Viele Menschen arbeiten noch immer von Zuhause aus
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Viele Menschen arbeiten noch immer von Zuhause aus

Digitalisierung

Digital soll grüner werden

  • vonNicole Grziwa
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Ministerin will klimafreundlichere Technik.

Während des Lockdowns wurde eines klarer denn je: Digitalisierung ist wichtig. Viele Menschen arbeiten noch immer von Zuhause aus, viele Firmen mussten kurzfristig den Weg dafür ebnen. Arbeitgeber, die vorher sagten Homeoffice funktioniere nicht, wurden vom Gegenteil überrascht.

Deutschland wurde digitaler, raber damit nicht unbedingt umweltfreundlicher. Denn während der Verbrauch von Benzin und Diesel in der Krise zurückging, stiegt der von Strom für digitale Kommunikation. Zwar sei es noch zu früh, um zu sagen, was die Krisenmonate für eine Umweltbilanz hätten, räumte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Donnerstag in Berlin ein. Allerdings sei klar, dass für Videokonferenzen, Onlineshopping und Streaming jede Menge Energie verbraucht worden sei.

„Neue Technologien sind nur dann fortschrittlich, wenn sie alles verbessern“, erklärte Schulze. Die Sozialdemokratin will umweltschonende und nachhaltige Digitalisierung vorantreiben, etwa durch eine Drosselung der Qualität von Online-Videos. „Alles wird so erstellt, dass wir es in bester Auflösung erhalten“, erklärte die Umweltministerin, „Allerdings können die meisten Endgeräte das überhaupt nicht abspielen“. Wichtig sei es außerdem erneuerbare Energien voranzubringen.

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfunggesellschaft Ernst & Young (EY) ließe sich der gesamte Personenverkehr um acht Prozent reduzieren, wenn virtuelles Arbeiten und Homeoffice zeitnah gefördert würden. In einer Befragung von EY geht mehr als ein Drittel aller Interviewten davon aus, dass interne und externe Meetings auch in den kommenden Jahren durch Videokonferenzen ersetzt werden. 31 Prozent erwarten, dass sie weniger berufliche Reisen unternehmen.

„Damit die ökologischen Fortschritte dieses neuen Arbeitens voll zur Geltung kommen, muss die Regierung die Energiewende schneller vorantreiben“, fordert Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. „Nur wenn der wachsende Strombedarf einer digitalen Volkswirtschaft schon ab 2030 ohne klimaschädliche Kohle auskommt und zunehmend aus Sonne und Wind gedeckt wird, profitieren von dieser Entwicklung Menschen und Natur.“

Europaweites Umdenken

Noch immer werden mehr als 50 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus nicht erneuerbaren Energieträgern gewonnen. Dabei entsteht viel CO2. Jede Mail, jede Online-Konferenz, jeder Schritt im Internet setzt CO2 frei. Dabei machen Online-Videos laut der Non-Profit-Gesellschaft „The Shift Project“ fast 60 Prozent des Datenverkehrs aus.

Um rund zehn Prozent steigt der Energieverbrauch durch Digitalisierung jährlich. „Das allein weist darauf hin, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen müssen“, sagt Holger Berg, Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation beim Wuppertal Institut. Nicht nur hierzulande müsse daher umgedacht werden, sondern europaweit. Ab Juli konferiert Schulze mit den anderen EU-Ländern und sie erwartet schon bald Ergebnisse von ihnen.

Von Nicole Grziwa

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