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Sportschau im Nordwesten: Indigene Frauen können so viel mehr als Körperertüchtigung – aber die können sie auch.
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Sportschau im Nordwesten: Indigene Frauen können so viel mehr als Körperertüchtigung – aber die können sie auch.

Politik

Kanada: Erstmals mehr Frauen als Männer in Regionalparlament

  • VonGerd Braune
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Starke Frauen an die Macht: In Kanadas Regionalparlamenten setzen sich verstärkt weibliche Abgeordnete gegen die männliche Konkurrenz durch.

Toronto - Die Nordwest-Territorien Kanadas sind bekannt für ihre Naturschönheiten, ihr farbenprächtiges polares Nordlicht und ihre Diamanten. Nun macht die Polarregion, eine der drei Arktisterritorien Kanadas, Schlagzeilen mit einer politischen Entwicklung: Erstmals sind in einem Parlament in Kanada die Frauen in der Mehrheit. Zehn der 19 Parlamentsmitglieder sind Frauen.

In einer Nachwahl wurde jüngst Jane Weyallon Armstrong für den Wahlbezirk Monfwi, zu dem die Gemeinde Behchoko gehört, in das Territorialparlament in der Hauptstadt Yellowknife entsandt.

Regionalparlament Kanada: Abgeordnete Jane Armstrong setzt sich gegen männliche Konkurrenten durch

Die Nachwahl wurde notwendig, nachdem der bisherige Abgeordnete zurückgetreten war, weil er für die Position des Grand Chief (Häuptling) der Tlicho First Nation kandidieren will. Jane Armstrong setzte sich gegen drei männliche Konkurrenten durch. Darauf, dass ihre Wahl ein Novum in Kanada schaffen würde, hatte sie nach eigenen Aussagen keinen Gedanken verschwendet. „Ich will einfach nur gute Arbeit für meine Leute machen“, sagt sie dem kanadischen Rundfunk CBC. Im Wahlkampf aber habe sie gehört, dass eine Frau gewählt werden solle. „Der Blickwinkel von Frauen ist sehr wichtig.“

Mit Caroline Cochrane stellen die Nordwest-Territorien gegenwärtig auch die einzige Regierungschefin unter den drei Premiers der zehn Provinzen und drei Territorien. Cochrane war 2015 erstmals in das Territorialparlament gewählt worden. Sie war damals eine von zwei Frauen.

Kanada: Neun Frauen in der Versammlung - Keine Parteien mehr

Die Wahl 2019 brachte dann eine Veränderung, die bereits für Aufsehen in Kanada sorgte: Neun Frauen wurden in die gesetzgebende Versammlung gewählt. Die Nordwest-Territorien werden wie das angrenzende Territorium Nunavut im Konsensstil regiert. Es gibt keine Parteien. Die Parlamentsmitglieder wählen Premier und Ministerinnen und Minister, die Abgeordneten, die nicht der Regierung angehören, üben die parlamentarischen Kontrollfunktionen aus. Mit einem Parlament zu regieren, das mehrheitlich aus Frauen besteht, sei eine Ehre, sagt Cochrane. „Aber wichtiger ist, was dies den künftigen Generationen junger Frauen sagt: Setzt euch keine Grenzen. Ihr könnt hier sein. Ihr verdient es, hier zu sein.“ Die Arktis ist eine Region mit starken Frauen.

Von 2000 bis 2002 regierte im Nachbarterritorium Yukon Pat Duncan, auch sie war damals die einzige Regierungschefin unter den kanadischen Premiers. Nunavut wurde mehrere Jahre von Eva Aariak geführt. Die Mandate für das Bundesparlament sind regelmäßig in der Hand von Frauen und in den indigenen Gemeinden des Nordens Kanadas und in den Organisationen der First Nations und der Inuit spielen Frauen eine wichtige Rolle.

Regionalparlament Kanada: Vorbild für Berlin

Mit der Frauenmehrheit im Territorialparlament von Yellowknife hat das Arktisgebiet eine Vorreiterrolle in Kanada. Mit 42 Prozent Frauenanteil führen British Columbia, Québec und Yukon die restlichen Provinzen und Territorien an. Möglicherweise gibt es auch in anderen Ländern Regionalparlamente mit einem Frauenanteil über 50 Prozent.

Im kanadischen Bundesparlament sind gegenwärtig allerdings trotz des „feministischen“ Regierungschefs Justin Trudeau und seines paritätisch besetzten Kabinetts lediglich 29 Prozent der Parlamentsmitglieder Frauen. In Deutschland lag der Anteil nach der Wahl 2017 bei 31 Prozent. Nach Angaben der Interparlamentarischen Union IPU waren mit Stand vom 1. Februar 2019 unter den Demokratien der westlichen Industrieländer Schweden mit 47 und Spanien und Finnland mit 41 Prozent Spitzenreiter beim Frauenanteil in ihren Parlamenten. Ruanda, Kuba und Bolivien liegen in dieser Statistik über 50 Prozent. (Gerd Braune)

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