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Donald Trump von Journalist Bernstein als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet.
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Donald Trump von Journalist Bernstein als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet.

USA

Donald Trump „ist unser eigener amerikanischer Kriegsverbrecher“

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Der bekannte US-Journalist Carl Bernstein spricht in einem Interview mit CNN über Donald Trumps Politik und seine „Verbrechen am amerikanischen Volk“.

Atlanta ‒ „Er ist unser eigener amerikanischer Kriegsverbrecher.“ Diese Worte wählte der US-amerikanische Journalist Carl Bernstein in einem Gespräch mit CNN über den ehemaligen Präsidenten der USA, Donald Trump. Der CNN-Chefkorrespondent Brian Steller wirkte überrascht und fragte Bernstein, ob er tatsächlich meinte, was er sagte, wenn er von Kriegsverbrechen spreche - und das tat er.

Der US-Journalist ist bekannt für seine klaren, unzensierten Worte. Er erklärte in der CNN-Talkshow „Reliable Sources“ am Sonntag (25.07.2021) es wäre Zeit, in aller Ruhe einen Schritt zurückzutreten und Donald Trump in einem anderen Kontext zu betrachten: nicht nur als ehemaligen US-Präsidenten, sondern als amerikanischen Kriegsverbrecher, denn seine Handlungen waren „Verbrechen gegen das amerikanische Volk“.

Donald Trump
Präsident der Vereinigten Staatenvon 2017 bis 2021
ParteiRepublikanische Partei
Geburtstag 14.06.1946 (75)

Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorien

Bernstein führt einige Beispiele für diese Verbrechen an und wählt zum Teil harte Worte. Unter anderem spricht der US-Journalist von der Corona-Politik der US-Regierung unter Donald Trump. Seine Entscheidungen könne man als „mörderische Fahrlässigkeit“ bezeichnen. Trumps wiederholte Verbreitung von Verschwörungstheorien und der „Großen Lüge“, dass die Präsidentschaftswahl 2020 von Präsident Joe Biden gestohlen wurde, zeugten von einer wahnhaften Störung, die die USA noch von keinem anderen Präsidenten in der Geschichte erlebt hätten. Außerdem erklärt Carl Bernstein, Trumps Rolle beim Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 sei besorgniserregend.

Carl Bernstein: Donald Trump habe Verbrechen an der amerikanischen Bevölkerung begangen

In Bezug auf den Aufstand im Kapitol merkte Bernstein dann noch an, dass der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, General Mark Milley, Donald Trumps Rhetorik mit der von Adolf Hitler verglichen haben soll. Der General zeige sich Medienberichten zufolge besorgt, dass Trumps unbegründete Behauptungen über Wahlbetrug zu einem möglichen „Reichstagsmoment“ führen könnten. Nicht Journalist:innen hätten die Handlungen des ehemaligen US-Präsidenten in Bezug auf das Schüren eines Putsches, um im Amt zu bleiben, mit dem Dritten Reich verglichen, sondern ein hohes Tier des amerikanischen Militärs, betonte Bernstein. Und das solle ein lauter Weckruf für die USA sein und Anlass, Donald Trump in einem anderen Kontext zu betrachten.

Carl Bernstein rechtfertigte seine Bezeichnung Trumps als „Kriegsverbrecher“ damit, dass das internationale Recht unter Kriegsverbrechen auch „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zähle. Trumps Handlungen als Präsident der Vereinigten Staaten seien Verbrechen, die er im eigenen Land, an seinem eigenen Volk begangen habe. Darunter fielen laut Bernstein eben unter anderem die „Zehntausenden von Menschen, die wegen seiner mörderischen Fahrlässigkeit in der Pandemie gestorben sind, indem er seine eigenen Wahlinteressen über die Gesundheit unseres Volkes stellte.“

„Trumps schlimmstes Verhalten“: Watergate-Journalist Bernstein nimmt kein Blatt vor den Mund

Es ist nicht das erste Mal seit der Präsidentschaftswahl im November 2020, dass sich Carl Bernstein zu Donald Trumps „Großer Lüge“ und den Verschwörungstheorien bezüglich eklatanten Wahlbetrugs zu Wort meldet. Der Journalist gewann weltweite Bekanntheit, als er 1972 gemeinsam mit Bob Woodward den „Watergate“-Skandal aufdeckte. Der Enthüllungsjournalist wurde für die Recherchen mit seinem Kollegen Woodward mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und gilt in politischen Kreisen der USA nach wie vor als bestens vernetzt. Im November 2020 deckte der Watergate-Journalist die Ablehnung gegenüber Donald Trump im amerikanischen Senat auf: Auf Twitter benannte Bernstein 21 Senatorinnen und Senatoren aus den Reihen der Republikanischen Partei, die ihm gegenüber in privaten Gesprächen „wiederholt extreme Verachtung“ für Donald Trump gezeigt haben sollen.

Der legendäre Watergate-Journalist Carl Bernstein bezeichnet Donald Trump in einem CNN-Interview als „amerikanischen Kriegsverbrecher, wie wir noch keinen erlebt haben“. (Archiv)

Schon kurz nach der US-Wahl 2020 fand Bernstein deutliche Worte für das Verhalten des ehemaligen US-Präsidenten und nahm die Senatsmitglieder in die Pflicht. Er sagte: „Mit wenigen Ausnahmen hat ihr scharfsinniges öffentliches Schweigen dazu beigetragen, Trumps schlimmstes Verhalten zu ermöglichen - einschließlich der Untergrabung und Diskreditierung des Wahlsystems in den USA.“ (iwe)

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