das Kapitol im Januar steckten, so die amerikanische Nachrichtenseite The Daily Beast. In seinen kürzlich veröffentlichten Memoiren beschreibt Navarro, der ehemalige Handelsberater des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, wie er in engem Kontakt mit Bannon stand und mit ihm einen Plan namens „Green Bay Sweep“ (Green Bay Säuberung) verfolgte. Sie setzten den Plan mit Hilfe von Kongressmitgliedern in Gang. In einem Interview mit The Daily Beast in der vergangenen Woche gab Navarro zusätzliche Informationen über seine Rolle bei der Operation und der Koordination mit Politikern wie Paul Gosar und Senator Ted Cruz preis.

„Wir haben viel Zeit damit verbracht, über 100 Kongressabgeordnete, darunter auch einige Senatoren, zu gewinnen. Es begann perfekt. Um 13.00 Uhr taten Gosar und Cruz genau das, was von ihnen erwartet wurde“, sagte Navarro gegenüber The Daily Beast. „Es war ein perfekter Plan. Und alles basierte auf Frieden und Ruhe auf dem Capitol Hill. Wir brauchten nicht einmal Demonstranten, denn wir hatten über 100 Kongressabgeordnete, die sich dafür einsetzten.“

USA: Peter Navarro soll auf Mike Pence Druck ausgeübt haben

Dieses Engagement zeigte sich, als der Kongress die Stimmen des Wahlmännerkollegiums für 2020 bestätigte, die zeigen, dass Joe Biden, Trump besiegt hatte. Senator Cruz unterzeichnete Gosars offiziellen Einspruch gegen die Auszählung der Wahlmännerstimmen im US-Bundesstaat Arizona, ein Versuch, den Dutzende anderer Trump-Loyalisten unterstützten. Mitarbeiter:innen von Cruz und Gosar reagierten nicht auf Bitten um Stellungnahme. Es gibt keinen öffentlichen Hinweis darauf, ob der Ausschuss für den 6. Januar Zeugenaussagen oder Dokumente von Senator Cruz oder Abgeordneten Gosar angefordert hat. Aber der Ausschuss hat erst vor kurzem damit begonnen, Beweise von anderen Kongressmitgliedern einzuholen, die an den allgemeinen Bemühungen beteiligt waren, Trump im Weißen Haus zu halten, wie die Repräsentanten Jim Jordan und Scott Perry, so The Daily Beast.

Navarro wusste, dass er mit dem Manöver allein keine Chance hatte, die Wahl zu annullieren. Aber er hoffte, so Zeit zu gewinnen und den öffentlichen Druck auf den damaligen Vizepräsidenten Mike Pence zu erhöhen, die Wahlstimmen an sechs umstrittene Bundesstaaten zurückzuschicken, in denen republikanisch geführte Gesetzgeber versuchen könnten, das Ergebnis zu kippen. Um den Druck auf Pence zu erhöhen, war ihrer Meinung nach eine Berichterstattung in den Medien erforderlich, so The Daily Beast. Während die meisten angesehenen Nachrichtenorganisationen sich weigerten, unbewiesene Verschwörungstheorien über weit verbreiteten Wahlbetrug zu verbreiten, hoffte man mit diesem Plan, die Journalist:innen durch eine Verzögerung des Zertifizierungsprozesses zur Berichterstattung zu zwingen.

Sturm auf das US-Kapitol: Donald Trump „war mit Sicherheit an der Strategie beteiligt“

Auf die Frage, ob Trump selbst an der Strategie beteiligt war, sagte Navarro: „Ich habe nie direkt mit ihm darüber gesprochen. Aber er war mit Sicherheit an der Strategie beteiligt. Hören Sie sich nur seine Rede an diesem Tag an. Er war über das Gesetz informiert worden und darüber, dass Mike [Pence] die Befugnis dazu hatte“. „Der Green Bay Sweep war sehr gut durchdacht. Er war so konzipiert, dass wir 24 Stunden lang Anhörungen im Fernsehen übertragen konnten.“

In der Tat hatte Trumps Rechtsberater John Eastman ein Memo verfasst, in dem er darlegte, wie Trump einen Staatsstreich inszenieren könnte. Trump bezog sich in seiner Rede am 6. Januar eindeutig auf diesen Plan, als er sagte: „Ich hoffe, Mike wird das Richtige tun. Ich hoffe es. Ich hoffe es ... alles, was Vizepräsident Pence tun muss, ist, es zur erneuten Bestätigung an die Staaten zurückzuschicken und wir werden Präsident, und ihr seid die glücklichsten Menschen.“ Als Pence stattdessen die Wahlstimmen bestätigte, wurde er zu dem, was Navarro in seinen Memoiren als „der Brutus, der am meisten für den endgültigen Verrat an Präsident Trump verantwortlich ist“ beschreibt, so The Daily Beast.

Sturm auf das US-Kapitol: Das war Navarros Rolle

Navarros Rolle bei diesem Plan war es, das Rohmaterial zu liefern, sagte er in einem Interview am Donnerstag (23.12.2021). Dies geschah in Form eines dreiteiligen Berichts des Weißen Hauses, den er in seinen letzten Wochen in der Trump-Administration mit Titeln wie „The Immaculate Deception“ und „The Art of the Steal“ zusammenstellte. „Meine Rolle war es, die Belege für die etwa 100 Kongressabgeordneten zu liefern, die ihre Fälle vortragen würden ... die sich zum Teil auf die von mir gesammelten Beweise stützen konnten“, sagte er gegenüber The Daily Beast. „Um die rechtliche Grundlage für die zu ergreifenden Maßnahmen zu schaffen.“

Die nächste Phase des Plans lag in den Händen von Bannon, beschreibt Navarro in seinen Memoiren. „Steve Bannons Aufgabe war es, herauszufinden, wie man diese Informationen - die er ‚Quittungen‘ nannte - nutzen konnte, um das Wahlergebnis zu kippen. So kam Steve auf die Idee mit dem ‚Green Bay Sweep‘“, schreibt er. Der politische und rechtliche Clou der Strategie war folgender: Laut Gesetz müssen sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat bis zu zwei Stunden pro Staat für jede beantragte Anfechtung aufwenden. Für die sechs umkämpften Bundesstaaten würde das bis zu vierundzwanzig Stunden an landesweit im Fernsehen übertragenen Anhörungen in den beiden Kammern des Kongresses bedeuten.

USA: Peter Navarro kommunizierte mit Steve Bannon

In seinem Buch steht auch, dass Bannon die erste Person war, mit der er kommunizierte, als er am 6. Januar morgens aufwachte und schrieb: „Ich checke meine Nachrichten und freue mich zu sehen, dass Steve Bannon uns voll und ganz darauf vorbereitet hat, unseren Green Bay Sweep auf dem Capitol Hill durchzuführen. Call the play. Run the play.“ (Ares Abasi)

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