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Donald Trump: Anwaltskosten in Millionenhöhe – Republikaner übernehmen die Rechnung

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump und sein ehemaliger Anwalt Rudy Giuliani, der ein Großteil seine Geldes von den Republikanern bekommen hat. (Archivbild)
Donald Trump und sein ehemaliger Anwalt Rudy Giuliani, der ein Großteil seine Geldes von den Republikanern bekommen hat. (Archivfoto) © Don Emmert/AFP

Kaum jemand ist in so viele Rechtsseitigkeiten verwickelt wie Donald Trump. Praktisch, wenn dann die Anwaltsrechnung jemand anders bezahlt.

Palm Beach – Prozesse und Gerichtskosten, das waren für Donald Trump jahrzehntelang vor allem eins: Druckmittel, um Gegner einzuschüchtern. Allein in dem Jahr vor der US-Wahl 2016 drohte er laut einer Recherche der Internetseite FiveThirtyEight öffentlich mehr als 20 Personen, sie zu verklagen. „Ich verklage“ Dich, das war für Trump in seiner Zeit als Immobilienmakler und später Reality-TV Star ein „Mantra, lange bevor ‚Baut die Mauer‘ [Build the Wall] dazu wurde“, schrieb einst die amerikanische Tageszeitung USA Today.

Ob er sich mit politischer Konkurrenz, Mieter:innen, Angestellten, Affären oder Prominenten in die Haare bekam, Donald Trump nutzte dieselbe Strategie: Droh ihnen mit einer Klage, schick einen Deiner beinharten Anwälte wie Roy Cohn, später Michael Cohen und am Ende Rudy Giuliani und Sidney Powell vorbei. Häufig dürfte das als Abschreckung genügt haben.

Donald Trump und die Justiz: Alles änderte sich, als er Präsident wurde

Doch dann kam die Präsidentschaft und das Verhältnis von Donald Trump zur Justiz in den USA änderte sich grundlegend. Auf einmal war er nicht mehr der Privatier, der dank seines Kapitals eine Horde an Anwälten beschäftigte, die in seinem Auftrag Angst und Schrecken verbreiteten. Nun musste Trump sich mit einem Justizministerium ärgern, das nicht immer seine Wünsche erfüllte - wohl auch ein Grund, weshalb er die rekordverdächtige Zahl von vier Justizministern in seiner Amtszeit verschliss.

Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen (m.) mit Rick Perry (r.) und Michael Flynn. (Archivbild)
Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen (m.) mit Rick Perry (r.) und Michael Flynn. (Archivfoto) © Drew Angerer/AFP

Und auch nach der Niederlage gegen Joe Biden ließen sich weder der noch die Gerichte in den USA von Giuliani und Powells Behauptungen des Wahlbetrugs beeindrucken. Hunderte Klagen wurden in diesem Bereich bereits abgeschmettert, gleichzeitig sehen sich etliche Protagonist:innen der „Großen Lüge“, wie Trump-Fans die Verschwörungstheorie selbst nennen, einer Welle von Klagen ausgesetzt - darunter auch der US-Sender Fox News.

Für Donald Trump wurde die Lage nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus nicht viel rosiger. Gegen seinen Konzern, die Trump Organization, laufen Klagen in New York City und Washington DC. Auch für seine erwachsenen Kinder, Ivanka Trump, Donald Trump Jr. und Eric Trump, könnten die Ermittlungen juristische Folgen haben.

Donald Trump verursacht Anwaltskosten im achtstelligen Bereich

Doch die Anwaltskosten Donald Trumps sinken wie von Zauberhand seit Jahren kontinuierlich. Das geht aus Steuerunterlagen hervor, die der US-Internetseite Daily Beast vorliegen. Der Grund dafür wird deutlich, wenn man sich die Bilanzen der Republikanischen Partei anschaut, konkret: die Ausgaben für Anwaltskosten.

NameRepublikanische Partei, Republikaner, Grand Old Party (GOP)
Gründung20. März 1854
HauptsitzWashington DC
Größeca. 33,2 Millionen registrierte Anhänger
WappentierElefant

Laut Daily Beast beliefen sich die Anwaltskosten der zahlreichen Komitees innerhalb der republikanischen Partei mit Verbindung zu Donald Trump in der ersten Hälfte des Jahres 2021 auf rund 8 Millionen US-Dollar. In der zweiten Hälfte seien es nochmal 2,3 Millionen gewesen. Dazu kämen astronomische Summen im Zeitraum zwischen der US-Wahl 2020 am 03. November und dem Jahreswechsel, als Sidney Powell und Rudy Giuliani unter dem Motto „Release the Kraken“ ihren Kampf gegen das Wahlergebnis vor Gerichten im ganzen Land kämpften (und verloren). Donald Trump soll in diesen Tagen rund 125.000 Dollar am Tag für Anwälte ausgegeben haben.

Donald Trumps Anwaltkosten: Joe Biden erhielt deutlich weniger

Ein Großteil des Geldes, um seine juristischen Streitereien zu bezahlen, erhielt Donald Trump von Organisationen mit engen Verbindungen zur Republikanischen Partei. Im August 2021 entschied das Republican National Comittee (RNC), das Nationale Organisationsgremium der Partei, Trump direkt 1,6 Millionen US-Dollar für Anwaltskosten zu überweisen - „aus Gründen, die der Öffentlichkeit bis heute vorenthalten wurden“, wie Daily Beast schreibt.

Nun klingen diese Zahlen alle sehr hoch, sind für normal sterbliche Bundesbürger:innen aber kaum einzuordnen. Dazu dient ein Vergleich mit dem politischen Gegner Donald Trump. Joe Biden erhielt laut Daily Beast im Jahr 2021 ganze 403.000 US-Dollar für Anwaltskosten von den Demokraten. Das entspricht etwa vier Prozent der Summe, die Donald Trump erhielt. (dil)

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