Barack Obama bei der Beerdigung des US-Bürgerrechtlers John Lewis. Donald Trump war nicht anwesend.
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Barack Obama bei der Beerdigung des US-Bürgerrechtlers John Lewis. Donald Trump war nicht anwesend.

Ex-Präsident teilt aus

Barack Obama zieht Vergleich zwischen Donald Trump und dem Dritten Reich

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Barack Obama ist mitten im Wahlkampf. Der Ex-Präsident sammelt Spenden für Joe Biden und übt harsche Kritik an Donald Trump.

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Freunde waren sie noch nie und werden sie in diesem Leben wohl auch nicht mehr: Barack Obama, 44. Präsident der USA, und sein Nachfolger im Amt: Donald Trump. Die Jahre andauernde Fehde hat nun Obama um ein Kapitel bereichert.

Der 58 Jahre alte Ex-Präsident soll auf einer Veranstaltung für potenzielle Großspender der demokratischen Partei Donald Trump harsch angegangen sein. Trump versuche, die realen Nöte der Menschen „auszunutzen und in rassistischer, nativistischer und sexistischer Weise umzudeuten“.

Barack Obama erinnert an Missbrauchsvorwürfe gegen Donald Trump

Barack Obama erinnerte an die Vorwürfe der sexuellen Nötigung, die zahlreiche Frauen gegenüber Trump erheben. Sogar Vergleiche zwischen Donald Trump und dem Dritten Reich in Nazi-Deutschland soll Obama laut eines Berichts der „New York Times“ auf der Veranstaltung gezogen haben.

45. US-Präsident und 44. US-Präsident: Donald Trump (li.) und Barack Obama (Archivfoto).

Obama gehört zu den Lieblings-Feindbildern Trumps. Über 3.000 Mal erwähnte er dessen Namen auf Twitter. Ein einziges Mal nicht in Form von Kritik, persönlichen Angriffen und haltlosen Verschwörungstheorien, deren berühmteste die „Birther“-Theorie ist. Donald Trump gehörte jahrelang zu den lautesten Vertretern einer gegenstandslosen Behauptung, Barack „Hussein“ Obama sei gar nicht auf dem Staatsgebiet der USA geboren und deshalb laut Verfassung gar nicht berechtigt, Präsident der USA zu sein. Die Sache schaukelte sich in den Jahren vor Obamas Wahlsieg 2008 immer weiter hoch. Bis Obama wirklich seine Geburtsurkunde inklusive Geburtsort Honolulu, Hawaii, im Jahr 2011 veröffentlichte.

Donald Trump und die „Birther“ Theorie: Barack Obama holt zum Gegenschlag aus

Im selben Jahr holte Barack Obama auf dem legendären Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus zum Gegenschlag aus. Den anwesenden Donald Trump, damals nur Milliardär und Reality-TV Star, führte Obama von der Bühne aus nach allen Regeln der Kunst vor. Trump ertrug den Spott mit eiserner Miene. Viele Beobachter sind der Meinung, dass Trump an diesem Abend, auf dem Heimweg von Washington nach New York, endgültig den Entschluss fasste, US-Präsident zu werden.

Nachdem Donald Trump das erreicht hatte, ließ er die alte Fehde mit seinem Amtsvorgänger Obama alles andere als ruhen. Keine warmen Worte am sonst in den USA feierlich begangenen Tag der Amtsübernahme. Keine Einladung zur Enthüllung der Bilder des Präsidentenpaares, eine bis dato lange angewandte Tradition. Barack Obama, ganz der stilvolle Ex-Präsident, hielt sich mit Angriffen zurück. Keine direkte Kritik, nur indirekte Anspielungen, ohne je Trumps Namen zu nennen.

Donald Trump gegen Joe Biden: Barack Obama mischt sich ein

Doch nun scheint Obama die Zurückhaltung endgültig abgelegt zu haben. Bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen, die meisten als Videokonferenzen, kritisierte er Donald Trump scharf und machte Werbung für seinen einstigen Vizepräsidenten, Joe Biden.

Biden will Donald Trump im November 2020 bei den US-Wahlen schlagen. Barack Obama ist ihm bei dem Versuch bereits jetzt eine große Hilfe. Laut der „New York Times“ hat der in der demokratischen Partei wie in der amerikanischen Gesellschaft immer noch angesehene und einflussreiche Ex-Präsident in den vergangenen zwei Monaten 24 Millionen US-Dollar eingesammelt. Und das soll es längst nicht gewesen sein.

Barack Obama nutzt seinen Einfluss gegen Donald Trump

Weitere Spenden-Sammel-Aktionen Obamas sind geplant. Wie in der Vergangenheit wird er sich auch in Zukunft von prominenten Demokrat*innen unterstützen lassen, darunter Schauspieler George Clooney und Reid Hoffmann, Gründer der Internetseite Linkedin.

Bislang sieht es gut aus für Biden. Donald Trumps Herausforderer führt in allen wichtigen, so genannten Swing States. Und Zeit hat Obamas Vize auch noch ein bisschen. Die US-Wahl ist noch über drei Monate entfernt. Wenn Trump sie nicht doch noch verlegt bekommt. (Von Daniel Dillmann)

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