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US-Präsident

Donald Trump forderte spätere Corona-Tests: Erst testen, wenn sie „in der Notaufnahme und am Kotzen“ sind

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Die USA beklagen viele Corona-Infizierte und Tote durch Covid-19, was Donald Trump zu einer neuen Idee veranlasst: Einfach weniger Leute testen – wie in Mexiko.

  • Die Strategie von Donald Trump zur Eindämmung des Coronavirus ist umstritten.
  • Bei einem Treffen im Weißen Haus soll US-Präsident Trump gefordert haben, weniger Leute zu testen.
  • Trump News: Alle Neuigkeiten zum scheidenden Präsidenten der USA finden Sie hier im Überblick.

Washington D.C. – Ein großer Teil der US-amerikanischen Bevölkerung hat die schwerwiegenden Folgen der Corona-Pandemie bereits zu spüren bekommen. Neben Millionen von neuen Arbeitslosen und Mieter:innen, die ihre Bleibe nicht bezahlen können, sind mehr als 345.000 Personen mit Covid-19 gestorben, wie den Zahlen der Johns Hopkins University zu entnehmen ist.

Einen maßgeblichen Anteil an der verheerenden Corona-Pandemie in den USA hatte die Politik der Regierung unter Präsident Donald Trump. Auch weil er die Krankheit öffentlich verharmlost und sich entschieden gegen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgesprochen hatte, werden seit November jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen vermeldet.

Wie die „New York Times“ berichtet, soll Trump im August ein einschneidendes Umdenken in der Test-Strategie gefordert und dabei seinen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner angeschrien haben.

Donald Trump soll seinen Schwiegersohn und Top-Berater Jared Kushner angeschrien haben. (Archivfoto)

USA: Donald Trump schreit Jared Kushner bei Corona-Treffen im Weißen Haus an

Wenn man mehr testet, hat man auch mehr Fälle, sagte Donald Trump bekanntermaßen bei einer Pressekonferenz im Juli und argumentierte so, dass die USA trotz hoher Infektionszahlen in der Corona-Pandemie eigentlich gut daständen. Einem Bericht der „NYT“ zufolge, ist der US-Präsident bei einem Treffen im Weißen Haus mit Top-Beratern und -Funktionären im August laut geworden – weil ihn die hohen Zahlen im Wahlkampf schlecht aussehen ließen.

„Ihr tötet mich! Die ganze Sache tut das! Wir haben alle verdammten Fälle“, soll Donald Trump in Richtung von Top-Berater Jared Kushner geschrien haben. „Ich will tun, was Mexiko tut. Sie geben dir keinen Test, bis du in der Notaufnahme und am Kotzen bist.“ Vor dem Meeting im Weißen Haus soll Trump vom Leiter der Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH), Francis S. Collins, darüber informiert worden sein, dass es Tage dauern werde, bis die Regierung eine Notfallzulassung für ein bestimmtes Covid-19-Mittel erteilen könnte: „Sie sind Demokraten! Sie sind gegen mich!“, polterte Trump. „Sie wollen damit warten.“

US-Präsident Donald Trump hielt Anfang November 2020 auf dem Richard B. Russell Airport in Rome (Georgia) bei einer Wahlkampfveranstaltung eine Rede. (Archivfoto)

Corona in den USA: Donald Trump forderte andere Test-Strategie

Ob sich Donald Trump um die tatsächliche Anzahl der Corona-Infizierten sorgt, ist unklar. Mehrere Pandemie- und Wissenschaftsberater, die unter dem US-Präsidenten tätig waren, gelten als Verfechter der sogenannten Herdenimmunität. Mit dieser Strategie sollen möglichst viele Leute möglichst schnell infiziert werden, damit sie eine natürliche Immunität gegen das Coronavirus entwickeln. Alte und kranke Leute, die besonders anfällig sind, müsste man entsprechend isolieren. Doch Dr. Anthony Fauci, Teil der Corona-Einsatzgruppe im Weißen Haus, hält diese Strategie der vorsätzlichen Infektion für viel zu riskant.

Die größte Sorge des US-Präsidenten in der Pandemie sei gewesen, wie er davon profitieren könne, berichtet die „NYT“ und beruft sich auf Interviews mit mehr als zwei Dutzend Regierungsbeamten. Besonders die Möglichkeit, dass Joe Biden Anerkennung für einen Corona-Impfstoff erhält, hätte Donald Trump demnach nur schwer verkraften können. Deshalb sollte das Vakzin unbedingt vor der Wahl am 3. November verfügbar sein. Ratschläge seines Teams, für das Tragen von Masken zu werben, schlug Trump aus. Er befürchtete, dass seine politische Basis gegen alles rebellieren würde, was die persönliche Freiheit in irgendeiner Weise einschränke.

US-Präsident Donald Trump versagt in der Corona-Pandemie – und verspielt seine Chance im Wahlkampf

Die entscheidende Chance, sich als US-Präsident zu beweisen und Rückenwind für die Wahl zu bekommen, habe Donald Trump verpasst. Selbst als er sich – möglicherweise bei einem Superspread-Event am Weißen Haus – mit dem Coronavirus infizierte, nahm es Trump nicht zum Anlass, schärfere Maßnahmen anzuordnen, sondern sich viel mehr als „Superman“ zu inszenieren, der Covid-19 besiegte.

Wenige Wochen nach seiner Genesung zeigte sich Donald Trump wegen der Aufmerksamkeit, die das Coronavirus in den Medien erhält, genervt: „Alles, was man hört, ist Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid, Covid“, sagte der US-Präsident bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina Mitte Oktober. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Xose Bouzas/Imago Images

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