Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Boris Johnson
+
Von wegen Lockerungen: Boris Johnson muss seine Pläne für Großbritannien in der Corona-Krise ändern.

Kein „Freedom Day“

Corona in Großbritannien: Boris Johnson verschiebt Lockerungen – Lage „sehr besorgniserregend“

  • Sebastian Borger
    VonSebastian Borger
    schließen

Die Delta-Variante des Coronavirus zwingt die britische Regierung, das Lockdown-Ende zumindest vorerst aufzuschieben.

London – Unter dem Druck rasant steigender Infektionszahlen und Krankenhaus-Einweisungen hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson am Montag eine Reihe von Corona-Einschränkungen um vier Wochen verlängert. Statt am 21. Juni soll England nun am 19. Juli den Tag der endgültigen Befreiung vom Lockdown („Freedom Day“) feiern. Allerdings warnte Gesundheitsminister Matthew Hancock vor übergroßem Optimismus: „Wir müssen weiterhin die Daten im Auge behalten.“

Nach der Serie von Desastern im vergangenen Jahr – zu wenig Schutzkleidung fürs Personal, zu späte Lockdowns – hat die konservative Regierung in diesem Jahr im Kampf gegen Sars-CoV-2 einen vorsichtigeren Kurs eingeschlagen. Aufbauend auf dem Erfolg der Impfkampagne veröffentlichte Johnson im Februar einen Zeitplan für Öffnungsschritte.

Corona in Großbritannien: Regierung um Boris Johnson verschiebt endgültige Lockerungen

Der größte Landesteil England konnte die vorgegebenen Etappen bisher planmäßig absolvieren. Zuletzt öffneten Mitte Mai Pubs und Restaurants ebenso wie Kinos, Theater und Museen ihre Innenräume. Auch dürfen sich bis zu sechs Freunde und Verwandte wieder in Privatwohnungen treffen. Weiterhin rät die Regierung den Bürger:innen, sie sollten möglichst von zu Hause aus arbeiten.

Von wegen: Kein Bier hier! Geschlossener Pub in England.

Eigentlich sollten in einer Woche (21. Juni) die letzten Lockdown-Einschränkungen fallen, Nachtclubs wieder öffnen, Theater und Konzertsäle ihre Kapazitäten auslasten, Reisen ins Ausland möglich werden. Diesem Plan hat nun die erstmals in Indien aufgetretene Delta-Variante einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie ist ersten Studien zufolge um 40 Prozent infektiöser als die bisher dominante Alpha-Variante aus der Grafschaft Kent.

Corona-Lockerungen in Großbritannien: Immunologen besorgt

Lag die Inzidenzrate im Mai wochenlang um die 20 Fälle pro 100 000 Einwohner, so stieg sie zuletzt auf mehr als 70 Infektionen landesweit. Dabei gibt es erhebliche regionale Unterschiede. So verzeichneten Bolton und Blackburn in der nordwestlichen Region Lancashire Inzidenzen von weit mehr als 500 Infektionen. Aber selbst in der zwischendurch weitgehend Covid-freien Grafschaft Cornwall schnellte die Inzidenz binnen einer Woche von 44 auf 368. Mit Besorgnis beobachten Immunologen das Lagebild nach dem G7-Gipfel von Carbis Bay, zu dem außer den Staats- und Regierungschef:innen der führenden westlichen Industrienationen auch Zehntausende Polizist:innen, Lobbyisten und Journalist:innen vor Ort waren.

Regierungschef Johnson hatte am Samstag am Rande des G7-Gipfels in Cornwall davon gesprochen, dass er noch zögere, die Schutzmaßnahmen wie geplant weiter zurückzufahren. Es sei eindeutig, dass die zuerst in Indien aufgetretene Delta-Variante des Coronavirus ansteckender sei als bisherige Varianten. Zwar sei noch unklar, in welchen Maß diese Entwicklung zu einer erhöhten Sterblichkeit führen werde. Die derzeitige Lage sei aber „sehr besorgniserregend“, sagte Johnson.

Corona in Zahlen für das Vereinigte Königreich*Stand 14. Juni 2021
Einwohner67.886.004
Infektionen 4.581.779
Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus128.168
Erstimpfungen gesamt41.551.201
Impfquote vollständig43,89%
Neuinfektionen (7-Tage-Inzidenz)72,1
* Quellen: Our World in Data / JHU, ECDC, RKI

Die Verschiebung des „Freedom Day“ soll der Regierung zufolge weiteren neun Millionen Briten überwiegende Immunität gegen Covid-19 verschaffen und wieder steigende Zahlen an Einlieferungen in Kliniken verhindern. Schon jetzt sind drei Viertel der Erwachsenen (62 Prozent der gesamten Bevölkerung) mindestens einmal geimpft; 45 Prozent aller Briten haben zwei Dosen erhalten. Bei der Delta-Variante gilt die zweite Dosis als extrem wichtig, da der Schutz nach nur einer Impfdosis deutlich niedriger sein soll als bei den zuvor bekannten Corona-Varianten. (Sebastian Borger mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare