Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„VIP-Liste“

Coronavirus in den USA: Angestellte im Trump Tower in Chicago drängeln sich bei Impfung vor

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
    schließen
  • Anna Charlotte Groos
    Anna Charlotte Groos
    schließen

Nicht nur die Angestellten von Donald Trump im Weißen Haus, auch Mitarbeitende des Trump Tower in Chicago erhalten offenbar früher als andere eine Impfung gegen das Coronavirus.

  • Mitarbeitende von Donald Trump im Weißen Haus haben sich Berichten zufolge bei der Impfung gegen das Coronavirus vorgedrängelt.
  • Auch Angestellte im Trump Tower in Chicago könnten vorzeitig den Impfstoff erhalten haben.
  • Berichten zufolge wären sie laut der offiziellen Impf-Reihenfolge in den USA noch nicht an der Reihe gewesen.

Update vom Mittwoch, 17.03.2021, 13:21 Uhr: Möglicherweise haben auch die Angestellten des Trump Tower in Chicago Impfungen gegen das Coronavirus erhalten, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren. Wie das lokale Nachrichtenportal Block Club Chicago berichtet, haben am 10. März Impfungen in dem Hotel stattgefunden.

Eine Sprecherin des Loretto Krankenhaus in Chicago, das die Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt hatte, sagte gegenüber Block Club, die Krankenhausleitung sei der Meinung gewesen, dass die Geimpften ein Recht darauf hätten. „Aus anschließenden Gesprächen mit dem Chicago Department of Public Health, haben sie erfahren, dass sie sich geirrt haben und werden alle städtischen Richtlinien in Bezug auf Gemeinschaftstests in Zukunft befolgen“, sagte die Sprecherin.

Das Trump International Hotel in Chicago.

Trump Tower in Chicago: Angestellte wurden vorzeitig gegen Coronavirus geimpft

Mehrere Angestellte des Trump Tower-Hotels haben laut Block Club einem Bewohner erzählt, dass sie im Trump Tower geimpft worden seien, obwohl sie laut den städtischen und staatlichen Kriterien noch nicht dran gewesen seien. Darunter seien auch junge Angestellte gewesen. In einem Dokument, das Block Club vorliegt, begründet ein Vertreter des Hotels die Impfungen damit, dass sie im Rahmen des sogenannten „Protect Chicago Plus“-Programms durchgeführt würden.

Mit dem Programm will die Stadt Chicago Menschen aus Stadtteilen vorrangig impfen, die besonders stark vom Coronavirus betroffen sind. Darunter sind viele Viertel, in denen vor allem Schwarze, Latinos und Latinas leben. Das Trump-Tower Hotel befindet sich nicht in einer solchen Gegend. Das Loretto Krankenhaus hat allerdings dementiert, die Impfungen im Trump Tower im Rahmen dieses Programms durchgeführt zu haben.

Was die Impf-Aktion besonders pikant macht: Ein hochrangiger Mitarbeiter des Loretto Krankenhaus wohnt selbst im Trump Tower. Bei dem Hotel handelt es sich um ein sogenanntes Condo Hotel, in dem es auch Eigentumswohnungen gibt. Der Krankenhausmitarbeiter reagierte laut Block Club nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Trump-Angestellte im Weißen Haus drängeln sich bei Corona-Impfungen vor

Erstmeldung vom Dienstag, 16.03.2021, 10.55 Uhr: Washington D.C.– Die Corona-Impfung als exklusiver Club, das Impfangebot als VIP-Eintrittskarte: Trumps Mitarbeitende haben sich offenbar mithilfe einer Liste des Weißen Hauses bei der Corona-Impfung vorgedrängelt, wie das Magazin „Vanity Fair“ am Montag (15.03.) berichtete.

Ende Dezember 2020 und Anfang Januar 2021, als die Covid-19-Impfstoffe gerade ihre Einführung in den Vereinigten Staaten hatten, sollen im Weißen Haus unter Donald Trump interne Vereinbarungen bezüglich der Impfung stattgefunden haben. Hochrangige politische Vertreter:innen sollen sich an Stabschef Mark Meadows und Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates gewandt haben, um ihre Namen auf der Liste des Weißen Hauses für die Corona-Impfung platzieren zu dürfen.

Corona-Impfung für Mitarbeitende von Donald Trump mit „wesentlichen nationalen Funktionen“

Die Liste sollte regeln, welche Mitarbeiter:innen den vorrätigen Impfstoff nutzen dürfen, bevor die Dosen der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden sollten. Der Impfstoff war zu dieser Zeit nur zu einem sehr begrenzten Kontingent in den USA vorhanden. Und das, während in den letzten Tagen von Trumps Präsidentschaft fast 2500 Amerikaner:innen täglich an Corona starben. Da es zu diesem Zeitpunkt noch wenige Wochen bis zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden gedauert hatte, habe im Weißen Haus entschieden werden müssen, welche Mitarbeiter:innen einen Platz auf der Liste, die von Meadows Büro und einem kleinen Kader von Beamten des Nationalen Sicherheitsrates streng bewacht wurde, erhalten sollten.

