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Rassismus gibt es nicht erst seit Hanau, Halle oder dem NSU.
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Rassismus gibt es nicht erst seit Hanau, Halle oder dem NSU.

UN

UN-Wochen gegen Menschenfeindlichkeit: Digital gegen Rassismus

  • Viktor Funk
    VonViktor Funk
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Bei den UN-Wochen gegen Menschenfeindlichkeit soll es auch Gespräche mit der Polizei geben.

Dieses Jahr dann doch: 2020 sind die meisten der geplanten 3500 Veranstaltungen der Stiftung „Internationale Wochen gegen Rassismus“ wegen der damals neuartigen Virusinfektion ausgefallen. Jetzt soll Corona die Hunderten Termine ab Montag, 15. März, nicht aufhalten. Überwiegend digital werden sich in den kommenden zwei Wochen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte treffen und Gespräche, Konzerte, religiöse Feiern und Diskussionen abhalten.

Besondere Aufmerksamkeit soll in diesem Jahr die Polizei bekommen, sagt Moritz Glenk, der die Projektwochen der Stiftung mitorganisiert. Die Stiftung hatte die Vertretungen verschiedener kultureller Gruppen und Nichtregierungsorganisationen aufgerufen, aktiv den Dialog mit der Polizei zu suchen. „Das ist einerseits nur ein erster Schritt, aber es ist auch ein großer Erfolg, dass es zu diesen Gesprächen kommt“, sagt Jürgen Micksch. Der 80-jährige Theologe und Soziologe gehört zu den Initiatoren der Wochen gegen Rassismus, die in diesem Jahr zum 26. Mal stattfinden. Es habe viele Jahre gedauert, bis Deutschland überhaupt akzeptiert habe, dass es ein Rassismus-Problem gebe.

Auftaktveranstaltung mit Armin Laschet und Claudia Roth

Ende der 90er Jahre habe „Otto Schily als Bundesinnenminister den Begriff aus den Papieren für die Woche gegen Rassismus noch streichen lassen, das ist jetzt anders“, erinnert sich Micksch. „Und nach den Diskussionen über mögliche Probleme in der Polizei ist die Gesprächsbereitschaft jetzt da.“ Zum ersten Mal unterstützen auch Vertreter der Gewerkschaft der Polizei und des Bundes Deutscher Kriminalbeamter die „UN-Wochen gegen Rassismus“.

Zur Auftaktveranstaltung werden der neue CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sowie die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sprechen.

Fremdenfeindlichkeit in breiten Teilen der Bevölkerung

„Rassismus gibt es nicht erst seit Hanau, Halle oder dem NSU. Auch wenn die rechten Hetzer und Stichwortgeberinnen ihn zusätzlich anheizen: Er ist kein Phänomen der Extreme, das von außen auf uns einwirkt. Rassismus gibt es in allen sozialen Schichten und gesellschaftlichen Lebenslagen, er verletzt und diskriminiert tagtäglich Menschen und bildet den Nährboden für Hass, Gewalt, Mord“, sagte Claudia Roth der FR vorab, und ergänzte: „Es ist an der Zeit, dieses grundlegende Problem ernst zu nehmen und ihm den Kampf anzusagen, um unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu retten und zu stärken.“

Seit Jahren schon verweist die sogenannte Mitte-Studie auf Fremdenfeindlichkeit in breiten Teilen der Bevölkerung. Die aktuelle Untersuchung von 2019 zeigt, dass „jede zweite befragte Person zur Abwertung von Asylsuchenden neigt.“ Weit verbreitet seien die Abwertung von Sinti und Roma (26 Prozent), fremdenfeindliche Einstellungen und muslimfeindliche Einstellungen (je 19 Prozent). „Und auch der klassische Antisemitismus mit seinen Verschwörungsmythen ist mit fast sechs Prozent stabil verbreitet, modernen Formen des Antisemitismus, die sich auf Israel beziehen, stimmen erneut 24 Prozent der Befragten zu“, heißt es in der Untersuchung. Unter den Wählerinnen und Wählern der AfD sind diese Werte noch höher. In aktuellen Zustimmungsumfragen liegt die Partei bundesweit bei zehn Prozent. (Viktor Funk)

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