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Donald Trump: Fans hoffen auf Comeback – gemeinsam mit JFK Jr.

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Von: Lukas Rogalla

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Anhänger:innen von Donald Trump jubeln bei einer Rede des ehemaligen US-Präsidenten in Florence im Bundesstaat Arizona.
Anhänger:innen von Donald Trump jubeln bei einer Rede des ehemaligen US-Präsidenten in Florence im Bundesstaat Arizona. © Ross D. Franklin/dpa

Fans von Donald Trump gehen davon aus, dass er bald erneut US-Präsident wird. Sein Vize soll John F. Kennedy Junior werden – der seit mehr als 20 Jahren tot ist.

Florence – Ein neues Jahr hat begonnen, die USA sind wieder im Wahlfieber. Bei den sogenannten Midterms, die zwischen zwei Präsidentschaftswahlen stattfinden, kommt es zur Wahl von Abgeordneten für den Kongress, sowohl für das Repräsentantenhaus als auch für den Senat. Zudem wird in mehreren Bundesstaaten über den Gouverneur oder die Gouverneurin abgestimmt.

Die Wahlen veranlassen Donald Trump dazu, wieder auf Tour zu gehen. Was offiziell als Wahlkampf für die Kandidatinnen und Kandidaten der Republikaner gedacht ist, wirkt eher wie Wahlkampf für sich selbst – und eine mögliche Vorschau auf 2024. Seine Fans hätten gegen eine erneute Kandidatur als Präsident sicher nichts einzuwenden. Einige träumen sogar von einem Doppel-Comeback – zusammen mit einem längst Verstorbenen.

Donald Trump: Fans hoffen auch Comeback – zusammen mit John F. Kennedy Jr.

Ray Kallatsa will Donald Trump „definitiv“ wieder im Wahlkampf sehen, wie der Fan des Republikaners dem Nachrichtenportal Politico sagte. Doch wer sollte der nächste Vizepräsident unter Trump werden? Infrage kommen derzeit Floridas Gouverneur Ron DeSantis, der ehemalige Außenminister Mike Pompeo oder der einstige Berater für Nationale Sicherheit, Mike Flynn. Doch Kallatsa hat eine ganz andere Idee: „JFK Jr.“, sagte er im Vorfeld eines Auftritts von Donald Trump in Arizona.

Damit bezieht er sich auf John F. Kennedy Junior. Der Sohn des 35. US-Präsidenten kam 1999 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. „Ich will nicht zu sehr wie ein Verschwörungstheoretiker klingen, aber er kehrt zurück. Er soll sich am 17. offenbaren, wenn er wirklich noch am Leben ist. Ich denke, wir werden ihn sehen.“ Entgegen den Erwartungen vieler Trump-Fans vor Ort hat sich John F. Kennedy Junior an diesem Tag in Arizona nicht gezeigt.

Die Vorstellung, dass der längst verstorbene JFK Jr. Vizepräsident unter Trump werden soll, hatte bei dem Event nicht nur Ray Kallatsa. Ein Mann in einem roten T-Shirt sei dort zu sehen gewesen. Darauf abgebildet waren demnach die Gesichter von Donald Trump, Kennedy und Kennedy Junior. Michael Protzman, eine bekannte Persönlichkeit der QAnon-Szene in Texas und Verfechter der Theorie, dass JFK Jr. zusammen mit seinem Vater zurückkehren wird, wurde ebenfalls auf der Tribüne gesichtet.

Donald Trump: Wirre Verschwörungstheorien bei Auftritt in Arizona

Dass man auf einem Trump-Event vielen Verschwörungstheoretiker:innen begegnen kann, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Doch wieso soll John F. Kennedy Junior noch am Leben sein und obendrein Vizepräsident werden? In der QAnon-Szene scheint der Glaube zu herrschen, dass der Kennedy-Sohn ein heimlicher Unterstützer Donald Trumps im sogenannten „Deep State“ ist. Nach Ansicht vieler Rechter in den USA agiert der Deep State im Geheimen an den Regierungen vorbei und setzt sich vor allem aus liberalen Eliten zusammen. Donald Trump ist dieser Theorie zufolge der Auserwählte, den Deep State zu stürzen.

Um die Kennedy-Familie ranken sich schon seit Jahrzehnten etliche Verschwörungstheorien. Auf dem Online-Messageboard 8Chan, wo die QAnon-Bewegung entstand und wuchs, gab sich 2018 jemand als John F. Kennedy Junior aus. Im Anhang eines Beitrags wurde ein Bild geteilt, das Kennedy zusammen mit Donald Trump zeigt. Seitdem gilt Kennedy Jr. als zentrale Figur in der QAnon-Verschwörungstheorie. Dass er seit 20 Jahren tot ist, scheint niemanden zu interessieren. Manchmal treffen sich QAnon-Leute an der Dealey Plaza in Dallas, wo der ehemalige Präsident Kennedy im Jahr 1963 durch zwei Schüsse getötet wurde.

QAnon: Anhänger:innen sehen verstorbenen JFK Jr. bei Trump-Event

Der QAnon-Influencer Michael Protzman war mit seiner eigenen Anhängerschaft von Dallas nach Arizona gereist. Im Vorfeld hatte er bedeutsame Enthüllungen angekündigt. Er behauptete, JFK Jr. habe die Gestalt Trumps angenommen. Anlass für diese Theorie? Der Mann auf der Bühne, der aussieht wie Trump, sei kleiner als sonst.

Viele, die den Auftritt von Trump in Arizona online mitverfolgten, meinen zudem, John F. Kennedy Jr. und dessen Frau (die beim selben Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war) im Publikum gesehen zu haben. Andere glaubten, sie sahen die verstorbenen Tupac und Kobe Bryant. Womöglich könnte sich die Rückkehr von Kennedy Jr., zusammen mit Donald Trump, etwas verzögern. Bis zur nächsten Präsidentschaftswahl ist es schließlich noch etwas hin. (lrg)

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