Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Tweets von Beatrix von Storch zu dem Anschlag von Münster sorgen für heftige Kritik und Forderungen nach Konsequenzen.
+
Die Tweets von Beatrix von Storch zu dem Anschlag von Münster sorgen für heftige Kritik und Forderungen nach Konsequenzen.

Beatrix von Storch

Distanzierung und Rücktritt gefordert

  • Simon Berninger
    vonSimon Berninger
    schließen

Nach den umstrittenen Tweets der AfD-Politikerin Beatrix von Storch zu dem Anschlag in Münster fordern Politiker der anderen Parteien Konsequenzen.

Nach den umstrittenen Tweets, welche die Vize-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Beatrix von Storch im Zusammenhang mit dem Anschlag in Münster gepostet hat, fordern Politiker der anderen Parteien Konsequenzen. Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Führungsriege der AfD zu einer Stellungnahme aufgefordert: „Es ist höchste Zeit für eine Klarstellung“, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. Gleichzeitig warf sie der AfD „Methode“ vor: AfD-Politiker begingen immer wieder bewusst verbale Grenzüberschreitungen, die danach wieder einschränkend zurückgenommen würden. Zudem würden Ausfälle von Parteimitgliedern immer als Einzelfälle dargestellt.

„Die entscheidende Frage an die AfD und die Führung der AfD ist, inwieweit sie solche Mitglieder in ihren Reihen in der Bundestagsfraktion und an prominenter Stelle in der Partei duldet“, sagte Kramp-Karrenbauer. Bisher habe es keine Distanzierung von der AfD-Politikerin gegeben.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) nannte es am Montag im Deutschlandfunk „unverantwortlich“ und „unsäglich“, gleich nach der Tat vorschnell Schlüsse zu ziehen und Verdächtigungen zu äußeren, ohne dass irgendetwas klar sei.

WIR SCHAFFEN DAS! ?

— Beatrix von Storch (@Beatrix_vStorch)

7. April 2018

Storch hatte kurz nach der Tat „Wir schaffen das!“ getwittert und damit auf Angela Merkels Worte in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise angespielt. Später schrieb sie: „Das muss kein islamischer Anschlag gewesen sein. Klar nicht. Und wenn sich ein deutscher Kranker als Täter herausstellt, dann konstatiere ich: auch von deutschen Mördern und Verrückten haben wir beileibe mehr als genug. Wir brauchen keinen einzigen dazu.“

Kramp-Karrenbauers Pendent in der CSU, Markus Blume, forderte gar den Rücktritt von Beatrix von Storch. „Wenn Frau von Storch auch nur einen Funken Anstand und Verstand noch hat, soll sie ihr Mandat im Bundestag zurückgeben“, sagte Blume am Montag in München. Es sei unverständlich, „wie von mancher politischer Seite versucht wurde, den Vorfall zu instrumentalisieren“, sagte Blume. „Wer dieses Ereignis in der Weise ausschlachtet, wie es Frau von Storch getan hat, der hat in einem Parlament in Deutschland nichts verloren.“

Kritik von auch von Mitte-links

Auch aus der SPD gab es scharfe Kritik. Der Vizechef der Sozialdemokraten, Ralf Stegner, nannte von Storchs Kommentare „ekelhaft“ und „widerlich“. „Das tragische Unglück von Münster ruft Leute auf den Plan, die das politisch instrumentalisieren und die Angehörigen der Opfer missbrauchen wollen – das ist schändlich“, twitterte Stegner. „Völlig unabhängig von Motiven oder Tätern“ seien „Tragödien wie in Münster furchtbar“. „Versuche, das politisch auszuschlachten, sind widerlich“, erklärte der Sozialdemokrat.

Auch der Parlamentsgeschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, kritisierte von Storch. „Wer nicht einfach mitfühlen und trauern kann, bei dem stimmt der Kompass der menschlichen Anständigkeit nicht“, sagte Korte der Nachrichtenagentur AFP. „Wer solch eine Tragödie politisch instrumentalisiert, ist politisch und moralisch kaputt.“

Einen anderen Ton schlug einzig der AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen an: „Im Namen der #AfD möchte ich allen Angehörigen und Hinterbliebenen unsere tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Eine Bewertung dieser Tat kann und wird dann erfolgen, wenn genaue Informationen zum Täter und seinem Motiv vorliegen.“ Von Storchs Tweets waren zu dem Zeitpunkt am Samstag allerdings schon knapp vier Stunden gepostet. (mit dpa/rtr/afp)

Bundessprecher @Joerg_Meuthen:
(1/2) ?Durch eine Tat mit bislang unklarem Hintergrund sind heute in #Münster mehrere Menschen getötet und verletzt worden, als ein Kleintransporter in eine Menschenmenge fuhr.
Im Namen der #AfD möchte ich allen Angehörigen und Hinterbliebenen... pic.twitter.com/7amgSf9YYd

— Alternative für Deutschland ?? (@AfD)

7. April 2018

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare