Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Qual der Wahl: Heute ist der Wahlkampf ins Internet gewandert,- Archivbild: Plakate im  Haus der Geschichte in Bonn.
+
Qual der Wahl: Heute ist der Wahlkampf ins Internet gewandert,- Archivbild: Plakate im Haus der Geschichte in Bonn.

Digitaler Wahlkampf

Bundestagswahl 2021: Jede Stimme ist im Netz messbar

  • Thomas Kaspar
    VonThomas Kaspar
    schließen

Lange hatten die Grünen einen Vorsprung bei der Mobilisierung der Wählerschaft im Web. Die Frankfurter Rundschau hat alle Parteien nach ihrer Strategie gefragt - das sind die Antworten.

Wenn die Bundestagswahl 2021 durch die Zahl der Fans im Internet entschieden würde, wäre die Siegerin klar: Annalena Baerbock. Auf Twitter und Instagram erreicht sie so viele Menschen wie Armin Laschet und Olaf Scholz zusammen. Nur auf Facebook, dem sozialen Netzwerk, in dem sich vor allem ältere Internetaffine tummeln, halten die SPD- und Unions-Kandidaten etwas Anschluss an die grüne Herausforderin.

FR-Fragen an die Parteien

Acht Fragen hat die Frankfurter Rundschau allen im Bundestag vertretenen Parteien zum digitalen Wahlkampf gestellt.

Im Originalwortlaut können die Fragebögen im Internet unter www.fr.de/wahlkampf nachgelesen werden.

Lange hatten die Grünen einen deutlichen Vorsprung bei der Mobilisierung ihrer meist jüngeren Wählerschaft über die Internet-Kanäle. Doch wie steht es um den digitalen Wahlkampf bei dieser Bundestagswahl? Die Frankfurter Rundschau hat dazu allen im Parlament vertretenen Parteien Fragen zu ihrer Digitalstrategie gestellt. Auf welchen Kanälen sind sie vertreten? Wie groß sind die Budgets? Mit welchen Strategien wollen sie die Menschen im Internet erreichen? Und nicht zuletzt: Wie fair gehen sie damit um?

Digitaler Wahlkampf: Der Kauf von Profilen im Internet ist Alltag

Die Antworten zeigen ein klares Ergebnis. Die Parteien haben sich nicht zuletzt nach langen Corona-Monaten deutlich professionalisiert. Alle wenden erhebliche Anteile ihrer Gelder für die Schlacht um die Macht im Internet auf. Drei Parteien veröffentlichen ihre Gesamtbudgets: CDU (20 Millionen Euro), SPD (15) und FDP (6,5). Nur die Grünen schlüsseln detailliert auf, dass sie 2,5 Millionen Euro allein für Werbung in Netzwerken und Suchmaschinen aufwenden.

Damit werden nicht nur Postings auf Twitter, Facebook und Instagram finanziert. Wer in Suchmaschinen etwa nach „FDP“ sucht, bekommt eine Anzeige mit einem Link zu einer Aktionsseite der CDU, wer nach „Grüne“ eine Seite der Kandidatin.

Digitaler Wahlkampf: Kritiker bemängeln fehlende Transparenz

Jeder Kontakt zählt, und im Internet ist er nicht nur einfach zu erreichen, er ist auch messbar. Aufschlussreich für Profis ist dabei, dass Grüne, FDP, CDU gezielt mit Spezialagenturen für Online-Marketing arbeiten und so die Möglichkeiten ausschöpfen. Die Möglichkeit des Targetings, also des Kaufs von Kontakten nach gezielten Profilen, ist hier längst Alltag. Das nicht kleine Budget der SPD liegt bei einer Gesamtagentur – das wirkt ein wenig behäbig. Die Linke verzichtet ebenso auf Spezialagenturen, was wohl eher dem kleinen Etat geschuldet ist.

Die fehlende Transparenz hatten Kritiker bei bisherigen digitalen Wahlkämpfen beklagt. Auch wenn alle der gefragten Parteien bis auf die AfD eine Selbstverpflichtung für einen fairen Wahlkampf unterzeichnet haben, gehen nur die Grünen so weit, auf einer eigenen Seite in für Laien verständlicher Weise ihre Grundsätze, Maßnahmen, Targeting-Kriterien und Links zu Werbebibliotheken zu veröffentlichen. Bei anderen ist das zum Teil auch einsehbar – sie machen nur nicht die Transparenz selbst zum Programmpunkt. Die CSU übrigens hat auf die Fragen nur allgemein und nicht im Detail geantwortet.

Das Digitale bestimmt den Wahlkampf auch außerhalb des Internets

Die FDP setzt auf digitale Mobilisierung und bietet ihren Aktiven dazu gezielt Schulungen an. Das spornt offensichtlich auch das liberale Umfeld an, wie den Unternehmer aus Mainz, der den „Lasch-o-mat“ ins Web stellte – eine Phrasendreschmaschine mit Bildern von Armin Laschet.

Das Digitale reicht weit in den klassischen Wahlkampf. Bis auf die AfD bieten alle Parteien ihren Wahlkämpfenden Apps an, mit denen Plakataktionen und Tür-zu-Tür-Ansprachen koordiniert werden können. Zuletzt hatte sich hier die CDU blamiert, als sie eine Hackerin angezeigt hatte, die sie auf Datenschutzlücken in ihrer connect-App aufmerksam gemacht hat.

Digitaler Wahlkampf: Der Kampf um jede Stimme ist messbarer denn je

Fazit des digitalen Wahlkampfs 2021: Der Kampf um jede Stimme im digitalen Raum überlässt keine der Parteien mehr dem Zufall. Die Wählerschaft wird gemessen und nach Auswahlkriterien gezielt angesprochen. Nicht alle gehen damit gleich transparent um.

Follower der Bundestagsparteien in sozialen Medien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare