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Trump-Verhör im Live-TV – Sohn Eric prognostiziert „größte Show“

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Von: Christian Stör

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Donald Trump wird zur Aussage unter Eid vor dem Kongress vorgeladen. Sein Sohn fordert ein Spektakel - doch ob es dazu kommt, ist offen.

Washington, D.C. - Donald Trump machte sich über die ganze Sache nur lustig. Die Vorladung des Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol scheint ihn nicht weiter zu jucken. Bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag (22. Oktober) in Texas zog er die Arbeit des Ausschusses jedenfalls ins Lächerliche. Die Mitglieder hätten nichts gefunden, „außer einen großartigen Patrioten“. Das war die Stelle, als seine Fans ihn unterbrachen und die Nationalhymne anstimmten.

Ob der „großartige Patriot“ Trump der Vorladung folgen wird, ließ er bei seinem Auftritt offen. Wenn es nach seinem Sohn Eric Trump geht, sollte er dies aber unbedingt tun. „Mein Vater hat endlich eine Vorladung vom Komitee vom 6. Januar bekommen. Hat das jemand mitbekommen?“, sagte Eric Trump bei einer Kundgebung am Freitag in Pennsylvania, wo er auch kurz seinen Vater anrief und ihn zur Menge sprechen ließ. „Er muss einfach aussagen. Das wird die größte Show. Wer will denn nicht ein Bier trinken, Popcorn machen und Donald Trump sehen, der über Wahlbetrug in den USA spricht?“

Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, wirft Kappen ins Publikum bei einer Kundgebung in Robstown, Texas.
Donald Trump will Amerika noch immer groß machen. Die Vorladung zur Untersuchung des Kapitol-Sturms stört da nur. © Nick Wagner/dpa

Donald Trump: Aussage im Live-TV?

Eine solche Show wünschen sich aber nicht alle. Nach den Worten der Ausschuss-Vizevorsitzenden soll die Befragung jedenfalls nicht live im Fernsehen übertragen werden. Man werde nicht zulassen, dass Trump die Befragung in einen „Zirkus“ verwandle, sagte die Trump-Kritikerin Liz Cheney dem US-Sender NBC News am Sonntag. Der Ausschuss behandle die Angelegenheit mit großer Ernsthaftigkeit und die Befragung könne mehrere Tage dauern, sagte sie. Wenn Trump seiner rechtlichen Verpflichtung nicht nachkomme, habe der Ausschuss „viele, viele Alternativen“, die er in Betracht ziehen werde.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bezweifelt allerdings, dass Trump vor dem Ausschuss erscheinen wird. „Ich glaube nicht, dass er Manns genug ist“, sagte sie dem US-Sender MSNBC. „Ich glaube nicht, dass seine Anwälte wollen, dass er erscheint: Er muss ja unter Eid aussagen. Die Öffentlichkeit soll ihr Urteil fällen. Niemand steht über dem Gesetz!“

Donald Trump will erst mal das Land auf Vordermann bringen

Aber Donald Trump hat eigentlich ganz andere Dinge im Kopf. Er müsse das Land wieder auf Vordermann bringen, sagte er per Telefon bei der Veranstaltung mit seinem Sohn Eric Trump in Pennsylvania. Die USA befänden sich nämlich in einem so schlechten Zustand wie nie zuvor. Seiner Meinung nach hat der amtierende Präsident Joe Biden also all die schönen Errungenschaften der Trump-Präsidentschaft in nur zwei Jahren wieder zunichtegemacht.

Trump soll bis zum 4. November eine große Menge an Unterlagen aushändigen und vom 14. November an für eine auch mehrtägige Befragung unter Eid zur Verfügung stehen. Es gibt zwar ein Verfahren, um säumige Zeugen wegen Missachtung des Kongresses vor Gericht zu bringen. Doch dem Ausschuss läuft die Zeit davon. Im November wird bei den Midterms in den USA ein neues Repräsentantenhaus gewählt. Umfragen zufolge stehen die Chancen gut, dass die Republikaner die Mehrheit erreichen. Dann dürften weitere Untersuchungen vom Tisch sein. (cs)

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