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Trumps Anwaltskosten belasten die Finanzen der Republikaner

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump mit Kari Lake, Kandidatin der Republikaner in Arizona.
Donald Trump mit Kari Lake, Kandidatin der Republikaner in Arizona. © Mario Tama/afp

In den USA tobt vor den Zwischenwahlen der Kampf um Stimmen. Der kostet Geld, was bei den Republikanern auch wegen Donald Trump nun knapp wird.

Washington DC - Seit Donald Trump vom Showbusiness in die Politik wechselte, sammelt der Multimilliardär Spendengelder für politische Zwecke ein. Doch der Großteil des Geldes, das sein Komitee mit dem Titel „Rettet Amerika“ (Save America) eingetrieben hat, verwendet Trump nicht für den Wahlkampf seiner Republikaner, sondern für seine eigenen Anwaltskosten. Das geht aus einer Recherche der Washington Post hervor.

In den USA werden sogenannte „politische Aktionskomitees“ (Political Action Committe), bekannt unter dem Akronym PAC, von allen Parteien und politischen Akteuren genutzt, um Spendengelder für die eigene Sache einzutreiben. Trumps PAC soll laut der Washington Post in den vergangenen Tagen besonders aggressiv um Spendengelder geworben haben. „Es ist absolut NOTWENDIG, dass wir im November gewinnen“, stand demnach in einer der Werbe-E-Mails – klar Bezug nehmend auf die am 8. November stattfindenden Midterms in den USA.

Donald Trump gibt mehr Geld für Anwälte als für Wahlkampf aus

Doch ein Großteil des Geldes, dass das PAC für den Erfolg der Republikaner bei den Zwischenwahlen einsammelt, landet ganz woanders: nämlich in den Taschen der Anwälte von Donald Trump. Insgesamt sollen rund neun Millionen Euro an den juristischen Beistand und an einstige Mitarbeiter des ehemaligen Präsidenten geflossen sein. Dagegen landeten nur 8,4 Millionen Euro in den Kassen von republikanischen Kandidatinnen und Kandidaten.

Alleine im August soll das PAC einen einzigen Scheck in Höhe von drei Millionen Dollar ausgestellt haben. Das Geld ging an eine Anwaltsfirma im US-Bundesstaat Florida, die Donald Trump in seinem Streit mit dem Justizministerium um beschlagnahmte Dokumente in Mar-a-Lago vertritt. Seit der Razzia in Trumps derzeitigem Wohnsitz sind die Ausgaben für Anwaltskosten explodiert: von weniger als eine Million Euro im Juli auf nahezu vier im August.

Midterms in den USA: Republikanern geht das Geld aus

Die immer steigenden Anwaltskosten Trumps fallen in eine Zeit, in der die Republikaner sich im Endspurt zu den Midterms befinden. Und das Geld wird knapp bei der „Grand Old Party“. Im traditionellen Swing State Georgia stehen sich der wegen Abtreibungs-Skandalen umstrittene Kandidat der Republikaner, Herschel Walker, und Raphael G. Warnock von den Demokraten gegenüber. Walker hat nach Angaben seiner Kampagne für die letzten vier Monate vor den Zwischenwahlen 6,8 Millionen US-Dollar für Wahlkampf zur Verfügung. Warnock dagegen kann im selben Zeitraum auf 22,2 Millionen Dollar zurückgreifen. (Daniel Dillmann)

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