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Trump diniert mit Holocaust-Leugner und macht dafür Kanye West verantwortlich

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Der Rassist und Ultranationalist Nick Fuentes ist geladener Gast Donald Trumps in Mar-a-Lago. Doch schuld sein soll daran laut dem Ex-Präsidenten Rapper Kanye West.

Washington/Frankfurt – Kaum hat der frühere US-Präsident Donald Trump seine Kandidatur fürs Weiße Haus erklärt, macht er mit zwielichtigen Dinner-Gästen von sich reden. So traf er am vergangenen Dienstag (22. November) in seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida keinen Geringeren als Rapper Kanye West zum Abendessen. Doch es war auch noch ein anderer Gast mit von der Partie – und der hat es in sich: Nick Fuentes ist als Rassist, Antisemit und Holocaust-Leugner bekannt.

Er habe Fuentes nicht gekannt, schrieb Donald Trump am Freitag (25. November) auf der von ihm mitgegründeten Plattform Truth Social quasi als Entschuldigung. Laut des Ex-Präsidenten war es West, der sich mittlerweile Ye nennt, und den 24-Jährigen Fuentes mitgebracht hatte. Im Anschluss an das Dinner nannte Trump West einen „ernsthaft gestörten Mann“.

Nick Fuentes: 24 Jahre alt, überzeugter Nationalist und Fan von Donald Trump. (Archivbild)
Nick Fuentes: 24 Jahre alt, überzeugter Nationalist und Fan von Donald Trump. (Archivbild) © WILLIAM EDWARDS/AFP

Donald Trump soll von Nick Feuentes „beeindruckt“ gewesen sein

Der 76-jährige Trump hatte vor gut einer Woche erklärt, 2024 für die Republikaner noch einmal als Präsidentschaftskandidat antreten zu wollen. West (45) hatte bereits 2020 angedeutet, bei der Abstimmung 2024 noch einmal ins Rennen gehen zu wollen. Zuletzt postete er auf Twitter Videos mit den Worten „Ye 24“. Der Rapper war einst einer von wenigen Stars, die sich öffentlich für Trump aussprachen. Wegen antisemitischer Äußerungen kündigte der Sportartikelhersteller Adidas die Zusammenarbeit mit ihm auf.

West veröffentlichte nach dem Dinner ein Video auf Twitter, in dem er behauptete, Trump sei „beeindruckt“ von Fuentes gewesen, der von der Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation-League als „White Supremacist“ bezeichnet wird. „White Supremacy“ beschreibt die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen.

Donald Trump trifft Holocaust-Leugner Nick Fuentes

Der im Netz aktive Veranstaltungsorganisator stellt sich außerdem gegen Frauenrechte und diskriminiert die LGBTQI-Gemeinschaft. Die englische Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen.

Donald Trump dementierte die Teilnahme des Holocaust-Leugners Nick Fuentes an dem Essen nicht – bestätigte sie aber auch nicht explizit. West habe ihn wegen eines Abendessens angerufen, schrieb er auf Truth Social. „Kurz darauf tauchte er unerwartet mit drei seiner Freunde auf, von denen ich nichts wusste.“

Kanye West will Donald Trumps Vize bei US-Wahl 2024 sein: Der Rapper bekundet Interesse am Vize-Posten, falls Trump wieder Präsident werden sollte – Trump selbst fühlt sich „sehr geehrt.“

Donald Trump und Nick Fuentes - Joe Biden äußert sich

Das Nachrichtenportal Axios schrieb unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle, dass Donald Trump bei dem Dinner von Fuentes „sehr angetan“ gewirkt habe. Die beiden hätten sich unter anderem über die Präsidentenwahl unterhalten. „Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass der Präsident wusste, wer zum Teufel (Fuentes) war“, zitierte Axios die Quelle. Der Sender CNN berichtete ebenfalls unter Berufung auf eine mit dem Abendessen vertraute Quelle, dass Fuentes ein Gast von West gewesen und nicht von Trump eingeladen worden sei.

Auf das Treffen zwischen einem Vertreter der Ultranationalisten und Donald Trump angesprochen wurde auch Joe Biden. Der amtierende Präsident war mit seiner Familie auf der Ferieninsel Nantucket unterwegs. Auf die Frage, was er von dem Treffen in Mar-a-Lago denken würde, sagte Biden: „Sie wollen nicht wissen, was ich denke.“ (cas/dpa)

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