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Trump wegen Vergewaltigung in New York verklagt

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Von: Johanna Soll

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Die Journalistin E. Jean Carroll reicht auf Grundlage eines neuen Gesetzes Klage gegen Donald Trump wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein.

New York City – Die US-amerikanische Journalistin und Autorin E. Jean Carroll hat den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump wegen Vergewaltigung verklagt. Die langjährige Kolumnistin des Magazins Elle wirft Trump vor, sie in den 90er-Jahren in dem New Yorker Luxuskaufhaus Bergdorf Goodman in einer Umkleidekabine sexuell missbraucht zu haben. Sie verlangt Schadensersatz in nicht genannter Höhe.

Donald Trump, hier in Mar-a-Lago, muss sich in New York wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten.
Donald Trump, hier in Mar-a-Lago, muss sich in New York wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. © Andrew Harnik/dpa

Carroll klagt bereits in einem anderen Rechtsstreit wegen Verleumdung gegen Trump. Sie hatte ihn erstmals 2019 in einem Buch der Vergewaltigung bezichtigt, Trump war damals Präsident. Er wies die Anschuldigung zurück: „Erstens: Sie ist nicht mein Typ. Zweitens: Es ist nie passiert.“ Zudem warf er ihr vor, mit dem Vorwurf ihr Buch bewerben zu wollen. Carroll klagte daraufhin gegen Trump, weil er sie als Lügnerin dargestellt und damit verleumdet habe. Derzeit ist das Berufungsgericht noch immer damit beschäftigt, zu klären, ob Trump vor juristischen Konsequenzen für Äußerungen geschützt ist, die er als Präsident getätigt hat.

E. Jean Carroll konnte Trump nicht wegen Vergewaltigung verklagen – bisher

Bislang hatte E. Jean Carroll Donald Trump wegen des Vergewaltigungsvorwurfs nicht direkt verklagen können, weil die mutmaßliche Tat nach bisheriger Rechtslage verjährt war. Doch nun hat der Bundesstaat New York ein neues Gesetz erlassen, den Adult Survivors Act, das Klagen von Opfern sexueller Gewalt auch noch Jahrzehnte später zulässt. Das Gesetz gilt ab heute (24. November) und wenige Minuten nachdem es in Kraft getreten war, reichte das Anwaltsteam von Carroll die Klageschrift auf elektronischem Weg ein.

Die US-Autorin und Journalistin E. Jean Carroll verklagt Ex-US-Präsident Donald Trump wegen Vergewaltigung
Die US-Autorin und Journalistin E. Jean Carroll verklagt Ex-US-Präsident Donald Trump wegen Vergewaltigung © Alec Tabak/Imago

Carroll behauptet, Trump habe sie seinerzeit in einer Umkleidekabine des Kaufhauses, in dem sie sich zufällig trafen, vergewaltigt. „Als die Tür sich schloss, stürzte er sich auf mich, drückte mich gegen die Wand“, schrieb Carroll in ihrem Buch. Trump habe seinen Mund gegen ihre Lippen gepresst, ihre Strumpfhose heruntergerissen, seine Hose geöffnet und sei in sie eingedrungen. Sie habe sich schließlich befreien können und sei aus der Umkleidekabine geflohen.

Donald Trumps Rechtsanwältin zu dem Vergewaltigungsvorwurf: „Völlig unangemessen“

Als bekannt wurde, dass Carroll Trump wegen Vergewaltigung verklagt, nannte seine Rechtsanwältin Alina Habba die Vorwürfe „völlig unangemessen“ und kündigte an, man werde sich gegen die Klage wehren. Im Oktober musste Trump bereits im Zusammenhang mit der Verleumdungsklage unter Eid aussagen. Das Anwaltsteam Carrolls hatte dabei die Gelegenheit, ihn zu dem Vergewaltigungsvorwurf zu befragen.

Donald Trump wurde in der Vergangenheit wiederholt beschuldigt, gegenüber Frauen übergriffig geworden zu sein, bis hin zur Vergewaltigung. Mehrere Gerichtsprozesse sind deswegen bereits anhängig, doch bisher hatte keine dieser Anschuldigungen Konsequenzen für ihn. (Johanna Soll)

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