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Donald Trump ist als Kommentator beim Boxkampf Holyfield-Belford tätig.
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Donald Trump ist als Kommentator beim Boxkampf Holyfield-Belford tätig.

Nachzählung in Arizona

Pleite in Arizona für Donald Trump - der macht einfach weiter

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Eine Untersuchung der US-Wahl 2020 in Arizona findet keine Hinweise auf Wahlbetrug, dafür aber noch Stimmen für Joe Biden. Donald Trump hält das nicht auf.

Update, 25.09.2021, 13.01 Uhr: In Arizona mussten auf Drängen der Republikaner die Stimmen erneut ausgezählt werden. Doch statt einem großen Wahlbetrug fanden die Gutachter nur noch mehr Stimmen für Joe Biden und noch weniger für Donald Trump. Doch auch dieser Beweis, dass seine Anschuldigungen falsch sind, hält Donald Trump nicht auf.

Im Gegenteil: Der ehemalige US-Präsident drehte das Ergebnis einfach um und beschuldigte die Presse des Lügens. „Riesige Entdeckungen in Arizona“, ließ Trump via Twitter mitteilen. Nicht über seinen Account, der ist bekanntlich immer noch gesperrt. Donald Trump ließ Liz Harrington ein „Statement von Präsident Donald J. Trump“ über den Kurznachrichtendienst verbreiten. „Die Untersuchung hat signifikante und unwiderlegbare Beweise für Betrug gefunden“, steht in diesem Statement geschrieben.

Donald Trump: Nachzählung in Arizona bringt nicht das gewünschte Ergebnis

Die bisher bekannten Entwürfe des Abschlussberichts der Cyber Ninjas, die mit der Nachzählung in Arizona beauftragt waren, lassen dagegen einen ganz anderen Schluss zu. Nämlich, dass die Wahl korrekt durchgeführt und auch korrekt ausgezählt wurde. Leichte Abweichungen wurden tatsächlich gefunden, die Nachzählung ergab aber nur einige wenige Stimmen mehr für Joe Biden.

Veröffentlicht wird der Abschlussbericht am Freitag nächste Woche. Sollten die Entwürfe und die Berichterstattung draüber korrekt sein, wird sich Donald Trump spätestens zu diesem Zeitpunkt einen neuen Grund suchen müssen, warum er gegen Joe Biden verloren hat.

Donald Trump: Cyber Ninjas finden Stimmen für Joe Biden anstatt Beweise für Wahlbetrug

Erstmeldung vom 24.09.2021: Phoenix – Donald Trump ist noch immer fest von seinem Wahlsieg überzeugt. Eine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Joe Biden ist für ihn ein Ding der Unmöglichkeit, er ist ja schließlich kein Loser. Nein, hier muss Wahlbetrug dahinterstecken. Vor allem die Niederlage im US-Bundestaat Arizona ist für Trump einfach unvorstellbar. „Versteht hier jeder, dass die Wahl 2020 eine totale Schande war?“, sagte er erst im Juli bei einer Veranstaltung in Phoenix.

Trump wäre aber nicht Trump, wenn er sich einfach geschlagen geben würde. Zwar war der Druck, den sein Team unmittelbar nach der Wahl auf die republikanisch geführte Wahlaufsicht ausgeübt hatte, in den Wochen und Monaten nach der Wahl wirkungslos verpufft, doch ein Ass hatte der ehemalige US-Präsident noch im Ärmel.

Betrug bei der US-Wahl 2020? Donald Trump hoffte auf Nachzählung der Stimmen in Arizona

Und das wurde schließlich von den Trump-Loyalist:innen im Senat von Arizona ausgespielt. So beauftragten die Republikaner einfach eine Privatfirma mit dem Namen Cyber Ninjas damit, die Stimmen im bevölkerungsreichsten Bezirk von Arizona erneut von Hand auszuzählen. Das kostete zwar eine Unsumme, doch durch Spenden in Höhe von 5,7 Millionen US-Dollar von rechtsextremen Gruppen und Trump-Fans konnte die Überprüfung finanziert werden. Wozu hat man denn Freunde?

Trump hoffte natürlich darauf, dass die Cyber Ninjas in Maricopa County nun endlich die von ihm behaupteten Vorwürfe des Wahlbetrugs belegen würden. Zwar würde das am offiziell zertifizierten Ergebnis nichts ändern, zumal Joe Biden ja ohnehin schon seit dem 20. Januar 2021 im Weißen Haus sitzt. Aber natürlich könnten dann die Resultate in sämtlichen Schlüsselstaaten, die Trump bei der US-2020 verloren hat, angezweifelt werden. Trump stünde in einem solchen Fall zumindest bei seinen Fans als Triumphator da.

Nachzählung in Arizona: Enttäuschung für Donald Trump

KandidatOffizielles ErgebnisErgebnis der Nachzählung
Joe Biden1.040.7741.040.873
Donald Trump995.665 995.404

Ein Manko hat die Nachzählung in Arizona allerdings. Sie brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Zwar sind bisher nur Entwürfe des Abschlussberichts bekannt, doch allem Anschein nach fanden die Cyber Ninjas am Ende nur heraus, dass Donald Trump in Maricopa County sogar deutlicher verloren haben könnte als gedacht. Die Nachzählung ergab jedenfalls 99 zusätzliche Stimmen für Joe Biden und 261 Stimmen weniger für Donald Trump. Die Daten in dem Bericht bestätigen auch den Erfolg von Mark Kelly im Rennen um den US-Senat.

„Die Prüfung durch die Cyber Ninjas bestätigt, dass die Auszählung der Wahlstimmen bei der Wahl 2020 korrekt war“, hieß es auf dem Twitteraccount des Bezirks. „Die Kandidaten, die als Gewinner bestätigt wurden, haben tatsächlich gewonnen.“

US-Wahl 2020: Nachzählung in Arizona – Cyber Ninjas legen Bericht vor

Allerdings liegt der Bericht noch nicht offiziell vor, bisher sind nur Entwürfe bekannt. Offenbar behaupten die Cyber Ninjas darin merkwürdigerweise auch, dass die Ergebnisse der doch etwas sinnfreien Nachzählung „sehr nahe an der Fehlergrenze“ lägen und im Grunde also ganz anders ausgefallen sein könnten. Müssen sie also noch einmal nachzählen? Ob die Schlussfolgerungen in der endgültigen Fassung des Berichts von denen in den Entwürfen abweichen, ist noch unklar. Der offizielle Bericht soll am Freitagabend deutscher Zeit (24.09.2021) dem Senat von Arizona vorgelegt werden.

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Allerdings spielt die genaue Wortwahl auch keine große Rolle. „Der gesamte Bericht spiegelt nur das mangelnde Verständnis der Ninjas für das Wahlrecht und die Wahlverwaltungsverfahren in Arizona wider“, sagte Benny White gegenüber der New York Times. Der Experte für Wahlrecht fügte hinzu, ihm sei gesagt worden, dass einige Beamte des republikanischen Senats mit den Ergebnissen unzufrieden seien. In den heutigen Zeiten muss wohl erwähnt werden, dass White der Partei von Donald Trump angehört – und nicht den Demokraten.

USA: Donald Trump glaubt an seinen Erfolg in Arizona

Donald Trump ficht das alles nicht an. Ohne auf die bekannt gewordenen Ergebnisse der Cyber Ninja einzugehen, verkündete der ehemalige Präsident der USA am Donnerstagabend (23.09.2021) in einer Erklärung, dass nun die ganze Welt oder zumindest ganz Amerika am 24. September 2021 auf Arizona blicken werde: „Jeder wird Arizona [am Freitag] beobachten, um zu sehen, was die hoch angesehenen Rechnungsprüfer und der Senat des Staates Arizona über die sogenannte Wahl herausgefunden haben!“ Er könnte ziemlich enttäuscht werden. (cs)

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