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Trump äußert sich zu FBI-Razzia – und richtet Vorwürfe an Obama

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Von: Vincent Büssow

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Nach der FBI-Razzia bei Donald Trump versucht dieser, mit Vorwürfen an Obama abzulenken. Eine US-Behörde geht dazwischen.

Washington D.C. – Donald Trump steht seit dem Ende seiner Amtszeit erheblich unter Druck. Neben den Anhörungen zum Sturm auf das Kapitol, bei denen der ehemalige Präsident eine zentrale Figur ist, sorgt nun eine Razzia des FBI in Trumps Florida-Residenz Mar-a-Lago für Aufsehen. Die Agenten konnten am Montag (8. August) verschiedene Dokumente beschlagnahmen, die als streng geheim klassifiziert sind. In seiner Kommunikation infolge des Skandals fällt Trump jetzt in alte Muster zurück – bekommt jedoch Gegenwind von offizieller Seite.

Das FBI hätte nur nach den Dokumenten fragen müssen, statt eine Razzia durchzuführen, kommentierte Trump auf seiner selbst gegründeten Plattform Truth Social. Diese ist nur mit einer Telefonnummer der USA zugängig, wobei unter anderem das Portal Independent Trumps Äußerungen wiedergab. Außerdem behauptete der Ex-Präsident, dass die beschlagnahmten Unterlagen nicht der Geheimhaltung unterlägen. Dieser Aussage steht die Veröffentlichung des Untersuchungsbefehls entgegen, in dem mehrere vertrauliche sowie als streng geheim klassifizierte Dokumente aufgelistet sind. Der Fokus von Trumps Kommunikation infolge der Durchsuchung liegt allerdings an anderer Stelle

Donald Trump
Nachdem das FBI geheime Dokumente im Anwesen von Donald Trump beschlagnahmt hat, macht dieser seinem Vorgänger Obama Vorwürfe derselben Art. (Archivbild) © Julia Nikhinson/dpa

Trump äußert sich zu FBI-Razzia: Vorwürfe an Obama

„Ich frage erneut, was mit den 33 Millionen Seiten passiert ist, die von Präsident Obama nach Chicago mitgenommen wurden“, schrieb Trump. Diese Unterstellung einen Tag nach der Razzia sollte nicht die letzte ihrer Art bleiben. In der folgenden Woche wiederholte der Ex-Präsident immer wieder, dass sein Vorgänger beim Machtwechsel angeblich geheime Unterlagen behalten hätte. „Wie viele davon betrafen Atomwaffen?“, fragte Trump am Freitag und lieferte die Antwort gleich mit: „Viele, heißt es!“ Tatsächlich sollen sich die Dokumente, welche das FBI in Mar-a-Lago gesucht hat, mit Atomwaffen beschäftigen. Dies berichtete die Washington Post am Donnerstag unter Berufung auf anonyme Quellen.

NameDonald John Trump
Geburtsdatum14. Juni 1946
GeburtsortQueens, New York City, USA
BerufUnternehmer, Entertainer und Politiker
ParteiRepublikaner

Trumps Ablenkungsversuch nach FBI-Razzia: US-Behörde stellt Falschaussage richtig

Diesem Ablenkungsversuch wurde mittlerweile von offizieller Seite entgegengewirkt. Die nationale Archivverwaltung der USA, die sich um die dokumentarischen Hinterlassenschaften der Präsidenten kümmert, veröffentlichte am Freitag ein Statement zu dem Thema. Die „etwa 30 Millionen Seiten“ werden dabei aufgegriffen, wobei die Behörde klarstellt, dass sie diese in der Region um Chicago „exklusiv aufbewahrt“. Der ehemalige Präsident Barack Obama habe „keine Kontrolle“ über die Lagerung der Unterlagen, die im Übrigen nicht der Geheimhaltung unterliegen.

Wie bereits zu seiner Amtszeit interessierte sich Trump wenig für die offizielle Richtigstellung. Nur Minuten nach dem Statement der Archivbehörde wiederholte er seine Vorwürfe, wie die Washington Post meldete. Ein Vorgeschmack darauf, was bei einer erneuten Präsidentschafts-Kandidatur von Trump zu erwarten ist. (vbu)

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