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Amtsübernahme in den USA

Donald Trump hinterlässt Joe Biden ein Chaos im Weißen Haus - selbst die Tür war verschlossen

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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  • Marcel Richters
    Marcel Richters
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Donald Trump hat Joe Biden den Einzug ins Weiße Haus so schwer wie möglich gemacht. Selbst das Personal schickte er weg.

  • Joe Biden hat nach dem Amtsantritt als US-Präsident mit vielen Problemen zu kämpfen. Vor allem die Corona-Krise lastet dem neuen Präsidenten der USA schwer auf den Schultern.
  • Donald Trump und seine Ehefrau Melania Trump sollen kurz vor ihrem Abschied noch das ganze Personal nach Hause geschickt haben.
  • Trump-News: Alle Informationen zu dem scheidenden US-Präsidenten auf unserer Themeseite.

Update vom Samstag, 23.01.2021, 12.40 Uhr: Kurz bevor Joe Biden gemeinsam mit seiner Frau Jill Biden die Präsidentenwohnung im Weißen Haus bezog und sich in den Räumlichkeiten einrichtete, hatten Donald Trump und seine Frau Melania ihrer Nachfolge offenbar noch einen Bärendienst erwiesen.

Wie die US-Zeitung National Journal berichtet, sollen Melania Trump und ihr Ehemann Donald Trump die Butler und Hausangestellten des Weißen Hauses weggeschickt haben. „Die Trumps schickten die Butler nach Hause als sie gingen, damit niemand da war, der den Bidens beim Einzug helfen konnte“, so ein Offizieller gegenüber der US-Zeitung.

Donald Trump und Melania feuern Personal im Weißen Haus

Zu den abwesenden Bediensteten gehörten demnach auch der „Platzanweiser“ Timothy Harleth. Er war vor vier Jahren von Melania Trump, nachdem sie mit ihrem Sohn Barron Trump von New York nach Washington D.C. gezogen war, eingestellt worden. Nun wurde Harleth wieder gefeuert - von den Trumps und nicht, wie zunächst berichtet worden war, von den Bidens.

Doch als ob das nicht genug gewesen sei, fanden sich Joe und Jill Biden bei ihrer Ankunft vor dem Weißen Haus offenbar auch ausgesperrt vor. Ein Youtube-Video zeigt die Beiden, wie sie ungewöhnlich lange vor der Tür des Eingangs stehen, die dann schließlich von innen geöffnet wird. „Es ist eine schwere Protokollverletzung, wenn ein US-Präsident vor einer verschlossenen Tür im Weißen Haus steht“, sagte eine Experte gegenüber dem National Journal.

Der Grund für die verschlossene Tür dürfte der Rauswurf Harleths gewesen sein. „Das dürfte der Grund für die verschlossene Tür gewesen sein. Die Türen werden von den Platzanzweisern geöffnet und geschlossen. Das Biden-Team konnte nicht wissen, dass niemand von denen da war. Es gibt sehr feste Regeln für diese Dinge.“

Time Magazine zeigt Joe Biden im Weißen Haus inmitten vom Chaos Donald Trumps

Update vom Freitag, 22.01.2021, 16.25 Uhr: Auch das Time Magazine hat in seiner neusten Ausgabe die Nachwehen der Amtsübergabe von Donald Trump an Joe Biden zum Thema. Insbesondere bei der Gestaltung des Covers haben sich die Macher:innen des Magazins Mühe gegeben. Zu sehen ist das „Oval Office“, das Büro des US-Präsidenten, in dem sich Aktenberge stapeln, der Schreibtisch und die Gardinen sind mit Farbe beschmiert und teils zerrisen. Auf dem Boden sind lose Blätter verstreut, ein Megafone liegt dazwischen. Im Hintergrund ist ein nachdenklicher Joe Biden zu sehen, der aus dem Fenster auf ein bedrohlich orange-rot schimmerndes Abendlicht schaut.

Nur zwei Worte sind auf dem Cover des Time Magazine vom 01. und 08. Februar 2021 zu sehen: „Day One“ – Tag eins. Eine unmissverständliche Botschaft die aussagt, welches Chaos Donald Trump seinem Amtsnachfolger Joe Biden hinterlassen hat. Das Cover stammt vom Künstler Tim O‘Brien. Dieser hatte schon das Cover einer Time-Ausgabe im August 2020 gestaltet. Darauf war ein schwimmender Trump zu sehen, umgeben von Seeminen, die stark an Coronaviren erinnerten.

Das Weiße Haus nach Donald Trump: Joe Biden steht vor einem Scherbenhaufen

Erstmeldung vom Freitag, 22.01.2021, 11.58 Uhr:Washington D.C. – Joe Biden hat sich schon am ersten Tag in seinem neuen Amt in die Arbeit gestürzt. Allein 17 Verfügungen unterzeichnete der neue Präsident der USA binnen weniger Stunden nach seiner Amtseinführung. „Wir können nicht warten, wir müssen gleich mit der Arbeit anfangen“, sagte Biden kaum zwei Stunden nach seiner Ankunft im Weißen Haus. Und nachdem er auf einen Schlag gleich zahlreiche Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump rückgängig gemacht hat, will Biden das Tempo auch in den kommenden Tagen nicht drosseln.

