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CDU/CSU

Die Union träumt von Geschlossenheit

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Bei der hessischen CDU treffen sich Laschet und Söder virtuell und erwägen ein entscheidendes Frühstück in Aachen.

Führende Unionspolitiker beschwören die Geschlossenheit der CDU so wortmächtig, dass man daran zweifeln könnte. Die Furcht, dass sich nach der Wahl von Armin Laschet zum Parteivorsitzenden die Anhänger und Anhängerinnen von Friedrich Merz ausklinken könnten, muss gewaltig sein im Wahljahr 2021.

„Eine Entscheidung ist gefallen, hinter die sich alle stellen“, behauptet also der Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier am Freitagabend beim Jahresauftakt der hessischen CDU, dem „Künzeller Treffen“, das diesmal virtuell geschaltet wird. Und Bouffier mahnt: „Eine Union, die zerstritten ist, ist weder attraktiv noch zukunftsfähig.“

Armin Laschet ist zugeschaltet und beteuert: „Wir sind in der CDU nicht in Flügeln organisiert, links gegen rechts, Realos gegen Fundis.“ Deswegen sei die Entscheidung für ihn und gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen „keine Richtungsentscheidung“ gewesen.

Es klingt wie lautes Pfeifen im Wald. Ausgerechnet der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz, der mit der hessischen CDU-Fraktionschefin Ines Claus den Abend moderiert, lobhudelt in der öffentlich übertragenen Veranstaltung: „Wir hatten drei wunderbare Kandidaten.“ Nicht-öffentlich soll Pentz wenige Tage zuvor Friedrich Merz als „größten Spalter der Partei“ bezeichnet und dessen Unterstützerinnen und Unterstützer „Merz-Dschihadisten“ genannt haben. Dafür hat sich Pentz entschuldigt.

Immerhin planen CDU und CSU diesmal, mit einem gemeinsamen Wahlprogramm in die Bundestagswahl zu gehen. Offen ist aber, wer an der Spitze steht. Laschet und CSU-Chef Markus Söder, der sich ebenfalls zum Plausch nach Hessen zuschalten lässt, lassen sich dazu nicht viel entlocken. Wird es ein entscheidendes Frühstück in Söders Heimat Nürnberg geben, fragt Pentz und erinnert damit an das legendäre Frühstück in Wolfratshausen 2002, bei dem Angela Merkel dem CSU-Kollegen Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur überließ – um nach Stoibers Niederlage 2005 ins Kanzleramt einzuziehen.

Söder antwortet gut gelaunt, so ein Frühstück könne es „vielleicht auch in Aachen“ geben, also mit Heimvorteil für Laschet. Um wie alle anderen hinzuzufügen: „Wichtig ist, dass wir geschlossen bleiben.“

Bei den Zuschauerzahlen hat Söder die Nase vorn. Beim Gespräch mit ihm sind mehr als 360 Interessierte zugeschaltet, bei Laschets Auftritt deutlich weniger als 300. Aber das kann auch daran liegen, dass selbst treue Christdemokratinnen und Christdemokraten irgendwann das Wochenende einläuten wollen.

Später kommt noch Gesundheitsminister Jens Spahn hinzu, aber weder er noch die drei Ministerpräsidenten lassen sich in die Karten schauen, wie es mit der Pandemiebekämpfung weitergeht. Es fällt aber auf, dass alle auf das warnende Beispiel Portugals verweisen, wo die Zahlen nach Lockerungen drastisch angestiegen sind.

„Wir dürfen nicht riskieren, dass wir in vier Wochen wieder ganz hohe Zahlen haben, weil wir unvorsichtig waren“, mahnt Bouffier. Und Söder fügt hinzu: „Wenn wir nicht aufpassen, machen wir alle Erfolge zunichte.“ Das hört sich, zumindest in der Pandemiebekämpfung, nach Geschlossenheit an.

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