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Ein Unterstützer von Donald Trump hält eine große Fahne des Präsidenten hoch.
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Donald Trump verlor in Georgia. Er und seine Fans suchen die Schuld dafür bei Gouverneur Brian Kemp.

Neuauszählungen in Arizona

Anschuldigungen von Donald Trump „einfach falsch“ – Republikaner platzt der Kragen

  • VonMirko Schmid
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Die US-Wahl liegt ein halbes Jahr zurück, in Arizona lassen die Republikaner auf Wunsch von Donald Trump trotzdem erneut auszählen. Manchen reicht es jetzt.

Maricopa County – Man muss der Senatsmehrheit der Republikaner in Arizona lassen, dass sie wirklich alles versucht haben, es Donald Trump recht zu machen. Der nämlich zürnt immer noch über seine Niederlage gegen Joe Biden im republikanisch geprägten Staat im Westen der USA. Wie in allen anderen Bundesstaaten, die Demokrat Biden den Republikanern abnehmen konnte, sieht Trump böse Mächte am Werk, die ihn um seinen Wahlsieg gebracht haben sollen.

Nur: Bisher hat noch jede der unzähligen Neuauszählungen in Georgia, Arizona und Co. ergeben, dass Donald Trump kein Opfer eines wie auch immer gearteten Wahlbetruges ist, sondern einfach nur ein Verlierer, der sich schwer damit tut, seine Niederlage einzusehen. Allerdings folgt der Ex-Präsident mit seinen wiederholten Anschuldigungen auch einer politischen Agenda – je länger er seiner loyalen Anhängerschaft das Narrativ eines großen Schwindels glaubhaft machen kann, desto länger bleibt er der betrogene Held.

Donald Trump nutzt seine unbelegten Anschuldigungen, um nicht als Verlierer dazustehen

Und eben nicht ein schlichter Wahlverlierer, der es als erst elfter Präsident seit Beginn der Präsidentschaftswahlen 1789 geschafft hat, abgewählt zu werden. Und so wettert Donald Trump weiter bei jeder sich bietenden Gelegenheit und nimmt billigend in Kauf, das Vertrauen in die Demokratie und Integrität der Wahlen in den USA innerhalb seiner Gefolgschaft weiter auszuhöhlen.

Maricopa County in Arizona: Drinnen wird per Hand neu ausgezählt, draußen harren die Trump-Fans aus.

Angestachelt durch den Furor und die Agenda ihres geschlagenen Anführers haben sich die in beiden Parlamentskammern in Arizona regierenden Republikaner dazu breitschlagen lassen, die Stimmabgaben zur Präsidentschaftswahl in ihrem Staat erneut auszählen zu lassen - den Umstand verdrängend, dass selbst eine nachgewiesene Abweichung vom vor rund einem halben Jahr zertifizierten Ergebnis nichts daran ändern würde, dass Joe Biden im Weißen Haus regiert. Und ignorierend, dass die Sinnhaftigkeit der Aktion auch aus den Reihen der Republikaner stark bezweifelt und kritisiert wird.

StaatArizona
HauptstadtPhoenix
GouverneurDoug Ducey (Republikaner)
Bevölkerung7,279 Millionen (stand 2019)

In Arizona wird auf Wunsch von Donald Trump wieder einmal ausgezählt, der große Skandal bleibt aus

Und so zählen sie nun, überwacht durch „Cyber Ninjas“, das extra dafür engagierte Unternehmen für Cybersicherheit, in Arizona per Hand neu aus. Genauer gesagt in Maricopa County, dem größten Landkreis des Bundesstaats. Insgesamt 2,1 Millionen Stimmzettel. Seit Wochen geht das so, nach nun rund 500.000 ausgezählten Stimmzetteln zeichnet sich nirgends der Skandal ab, auf den Donald Trump so sehr hofft. Was sich hingegen abzeichnet, das sind die immensen Kosten, die das gesamte Procedere mit sich bringt - und von denen bis heute nicht abschließend geklärt ist, wer sie denn tragen soll.

Unsere Themenseite

Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Da sich andeutet, dass die händische Neuauszählung das Ergebnis im Maricopa County nicht zwingend das Ergebnis hervorbringen wird, das Donald Trump gerne hätte, versucht sich der Ex-Präsident, seinem eigenen Muster folgend, in Verschwörungstheorien. Die gesamte Datenbank des Maricopa County sei gelöscht worden, „twittert“ er in seinem Blog „From the desk of Donald J. Trump“. Das sei „illegal“ und der Senat des Bundeslands stehe in der Verantwortung, diesem angeblichen Treiben ein Ende zu setzen. Wie auch immer.

Die Republikaner im Senat von Arizona folgen den Verschwörungstheorien von Donald Trump

Und die Trump hörigen Senats-Republikaner in Arizona parieren. Sie fordern die in Maricopa County für die Durchführung, Überwachung und Sicherheit zuständigen Behörden, geführt von Stephen Richer – seines Zeichens ebenfalls Republikaner – auf, dem Senat Einblick in die gesicherten IT-Systeme des Countys zu gewähren. Mehr noch, die örtliche Verwaltung solle doch bitte ihre Kennwörter herausrücken oder Mitgliedern des Senats doch zumindest unter Aufsicht des Büros des örtlichen Sheriffs ermöglichen, in den Daten des Landkreises zu wühlen. Man habe kein Interesse daran, Informationen einzusehen oder in Besitz zu nehmen, die nicht mit den Präsidentschaftswahlen in Verbindung stünden, beteuert Staatssenatorin Karen Fann.

Die Immobilienmaklerin und Rancherin, eine aus dem Dunstkreis der MAGA-Bewegung um Donald Trump stammende, stramm rechte Politikerin gilt als Triebfeder hinter der erneuten Auszählung. Ihr gegenüber steht Stephen Richer, dem langsam der Kragen zu platzen droht. Auf Twitter macht der Wahlvorstand seinem Ärger Luft: „Wir können uns diesen verrückten Lügen nicht länger hingeben. Als Partei. Als Staat. Als Land.“ Richer und sein Vorstand widersprechen Trumps Anschuldigungen energisch, dessen Behauptung, die Daten der Wahl seien gelöscht worden, sei „einfach falsch“.

„Lügen widerlegen“: Im Maricopa County üben Republikaner den Aufstand gegen Donald Trump

Mit klaren Worten fordert der erst im Januar ins Amt gewählte Stephen Richer nun ein Ende der Farce im Maricopa County: „Genug mit der Diffamierung. Genug mit den unbegründeten Anschuldigungen“, twittert er, „ich bin in dieses Büro gekommen, um die Aufgaben des Büros kompetent, fair und rechtmäßig zu verwalten. Und nicht, um von der eigenen Partei beschuldigt zu werden, Stimmzettel vernichtet und Akten für eine Wahl gelöscht zu haben, die ich nicht durchgeführt habe. Es reicht.“

Die Verwaltung des Countys plant nun, am Montag (17. Mai 2021) eine Anhörung abzuhalten, um „Lügen weiter zu widerlegen und Fakten zu diesen Themen darzulegen“. Donald Trump dürften diese Worte nicht gefallen. (Mirko Schmid)

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