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Anhänger von US-Präsident Donald Trump stürmen am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington.
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Anhänger von US-Präsident Donald Trump stürmen am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington.

USA

Hat Donald Trump den Angriff auf das Kapitol mitgeplant? Chatnachrichten enthüllt

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Nachrichten aus den Gruppenchats einiger Trump-Anhänger geben Einblicke in die Planung des 6. Januar 2021. Welche Rolle spielten Donald Trump und das Weiße Haus?

Washington D.C. – Welche Rolle spielt Donald Trump bei der Erstürmung des Kapitols in den USA im Januar 2021? Geleakte Chatverläufe aus den Gruppen verschiedener Trump-Anhänger schildern die Abläufe am 6. Januar. Die Nachrichten offenbaren, dass der Präsident und seine Mitarbeiter:innen in die Planung der Demonstration involviert waren.

Laut einem Bericht des Rolling Stone stand Amy Kremer – ihres Zeichens politische Aktivistin, Trump-Anhängerin und Hauptverantwortliche bei der Organisation des Aufmarsches vom 6. Januar – in engem Austausch mit dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Mehre Chatnachrichten sollen diese Verbindung belegen.

Organisation des 6. Januars: „Wir folgen nur dem Präsidenten“

Kremer gehört zu den prominentesten Unterstützer:innen des Ex-Präsidenten und ist bekannt für ihre Rolle im Tea Party Movement. Sie organisierte unter anderem die „March for Trump“-Bus-Tour, welche die Bevölkerung zum Protestmarsch am 6. Januar 2021 motivieren sollte. Grund für den Aufmarsch war Trumps verlorene Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden. In einer ihrer Nachrichten aus einem Gruppenchat für Trump-Unterstützende schrieb Kremer: „Ich verlasse die Tour für eine Nacht und fahre nach DC. Ich habe ein Meeting mit dem Weißen Haus morgen Nachmittag. Ruht euch aus. Ich bin sicher, dass der Präsident über die morgige Tour Bescheid weiß.“

Weitere Nachrichten, die dem Rolling Stone vorliegen, zeigen, wie tief das Weiße Haus in die Planungen der Demonstration einbezogen waren. Kremer erklärte am 13. Dezember 2020 in einem Gruppenchat, dass man noch auf Antworten aus Washington warten müsse, bevor sie genauer Details zur Demonstration am 6. Januar preisgeben könne. „Wir folgen den Anweisungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten“, schrieb Kylie Kremer, Tochter von Amy Kremer, ebenfalls politische Aktivistin und Trump-Sympathisantin. In einem Privatchat zwischen Kylie und einem weiteren namhaften Aktivisten erklärte Kremer, dass das Weiße Haus zusammen mit dem Trump-Team an der Koordination des Aufmarsches beteiligt sei.

Donald Trump und der Sturm auf das Kapitol: „Wir werden die Welt retten“

Am 5. Januar 2021, einen Tag vor der Erstürmung des Kapitols also, schrieb Amy Kremer: „Wir sind dabei, Teil eines entscheidenden und historischen Moments in der Geschichte unserer Nation zu werden. [...] Ich liebe euch alle und bin für jeden einzelnen von euch dankbar.“ Abschließend schrieb sie „Lasst uns die Republik retten.“ Ähnliches schrieb die Aktivistin auch zu Beginn der ihrer Bustour im November 2020: „Willkommen zur March For Trump Bus Tour. Wir werden die Welt retten“, hieß es am damals.

Der ehemalige US-Präsident veröffentlicht noch vor Weihnachten einen Bildband für Patrioten.

Mittlerweile ermittelt auch der Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Ereignisse des 6. Januar gegen Amy und Kylie Kremer. Beide wurden vorgeladen. Mehrere Mitglieder von Trumps engerem Kreis – darunter ehemalige Beamte des Weißen Hauses – wurden ebenfalls vom Ausschuss vorgeladen, da dieser die Rolle des Teams des ehemaligen Präsidenten bei den Ereignissen vom 6. Januar untersuchen möchte. Ein mit der Untersuchung vertrauter Anwalt sagte dem Rolling Stone, die Ermittelnden des Kongresses hätten „haufenweise“ Gruppenchats der Organisatoren erhalten.

Die Kremers beharren jedoch darauf, dass all die bekannten Materialien und Informationen „Fake News“ seien. Ein Sprecher der beiden äußerte sich gegenüber dem Magazin zu den angeblichen Falschinformationen folgendermaßen: „Ihr druckt Dinge, die zu 100 Prozent faktisch falsch sind. Wir können beweisen, dass sie nicht stimmen.“ Weiter heißt es: „Ihr druckt Dinge, die absolut, faktisch unwahr sind. Darüber hinaus sind sie für jeden, der Amy kennt, urkomisch und absurd.“ Auf Nachfrage zur genaueren Erläuterung der Umstände erhielt der Rolling Stone keine weitere Antwort.

Die Situation für den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten wird immer brenzliger. Nun sollen ehemalige Mitarbeiter von Donald Trump genauere Informationen darüber geben, was sich am 6. Januar im Oval Office abgespielt hat. (aa)

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