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USA

Donald Trumps Corona-Infektion war offenbar ernster als bislang bekannt

  • vonMirko Schmid
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Offiziell gab sich Donald Trump als starker Mann, dem Corona nichts anhaben konnte. Nun stellt sich heraus, dass der Ex-US-Präsident wohl doch stärker erkrankt war.

  • Anfang Oktober 2020 infizierte sich Donald Trump mit dem Coronavirus.
  • Der ehemalige Präsident der USA verließ das Krankenhaus anschließend nach kürzester Zeit.
  • Alle Hintergrundinformationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Washington D.C. – Donald Trump hat Zeit seiner Amtszeit viel dafür getan, die Gefahren des Coronavirus herunterzuspielen. Als am 1. Oktober 2020 bekannt wurde, dass sich der damalige US-Präsident selbst mit dem Erreger angesteckt hatte, spekulierte die Welt über seinen Gesundheitszustand, während das Umfeld des Republikaners beschwichtigte. Nun dringen Informationen an die Öffentlichkeit, wonach Trump wohl doch ernster erkrankt gewesen sein soll.

Als Donald Trump am 5. Oktober 2020, nur drei Tage nach seiner Einweisung in das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, triumphierend auf dem Balkon des Weißen Hauses medienwirksam die Maske vom Gesicht zog und salutierte, vermittelte der zu dieser Zeit amtierende Präsident der USA einen Eindruck der Unverwundbarkeit. Während hunderttausende Bürgerinnen und Bürger der USA tagelang auf der Intensivstation beatmet werden mussten oder gar ihr Leben verloren, so schien es, kam der Präsident mit einem vergleichsweise glimpflichen Krankheitsverlauf davon.

Donald Trump will nach Krankenhausaufenthalt mit Superman-Kostüm auftreten

Donald Trump selbst war so beeindruckt von der eigenen körperlichen Konstitution, dass er ernsthaft überlegt haben soll, ein Superman-Kostüm unter seinem Anzug zu tragen, welchen er sich effektvoll vom Leib zu reißen gedachte. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner empfanden Trumps selbstbewussten Auftritt als einen Affront gegenüber den vielen schwer von Corona betroffenen Menschen, die Freunde, Familienmitglieder oder ihr eigenes Leben verloren hatten. Und doch war der Auftritt sorgsam kalkuliert, Trump wollte seinem Mantra Ausdruck verleihen, wonach das Coronavirus nicht schlimmer sei als eine Grippe.

Donald Trump spielt Corona-Pandemie trotz besseren Wissens wochenlang herunter

Auch wenn Donald Trump im Gespräch mit Bob Woodward frühzeitig zugegeben hatte, um die wahre Gefahr der Corona-Pandemie zu wissen, spielte er den Ernst der Situation lange herunter. Er begründete dies später damit, als „Cheerleader der USA“ eine Panik verhindert haben zu wollen. Die teilweise heftigen Reaktionen, die anschließend vor allem aus den Reihen der Demokraten erklangen – Joe Biden beispielsweise hatte ihm die Inkaufnahme von zehntausenden Todesfällen angelastet – schienen den Präsidenten in seiner Meinung unbeirrt zu lassen.

Donald Trumps Corona-Infektion war offenbar schwerer als bisher bekannt. (Archivfoto)

In seinem Umfeld blieb das Tragen einer Maske weiterhin verpönt, was zu einer Vielzahl von Ansteckungen im Weißen Haus führte. Joe Biden brachte das dazu, seinen zum „Hotspot“ gewordenen zukünftigen Amtssitz vor seinem Einzug gründlich desinfizieren zu lassen. Donald Trump seinerseits machte Angehörige von Kriegsopfern für seine eigene Erkrankung verantwortlich. Seine Wahlkampfveranstaltungen blieben anschließend weitestgehend frei von getragenen Masken und Mindestabständen. Eine Studie der Stanford University in Kalifornien ergab, dass mehr als 700 durch Corona bedingte Todesfälle direkt auf diese Veranstaltungen zurückzuführen waren, ebenso eine Erhöhung der Inzidenz an den Austragungsorten seiner Auftritte um 250 Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Donald Trump soll kurz davor gestanden haben, beatmet werden zu müssen

Selbst wird Trump für 40 Prozent aller Corona-Falschmeldungen in den USA direkt verantwortlich gemacht, seinen führenden Pandemieexperten Anthony Fauci hatte er mehrfach öffentlich vorgeführt und ihn als Demokraten bezeichnet, der die Lage im Land absichtlich überzeichne. In einem ausführlichen Beitrag und unter Berufung auf verschiedene Quellen aus dem direkten Umfeld von Donald Trump und des Walter Reed National Military Medical Centers berichtet die „New York Times“ jetzt, dass Trump auch die eigene Erkrankung erheblich verharmlost haben soll.

Demnach habe Donald Trump extrem niedrige Blutsauerstoffwerte aufgewiesen und kurz davor gestanden, beatmet werden zu müssen. Außerdem hätten Anzeichen für ein Lungenproblem im Zusammenhang mit einer durch das Coronavirus verursachten Lungenentzündung vorgelegen. Der damalige Präsident der USA habe mit Lungeninfiltraten zu kämpfen gehabt, also an Flüssigkeiten oder Bakterien, die in das biologische Gewebe des Organs eingedrungen waren.

USA: Medizinisches Team soll Zustand von Donald Trump heruntergespielt haben

Am 2. Oktober soll Donald Trump mit schwerwiegenden Atemproblemen und Fieber in die Klinik eingeliefert worden sein. Quellen aus dem Walter Reed National Military Medical Center selbst berichten von einem „besorgniserregenden Zustand“, in dem sich der damalige Staatschef befunden haben soll. Sein medizinisches Team um Leibarzt Dr. Sean P. Conley soll Bedenken im Abstimmung mit Trump absichtlich heruntergespielt haben, um dessen Narrativ vom starken Mann und schwachen Virus nicht zu gefährden.

Noch vor seiner Einlieferung soll Donald Trump im Weißen Haus ein Medikament verabreicht bekommen haben, das das Biotechnologieunternehmen Regeneron Pharmaceuticals entwickelt hatte und für das zu dieser Zeit noch keine Freigabe durch die Gesundheitsbehörden in den USA vorlag. Nach seiner Verlegung nach Bethesda soll Trump mit dem Steroid Dexamethason behandelt worden sein, das üblicher Weise nur bei Corona-Patienten eingesetzt wird, die einen schweren oder kritischen Krankheitsverlauf aufweisen – vor allem bei jenen also, die eine mechanische Beatmung oder zusätzlichen Sauerstoff benötigen.

Donald Trump mit verschiedenen Medikamenten und einem Steroid behandelt

Zusätzlich sei eine fünftägige Kur mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir eingesetzt worden, welches eigentlich für den Einsatz gegen Ebola und das Marburgfieber entwickelt worden war. Die Wirkung des Arzneistoffes in der Therapie von an Corona erkrankten Patientinnen und Patienten gilt als umstritten. Seit Mitte 2020 wird der Wirkstoff in Europa, Japan und den USA unter der Marke Veklury vertrieben.

Noch am Tag seiner Entlassung soll Donald Trump Probleme mit dem Atmen gehabt haben. Ärzte hatten festgestellt, dass Trump, als er auf dem Balkon des Weißen Hauses dem Hubschrauber salutierte, mit dem er zurückgeflogen worden war, beim Atmen seine Nackenmuskeln eingesetzt hatte. Dies gilt in unter Medizinerinnen und Medizinern als ein klares Zeichen dafür, dass die Lunge nicht genug Sauerstoff aufnimmt. Donald Trump selbst begann bereits kurz darauf, eine Kanonade von Einzeilern in Versalien auf Twitter abzufeuern. Ein Nutzer der Plattform kommentierte zu dieser Zeit: „Trump auf Steroiden. Wortwörtlich.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Pete Marovich/AFP

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