Das ist angesichts der Vielzahl an Problemen wohl auch dringend nötig. Vor allem die von einem Vorhänger Donald Trump weitgehend ignorierte Corona-Pandemie lastet schwer auf den Schultern von Joe Biden. So hat ausgerechnet an Bidens erstem vollständigen Arbeitstag im Weißen Haus die Zahl der Covid19-Sterbefälle einen neuen Höchststand erreicht. Das „Covid Tracking Project“ verzeichnete für den 21. Januar 2021 insgesamt 4409 Todesfälle (die Daten der Johns Hopkins Universität weichen leicht davon ab).

Joe Biden prangert Versäumnisse von Donald Trump an

Deshalb hat Joe Biden gleich nach seiner Amtsübernahme eine Abkehr vom Kurs seines Vorgängers und einen entschiedenen Kampf gegen das Coronavirus eingeleitet – und gleichzeitig die Versäumnisse der Regierung unter Donald Trump angeprangert. Biden verwies auf die inzwischen mehr als 400.000 Corona-Toten in den USA, die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Die USA seien nicht „über Nacht“ in diese Situation geraten. „Im vergangenen Jahr konnten wir uns nicht auf die Regierung verlassen, um mit der notwendigen Dringlichkeit, Konzentration und Koordinierung zu handeln“, sagte Biden. „Und wir haben die tragischen Kosten dieses Scheiterns gesehen. Es wird Monate dauern, bis wir die Kurve kriegen.“

Donald Trump hat Joe Biden offenbar einen Scherbenhaufen hinterlassen. (Archivfoto)

Bidens Kommunikationsdirektorin Kate Bedingfield beklagte im Nachrichtensender CNN Versäumnisse der Trump-Regierung bei der Planung der Impfstoff-Verteilung. Es habe „nicht sehr viele Details“ gegeben. Und auch der neue Covid-19-Koordinator von Joe Biden zeigte sich entsetzt: „Was uns die Regierung Trump hinterlassen hat, ist sehr viel schlimmer, als wir uns das hätten vorstellen können“, sagte Jeff Zients am Mittwoch (20.01.2021), „Wir haben nicht die erhofften Einblick in Angebot und Zuteilung erhalten.“

Mittwoch, 21.01.2021 184.864 Corona-Neuinfektionen3889 Todesfälle
Dienstag, 20.01.2021 185.822 Corona-Neuinfektionen4409 Todesfälle
Montag, 19.01.2021 144.047 Corona-Neuinfektionen2141 Todesfälle
Sonntag, 18.01.2021150.220 Corona-Neuinfektionen1395 Todesfälle
Samstag, 17.01.2021186.270 Corona-Neuinfektionen2053 Todesfälle
Freitag, 16.01.2021216.478 Corona-Neuinfektionen3709 Todesfälle
Donnerstag, 15.01.2021243.996 Corona-Neuinfektionen3679 Todesfälle
Quelle: Covid Tracking Project

Joe Biden stellt Aktionsplan im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor

Eine Besserung ist vorerst jedenfalls nicht in Sicht. Wahrscheinlich werde die Zahl der Corona-Toten im Februar eine halbe Million erreichen, sagte Joe Biden weiter. „Die Dinge werden sich weiter verschlechtern, bevor es besser wird“, mahnte er und versprach zugleich: „Wir werden das durchstehen.“

Gleichzeitig stellte Joe Biden im Weißen Haus einen rund 200 Seiten langen Aktionsplan im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu einen Tag nach seinem Amtsantritt zehn Direktiven, die eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten. Vor allem will der neue Präsident die schleppende Impfkampagne beschleunigen und hat das Ziel ausgerufen, in seinen ersten 100 Tagen mindestens 100 Millionen Impfdosen verabreichen zu lassen - bisher sind es erst gut 16 Millionen.

Die Pläne von Joe Biden sind ehrgeizig. Aber der 78-Jährige weiß nur zu gut, dass er am Erfolg oder Misserfolg im Kampf gegen Corona gemessen wird. „Er wacht jeden Tag auf und konzentriert sich auf das Problem, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen“, sagte Bidens Pressesprecherin Jen Psaki. „Er geht jeden Abend ins Bett und konzentriert sich auf das Problem, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen“, beteuerte sie.

Donald Trump ist fort, nun macht seine Arbeit ein anderer. (Archivfoto)

Corona in den USA: Donald Trump hat nichts getan, um die Menschen über die ernste Lage aufzuklären

Doch offen bleibt, ob all die Maßnahmen auch überall ankommen werden. Denn Donald Trump und seine Regierung haben ein Jahr lang nichts getan, um die Menschen in den USA über die ernste Lage aufzuklären – und das, obwohl seit den Woodward-Tapes bekannt ist, dass Trump schon früh wusste, wie gefährlich Sars-CoV-2 wirklich ist.

Gegen den Irrglauben, das Coronavirus sei nicht real, sondern nur eine Erfindung der Demokraten, der Antifa und/oder der Kommunisten, hat Donald Trump jedenfalls nie etwas getan. Joe Biden und sein Corona-Team müssen deshalb erst einmal versuchen, auch an dieser Front überzeugende Aufklärungsarbeit zu leiten. Das dürfte schwer genug werden. Vielleicht ist es auch gar nicht mehr möglich. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © ALEX BRANDON via www.imago-images.de

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