Mitarbeitende von Donald Trump haben sich offenbar auf einer „VIP-Liste“ für Corona-Impfungen vorgedrängelt. (Archivfoto)

Bereits im Frühjahr 2020 hatte der Nationale Sicherheitsrat in einem demokratischen Prozess eine Reihe an Personen identifiziert, die für die wesentlichen nationalen Funktionen von entscheidender Bedeutung waren, um das Land in einer Katastrophe erhalten zu können. Dazu zählen zum Beispiel US-Regierungsbeamt:innen, Mitarbeiter:innen des US-Geheimdienstes sowie Staatssekretär:innen, die ihre Arbeit nicht von Zuhause aus verrichten können, wie „Vanity Fair“ mitteilte. Insgesamt wurden 12.000 Mitarbeiter:innen in drei Regierungszweigen ausgewählt.

Zahlreiche unzulässige Anfragen für Platz auf der Liste des Weißen Hauses für Corona-Impfung

Wie „Vanity Fair“ berichtete, soll es aber zahlreiche Anfragen für einen Platz auf der „VIP-Liste“ gegeben haben, die über die genannten „essenziellen Funktionen“ hinausgingen. Von Vertreter:innen der Kabinettssekretäre über junge Büromitarbeiter:innen des Weißen Hauses bis zu Personen, die ihre Verbindungen zu Donald Trumps leitendem Berater und Schwiegersohn Jared Kushner ausnutzten.

Laut „Vanity Fair“ sollen in dieser Gruppe auch Vorgesetzte von Mitarbeitenden der Kabinettsvertretung gewesen sein, die sich zuvor über Corona-Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken missbilligend geäußert hatten. Dabei sollen diese nicht nach Impfdosen für ihre Angestellten gefragt haben, sondern für sich selbst, wie ein ehemaliger Verwaltungsbeamter laut „Vanity Fair“ berichtete. Die Regelverstöße zur Corona-Impfung sollen, obwohl viele der Trump-Regierung Corona-Vorsichtsmaßnahmen augenscheinlich nicht für relevant hielten, aus dem einfachen Grund stattgefunden haben, dass Impfungen den Mitarbeiter:innen ermöglichen würden, ihren aktiven Lebensstil „aufrechtzuerhalten“, äußerte sich der ehemalige Verwaltungsbeamte.

Ungleichbehandlung und fehlende Transparenz bei der Corona-Impfstoff-Verteilung im Weißen Haus unter Trump

Bei der Einteilung, wer eine Impfung bekommen durfte, soll es außerdem zu einigen Ungereimtheiten, mangelnder Transparenz, willkürlichen Entscheidungen und Ungerechtigkeiten gekommen sein. So sollen zum Beispiel auch junge, gesunde Mitarbeitende, die ihre Arbeit von Zuhause aus verrichten, geimpft worden sein, während ein Experten-Team für Infektionskrankheiten der CDC, die nach Guinea und in die Demokratische Republik Kongo fliegen sollten, um einen Ebola-Ausbruch zu bekämpfen, nicht gegen Corona geimpft wurden – trotz der offensichtlichen Gefahren, denen sie ausgesetzt waren.

News zu Donald Trump

Aktuelles rund um den ehemaligen Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Als mehrere Mitarbeiter:innen von den scheinbar zufälligen Impfungen gesunder junger Bundesangestellter mitbekamen, wurden Vermutungen laut, dass die Impfstoffdosen ohne klare Abrechnung aus dem Gesamtangebot des Landes entnommen worden waren, so „Vanity Fair“.

Chaos im Weißen Haus – Konflikte zwischen US-General Perna und Nationalem Sicherheitsrat bezüglich Corona-Impfungen

Der zuerst demokratische Prozess der Impfstoff-Verteilung hatte sich zu einer undurchsichtigen Operation gewandelt. Sogar Mitglieder des Operation Warp Speed ​​Boards, eine Partnerschaft, die von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung initiiert wurde, um die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von COVID-19-Impfstoffen zu beschleunigen, und der COVID-19-Task Force des Weißen Hauses sagten, sie seien „im Dunkeln gelassen worden“, so „Vanity Fair“.

Es sei nicht mehr klar gewesen, wer die Entscheidungen im Weißen Haus bezüglich der Impfstoff-Verteilung treffe, wurde „Vanity Fair“ zugetragen. Für die umgeworfenen Pläne soll vor allem US-General Gustave Perna, der für die Verteilung des Impfstoffs zuständig war, verantwortlich gewesen sein. Auch soll es zu Konflikten zwischen Perna und dem Nationalen Sicherheitsrat gekommen sein.

Auch Donald Trump und Melania ließen sich heimlich gegen Corona impfen

Wie sich herausstellte, wurden Donald und Melania Trump, nachdem der damalige US-Präsident getwittert hatte, er selbst wolle sich nicht impfen lassen und die Impfdosen sollten dem Personal vorbehalten sein, im Januar im Weißen Haus außerhalb der Öffentlichkeit gegen Corona geimpft. (Anna Charlotte Groos)

Rubriklistenbild: © Massimo Pizzotti/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare