ZUR SACHE

DNA-Analyse

Mit einer DNA-Analyse lässt sich ein Mensch eindeutig identifizieren. Denn die Erbsubstanz hat ein individuelles Muster: Sie ist einzigartig. Die einzige

Mit einer DNA-Analyse lässt sich ein Mensch eindeutig identifizieren. Denn die Erbsubstanz hat ein individuelles Muster: Sie ist einzigartig. Die einzige Ausnahme sind eineiige Zwillinge. Denn sie gehen aus einer einzelnen befruchteten Eizelle hervor, die sich teilt. Sie haben die gleiche DNA (Desoxyribonukleinsäure).

Die DNA-Methode wurde 1984 von dem Engländer Alec Jeffreys entwickelt. Heute ist sie eine der wichtigsten Methoden der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen. DNA-Identifizierungsmuster, die über Spuren am Tatort gewonnen werden, führen die Ermittler oft zum Täter.

Für die Analyse reichen schon kleinste Gewebeteilchen. Denn in jeder Körperzelle befindet sich der vollständige Chromosomen-Satz, sozusagen der genetische Plan für den ganzen Menschen.

Das Ausgangsmaterial der Analyse sind in der Regel Speichel, Hautschuppen, Haare, Blut oder Sperma. Im Labor trennen die Molekularbiologen die DNA-Abschnitte auf (Elektrophorese). Sind die Spuren verschwindend gering, werden sie vervielfältigt. Die Wissenschaftler erhalten das charakteristische Muster, das sich im Computer als Kurve darstellt. Anhand von Vergleichsmaterial wird die Identität der Person festgestellt. Das dauert je nach Probe ein oder mehrere Tage.

Haben die USA genetisches Vergleichsmaterial von Saddams Söhnen Udai und Kusai, so dass die Toten von Mosul eindeutig identifiziert werden können? Die US-Behörden teilten am Dienstag mit, DNA-Analysen seien im Gange. Im April hatte der frühere Befehlshaber der alliierten Truppen am Golf, General Tommy Franks, behauptet, das Militär besitze eine DNA-Probe, um sowohl den irakischen Diktator als auch seine Söhne zu identifizieren - so man ihrer habhaft werde: tot oder lebendig. Um welche Art von Material es sich handeln soll, sagte er nicht. Wie können sich die Ermittler ihrer Sache sicher sein, zumal die Gesuchten Doppelgänger gehabt haben sollen?

Fest steht: Die US-Forensiker haben Vergleichsmaterial von einem Verwandten in den Händen. Denn Mitte April griffen die Militärs einen Halbbruder Saddams auf. Ein Sprecher in Washington triumphierte seinerzeit, Watban Ibrahim el Hassan sei "eine wandelnde DNA-Quelle".

Von ihrer gemeinsamen Mutter haben die beiden Halbbrüder eine bestimmte Erbgut-Sorte (in den Mitochondrien) geerbt, die sie nach Ansicht von Experten identifizierbar macht. Allerdings gilt: Bei Vergleichsmaterial von Verwandten lassen sich Aussagen nicht mit derselben Sicherheit treffen wie im Standardfall. Nach Auskunft von Wissenschaftlern gilt: Je weiter entfernt der Verwandte, desto unsicherer die Aussage. Im Fall von Udai und Kusai helfen den Ermittlern allerdings auch persönliche Merkmale wie Schusswunden weiter. dac

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