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Corona-Krise in den USA

Donald Trump will Regierung zuerst gegen Corona impfen lassen und rudert gleich wieder zurück

  • Matthis Pechtold
    vonMatthis Pechtold
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In den USA werden die ersten Chargen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer ausgeliefert. Mit diesen wollte Donald Trump am liebsten zuerst seine Regierungsmannschaft impfen.

  • In den USA stehen die ersten Impfungen gegen das Coronavirus unmittelbar bevor.
  • Offenbar war geplant, dass Regierungsmitarbeitende im Weißen Haus zu den ersten gehören, die gegen Corona geimpft werden.
  • Jetzt stiftet Donald Trump mit einer 180-Grad-Wende Verwirrung. War die ursprüngliche Entscheidung überhaupt seine?

Washington, D.C. - Alles Gute kommt sprichwörtlich von Oben, und um dieses Oben dieser Tage in den USA zu orten, darf man nicht in den Himmel, sondern muss auf eine Landkarte schauen. An der Grenze zur kanadischen Provinz Ontario, im Nordosten der USA, liegt der Bundesstaat Michigan. Von hier aus sind am Sonntag die ersten Chargen des Impfstoffs von Biontech und seinem amerikanischen Partner Pfizer verschickt worden, zunächst per LKW, dann in Flugzeugen.

Die USA drücken offenbar aufs Tempo: Bis Ende des Monats sollen bereits 2,9 Millionen Impfdosen verabreicht worden sein. Wohl nicht unter den zuerst geimpften: Der scheidende US-Präsident Donald Trump und seine Regierungsmannschaft im Weißen Haus. Das hat jener selbst so verfügt – und damit für Irritation gesorgt.

Corona in den USA: Mehr als 16 Millonen Infizierte seit Beginn der Pandemie

Knapp 300.000 Corona-Tote hat die USA zu beklagen, deutlich mehr als jedes andere Land, in dem bisher Corona-Infektionen nachgewiesen worden sind. Dem noch amtierenden Präsidenten Donald Trump wurde seit Beginn der Pandemie immer wieder ein unverantwortlicher Umgang mit der Corona-Pandemie bescheinigt. Ratschläge von Fachpersonen wie dem Immunologen Anthony Fauci habe er reihenweise missachtet, zum Beispiel das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an Orten, wo er der bei einer Infektion die Verbreitung von Coronaviren eindämmen kann.

Hat keine erkennbare Strategie im Umgang mit Corona: Donald Trump

Seine Grundeinstellung zur Corona-Krise in den USA habe Trump auch nach seinem infektionsbedingten Krankenhausaufenthalt Anfang Oktober nicht fundamental geändert. Er steuere das Land so gut wie möglich durch die Krise, darauf beharre er weiter.

Erste Impfungen für Regierungspersonal im Weißen Haus – Trump rudert zurück

Dass in dieser jetzt dank der Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer endlich so etwas wie Licht am Tunnel zu sehen ist, galt zunächst auch ganz konkret für Regierungsangestellte im Weißen Haus. Die sollten alle sehr bald geimpft werden, gab John Ullyot, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA Sonntagnacht (13.12.2020) bekannt. So solle sichergestellt werden, dass die Regierung weiter arbeitsfähig bleibe, zitiert ihn die „Washington Post“.

Diese Feststellung kassierte Donald Trump persönlich wenige Stunden später wieder. Wenn nicht explizit nötig, sollten im Weißen Haus angestellte Personen „etwas später“ geimpft werden, schrieb der Präsident auf Twitter. Er selbst habe sich für diese Anpassung des Impfplans eingesetzt. Auch er werde nicht direkt eine Impfung bekommen, freue sich aber, das zu einem geeigneten Zeitpunkt zu tun.

Laut „New York Times“ hätten sich viele Mitarbeiter:innen schon auf schnelle Impfungen gefreut – manchen sei es aber auch gerade unangenehm gewesen, eine Vorzugsbehandlung zu bekommen, um einen einen Präsidenten vor einer erneuten Infektion zu schützen, der in der Vergangenheit bereits mit seiner Immunität geprahlt hatte. An erster Stelle stehen auch bei den Impfungen in den USA vor allem medizinisches Personal, ältere Menschen und Risikopatient:innen.

Warum er sich für die abrupte Wende entschieden hat, hat Donald Trump selbst noch nicht durchscheinen lassen. Es sei sogar fraglich, ob er im Vorfeld überhaupt von dem Plan in Kenntnis war, spekuliert die New York Times. (Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Mandel Ngan/AFP

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