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„Die Stunde der Wahrheit, des Versprechens ist immer die Gegenwart.“

Dieses eine Versprechen

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Die Würde des Menschen ist unantastbar - diese Vereinbarung ist rissig geworden, sagt Michel Friedman.

Und wenn Menschen das Versprechen, das sie sich gegeben haben, die Würde des Menschen als unantastbar zu vereinbaren, doch nicht so gemeint haben, doch nicht einhalten. Und wenn diejenigen, die sich danach ebenfalls dieses Versprechen gegeben haben, sich nicht genug um dieses Versprechen gekümmert haben. Obwohl dieses Versprechen ein Rechtsanspruch wurde, damit jeder Mensch dieses Recht einklagen kann. Und einige Menschen, die sich an das Menschenrecht, dass Menschen Rechte haben, nicht halten wollen, zu wenig entgegengesetzt bekommen. 

Publizist Michel Friedman.

Michel Friedman ist Jurist und Publizist, er engagiert sich seit Jahren gegen Antisemitismus und Rassismus. Beim Sender „Welt“, vormals „N24“, moderiert er die Sendung „Friedman schaut hin“. michelfriedman.info

Und wenn sich deswegen Menschenhasser trotz dieses Versprechens auch im Parlament breitmachen können, unter dem Hinweis, alles muss gedacht und gesagt werden dürfen, auch der Hass. Obwohl wir uns doch versprochen haben, dass Hass auf Menschen nie mehr Grundlage unseres Versprechens sein darf – werden wir allerspätestens jetzt über unsere eigenen Versprechen kritisch und selbstkritisch verhandeln müssen.

Die Stunde der Wahrheit, des Versprechens ist immer die Gegenwart. Und der gegenwärtige Umgang mit diesem Versprechen von denjenigen, die sich darauf geeinigt haben, in einem Land zu leben, in dem dieses Versprechen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, gilt, ist rissig geworden. Sie stehen für ein Versprechen, dass die Würde von einigen Menschen antastbar ist. Von „Wehret den Anfängen“ kann nicht mehr gesprochen werden.

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