Donald Trump und Familie alarmiert

Donald Trump in Angst: Was weiß sein Ex-Wahlkampfleiter?

  • vonMirko Schmid
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Wieder einmal hat ein Ex-Mitarbeiter von Donald Trump Ärger mit der Justiz. Die Vorstellung, dass Brad Parscale mit den Behörden kooperiert, sorgt für Unruhe im Team Trump.

  • Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef Brad Parscale ist von allen Funktionen in Trumps Wahlkampfteam zurückgetreten.
  • Donald Trump und seine Familie befürchten jetzt, dass Parscale mit den Behörden im Zuge der Geldwäsche-Vorwürfe gegen Trumps Kampagne kooperiert.
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USA - Donald Trump soll in großer Sorge sein. Die bereitet ihm aktuell sein vor vier Monaten geschasster Wahlkampfchef Brad Parscale. Denn Parscale könnte gegen Trump und seine Familie auspacken, und so den in den USA laufenden Wahlkampf maßgeblich beeinflussen.

Eine Angst, die wohl ihre Gründe hat - galt Parscale doch als einer der engsten Vertrauten der Präsidentenfamilie und des Mannes im Weißen Haus selbst.

Donald Trumps Woche: Parscale, Geldwäsche, schwere Steuervorwürfe, chaotisches TV-Duell

Donald Trump hatte wahrlich keine leichte Woche. Am Sonntag wird Brad Parscale verhaftet, weil er gedroht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Am Dienstag kommt heraus, dass Trumps Team für die Präsidentschaftswahl 2020 rund 170 Millionen Dollar an Wahlkampfmitteln gewaschen haben und eigens ein verstricktes Firmennetzwerk angelegt haben sollen - unter der Leitung von Parscale. Am selben Tag muss sich der Präsident der USA gegen den Vorwurf erwehren, jahrelang keine Steuern gezahlt und in einem konkreten Jahr gerade mal 750 Dollar an den Fiskus abgeführt haben.

Donald Trump befürchtet Geldwäsche-Enthüllungen seines geschassten Wahlkampfchefs Brad Parscale

Damit nicht genug. Beim US-TV Duell wieder nur einen Tag später ließ der 45. US-Präsident seinen Konkurrenten Joe Biden kaum zu Wort kommen, missachtete die Regeln und jede Etikette. Ganz nebenbei darf sich Donald Trump seit dem Duell den Vorwurf gefallen lassen, offen mit Neonazis gemeinsame Sache zu machen und sich die sogenannten „Proud Boys“ warmzuhalten.

Ein Kampagnenberater über Donald Trumps Leistung beim TV-Duell: „„Er hat das auf jeden Fall vermasselt“

Donald Trumps Kampagne bewertet immer noch den politischen Schaden aus der chaotischen ersten Präsidentendebatte am Dienstagabend. Die Weigerung des Präsidenten, White Supremacists wie die „Proud Boys“ zu verurteilen, stürzt sein Umfeld in gewisse Verzweiflung. „Er hat das auf jeden Fall vermasselt“, ließ einer seiner Kampagnenberater Gabriel Sherman, Redakteur der Vanity Fair wissen.

„Es ist verrückt“, soll ein ehemaliger Beamter des Westflügels müde über Donald Trump gesagt und dabei „wie ein Sturmüberlebender mit posttraumatischer Belastungsstörung“ geklungen haben. „Totaler Wahnsinn“, habe ein anderer ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses zu Protokoll gegeben, welcher Trumps Kampagne weiterhin nahe steht. Ein „prominenter Republikaner“ soll Sherman gesagt haben, dass „Trump keine Wähler für sich gewonnen und viele Leute angepisst“ habe.

Brad Parscale, ehemaliger Wahlkampfchef von Donald Trump, verlässt die Wiederwahl-Kampage nach Geldwäsche-Vorwürfen ganz

Und jetzt, wieder nur zwei Tage später, tritt Brad Parscale von all seinen Aufgaben in Donald Trumps Wahlkampfteam, dem er auch nach seiner Absetzung als dessen Chef treu geblieben war, zurück. Parscale hatte seine Degradierung akzeptiert und unternahm weiter Reisen von seinem Zuhause in Florida zum Hauptsitz der Kampagne in Arlington, Virginia, wie das Onlinemagazin Politico berichtet. Dort habe er an digitalen Projekten, einschließlich der Produktion von Videos für den Republikanischen Wahlparteitag, gearbeitet.

Damit ist nun Schluss. Parscale und seine Ehefrau Candice, die am Sonntag die Polizei gerufen hatte, um ihren Mann davor zu schützen, sich Verletzungen oder schlimmeres zuzufügen, ziehen zumindest vorerst einen Schlussstrich unter das Kapitel Donald Trump. „Ich nehme von meinem Unternehmen und jeder Rolle in der Kampagne für die unmittelbare Zukunft Abstand, um mich auf meine Familie zu konzentrieren und Hilfe bei der Bewältigung des überwältigenden Stresses zu erhalten“, erklärt Parscale am Mittwoch (01.10.2020). Sein Name ist bereits vollständig von der Internetpräsenz des „Team Trump“ verschwunden.

Vor ihm hat Donald Trump und Familie jetzt Angst: Brad Parscale war bis vor vier Monaten Trumps Wahlkampfchef

Donald Trump und Familie in Angst vor Enthüllungen des einstigen engen Vertrauten

Weiter heißt es in der gemeinsamen Erklärung, dass Brad und Candice Parscale seit dem Verlust der gemeinsamen Zwillingstöchter im Jahr 2016 unter „anhaltender Not“ leiden würden. Die Erklärung schließt mit einem Satz, der Donald Trump und sein Umfeld besonders aufgeschreckt haben könnte: „Wir danken allen für die Gedanken und die Unterstützung in dieser schwierigen Zeit für unsere Familie und warten gespannt auf alle Fakten.“

Fast zeitgleich mit der Erklärung kam heraus, dass gegen Brad Parscale wird ermittelt wird, weil er 40 Millionen Dollar aus Wahlkampfgeldern veruntreut haben soll.

Donald Trump und sein Umfeld sollen laut „Vanity Fair“ seither alarmiert sein und befürchten, dass Parscale (zumindest) im Zuge der laufenden Ermittlungen bezüglich der schwarzen Wahlkampfkassen und gewaschenen Wahlkampfmittel nun auspacken und mit den Behörden kooperieren werde. Eine nachvollziehbare Angst, schließlich liefen viele der eigens zur Geldwäsche gegründeten Unternehmen auf den Namen Brad Parscale. Er gilt als die Spinne im Netz des mutmaßlichen Skandals. Würde er auspacken, und sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, müsste Trump befürchten, dass seine Wahlkampfkampagne einen weiteren, herben Rückschlag erleidet. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/afp

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