Donald Trump und der „Fake-Obama“ in einem Wahlkampfvideo 2012.
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Donald Trump und der „Fake-Obama“ in einem Wahlkampfvideo 2012.

US-Wahl 2020

Donald Trump engagierte Obama-Schauspieler für Video-Aufnahmen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen erzählt von Trumps Hass auf Barack Obama. Er engagierte sogar einen Schauspieler, um „Obama“ zu demütigen.

  • Michael Cohen, der ehemalige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, veröffentlicht ein Buch.
  • Cohen erzählt von Trumps Hass gegen den ehemaligen Präsidenten Barack Obama.
  • Trump engagierte einen Schauspieler, um „Obama“ in einem Video erniedrigen zu können.

New York - Michael Cohen vertrat Donald Trump jahrelang in rechtlichen Angelegenheiten. Bis vor kurzem saß der Anwalt wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress im Gefängnis. Ein neues Buch von Cohen geht nun auf Trumps Verachtung gegenüber dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ein. Sein Hass hat Trump sogar so weit gebracht, dass er einen Schauspieler engagierte. Der musste in die Rolle Obamas schlüpfen und sich schließlich von Trump demütigen und feuern lassen.

Michael Cohen: Donald Trump engagierte einen Schauspieler, um Barack Obama zu erniedrigen

Das Buch „Disloyal: A Memoir“, das am Dienstag, den 8. September, erscheinen wird, erwähnt den Namen des Schaupielers für Obama zwar nicht, zeigt jedoch ein Foto der Szene. Man sieht, wie Donald Trump hinter einem Schreibtisch sitzt. Gegenüber von ihm sitzt ein afroamerikanischer Mann mit einem Flaggen-Pin der USA an seinem Anzug. Auf dem Schreibtisch liegen zwei Bücher, eins mit Obamas Namen in großen Buchstaben.

Im Internet kursiert sogar das fertiggestellte Video. Es wurde 2012 für den Parteitag der Republikaner produziert, jedoch nie ausgestrahlt. In Anlehnung an seine eigene Reality-Sendung „The Apprentice“, in der am Ende jeder Episode ein Kandidat gefeuert wird, verurteilt Donald Trump die vermeintlich katastrophalen Leistungen Obamas in seinen ersten vier Jahren als Präsident.

Michael Cohen: Donald Trump verabscheut Barack Obama

Zu Gast in seinem Büro im Trump Tower, werden dem falschen Obama die hohen Schulden und eine gestiegene Arbeitslosigkeit in den USA angelastet. Zudem betont Trump, wie viel Zeit Obama mit Golf verschwende und kritisiert seine Fähigkeiten. Mit dramatischen Schnitten und kuriosen Soundeffekten stellt er den ehemaligen Präsidenten bloß. Zum Ende des Videos spricht Trump die Worte: „Präsident Obama, Sie sind gefeuert.“ Zu Gesicht bekommt man „Faux-Bama“ im Video allerdings nie. Man kann lediglich seine dunkle Hautfarbe erkennen.

Donald Trump parodiert seine Sendung „The Apprentice“ und „feuert“ Barack Obama

Michael Cohen wirft Trump im Buch vor, ein Rassist zu sein. Zwar habe er nie das „N-Wort" benutzt, mache jedoch von anderer anstößigen Sprache Gebrauch.

Nachdem Barack Obama 2008 zum Präsidenten gewählt wurde, soll Trump sich folgendermaßen ausgelassen haben: „Nenne mir ein Land, das von einer schwarzen Person geführt wird, das kein Drecksloch ist [...] Es sind alles vollkommene Toiletten.“ Über Nelson Mandela soll er gesagt haben: „Mandela hat im ganzen Land Schei*e gebaut. Jetzt ist es ein Drecksloch. Schei* auf Mandela. Er war kein Anführer.“ Mexikaner bezeichnete Trump als Kriminelle und Vergewaltiger. „Ich werde nie die Stimme der Latinos bekommen“, soll er Cohen erzählt haben. „Wie die Schwarzen sind sie einfach zu dumm, um für Trump zu stimmen. Sie sind nicht meine Leute."

Michael Cohen wirft Donald Trump vor, ein Rassist zu sein

Donald Trump war zudem jahrelang an der Verbreitung der rassistischen „Birther“-Verschwörungstheorie beteiligt, die behauptet, dass Barack Obama nicht in den USA, sondern in Kenia geboren sei. Demnach sei er nicht für das Amt des Präsidenten berechtigt. Mehrmals forderte Trump ihn auf, seine Geburtsurkunde vorzuzeigen, was Obama 2016 schließlich tat. Auch gegen Joe Bidens Vize-Kandidatin im US-Wahlkampf 2020, Kamala Harris, gab es ähnliche Vorwürfe.

Michael Cohen verurteilt außerdem die Medien in ihrer Rolle beim Wahlerfolg Donald Trumps 2016. Sie seien auf seine aufmerksamkeitserregenden Strategien hereingefallen. „Trumps Präsidentschaft ist ein Produkt der kostenlosen Medien. [...] Wahlkampf-Auftritte live, Tweets, Pressekonferenzen, idiotische Interviews, 24/7 intensive Berichterstattung. All das, ohne einen Penny auszugeben. Die kostenlosen Medien haben Amerika Trump gegeben", kritisiert Cohen. lrg

Donald Trump verlängert ein Verbot der Ölbohrungen in Florida. Da es der bisherigen Energiepolitik des Präsidenten widerspricht, vermutet Joe Biden ein Wahlkampfmanöver hinter Trumps vorgehen.

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