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Marco Bülow
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Vor dem Reichstagsgebäude in Berlin feiern Mitglieder von „Die Partei“ die Aufnahme von Marco Bülow.

Bundestag

DIE PARTEI im Bundestag - Marco Bülow erklärt: „Ich behalte meine Haltung“

  • vonJoel Schmidt
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Die Satirepartei „Die Partei“ zieht in den Deutschen Bundestag ein. Möglich wird das durch den Eintritt des parteilosen Abgeordneten Marco Bülow.

  • Dem Satiriker und Europaabgeordneten Martin Sonneborn gelingt ein überraschender Coup.
  • Die Satirepartei „Die Partei“ bekommt einen Abgeordneten im Deutschen Bundestag.
  • Der fraktionslose Abgeordnete Marco Bülow tritt am Dienstag (17.11.2020) in „Die Partei“ ein.

+++16.27 Uhr: „Ungewöhnliche Zeiten bedürfen ungewöhnlicher Maßnahmen“, läutete Marco Bülow seinen Eintritt in „Die Partei“ ein. Die Zusammenarbeit mit der Satirepartei bezeichnete er im Rahmen der Pressekonferenz als ein „Experiment, was vielen guttut und was auch wieder ein bisschen Hoffnung bringt“. Inhaltlich wolle der ehemalige SPD-Politiker aber „seine Haltung bewahren“ und bei seinen thematischen Schwerpunkten, der Sozial- und Klimapolitik, bleiben. Ein Beispiel gefällig? In Marco Bülows Worten klingt das so: „Es ist demokratieverachtend, dass wir in der Klimakrise und bei Corona acht Milliarden Euro mehr in zwei Jahren fürs Militär ausgeben, aber kein Geld mehr für Sozialleistungen und Krankenhäuser haben.“

Parteivorsitzender Martin Sonneborn unterstrich indessen, dass „Die Partei“ von ihrem neuen Mitglied Marco Bülow nicht erwarte, zukünftig lustige Sachen zu machen. Ausgestattet mit einer blauen Cap mit der Aufschrift „Make Europa knorke again“, machte Sonneborn deutlich, wem der Satire-Part auch künftig zukomme. Vor den Journalist:innen in Berlin sagte er: „Ich finde nichts schlimmer, als Politiker, die keine Sacharbeit machen, sondern versuchen lustig zu sein.“

Nach Eintritt in „Die Partei“: Sonneborn und Bülow vereinen Sozialpolitik und Satire

Wie man sich die künftige Mischung aus Sozialpolitik und Satirepartei vorstellen kann, verdeutlichte Martin Sonneborn indem er eine Aussage von Marco Bülow zum Thema Pflegekräfte aufgriff. Während die anderen Parteien abends auf den Balkonen für den unermüdlichen Einsatz der Pflegekräfte in der Corona-Pandemie klatschten, wolle „Die Partei“ einen Schritt weiter gehen. „Deshalb haben wir uns entschlossen, vor den Krankenhäusern „Merci“-Schachteln aufzuhängen, wo sich das Krankenhauspersonal abends nach ihrer 18-stündigen Schicht ein Stück Schokolade herausnehmen kann“, erklärte Sonneborn.

Marco Bülow bekommt von Satiriker Martin Sonneborn den „Die Partei“-Mitgliedsausweis überreicht.

DIE PARTEI im Bundestag - Martin Sonneborn will mehr: „Da ist noch Luft nach oben“

Update vom Dienstag, 17.11.2020: Der Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Politiker Marco Bülow ist offiziell in „Die Partei“ eingetreten. Parteichef und Satiriker Martin Sonneborn überreichte Bülow bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag (17.11.2020) in Berlin einen überdimensionierten Mitgliedsausweis. Damit ist „Die Partei“ nun erstmals im Deutschen Bundestag vertreten. Martin Sonneborn verwies daneben auf die zwei Europaabgeordneten und mehr als 240 Kommunalpolitiker von „Die Partei“ und urteilte: „Da ist noch Luft nach oben.“

Vor Pressevertreter:innen sagte Marco Bülow, dass viele seinen Eintritt in „Die Partei“ als „absurd“ bezeichnet hätten. In einer Erklärung seiner Motivation zum Eintritt in „Die Partei“ entgegnete er diesen Stimmen mit Blick auf den SPD-Finanzminister Olaf Scholz: „Es ist absurd, dass wir einen stellvertretenden Bundestagsvize haben, der gleichzeitig als Anwalt einen der größten Steuerräuber bei Cum-Ex vertritt - obwohl er in diesem Bundestag sitzt.“

Marco Bülow (49) ist bis 2018 Mitglied in der SPD gewesen.

„Die Partei“ sitzt nun im Bundestag: Marco Bülow schließt sich Satirepartei an

Erstmeldung vom Dienstag, 17.11.2020: Berlin - Für Überraschungen war die Satirepartei „Die Partei“ schon immer zu haben. Nun ist Martin Sonneborn, dem Europaabgeordneten und Vorsitzendem von „Die Partei“, ein weiterer Coup gelungen: Der langjährige SPD- und nun fraktionslose Bundestagsabgeordnete Marco Bülow schließt sich der Satirepartei „Die Partei“ an. Damit erhält „Die Partei“ einen Sitz im Deutschen Bundestag.

„Die Partei“ zieht in den Bundestag ein: Gelungener Coup für Martin Sonneborn

Wie Martin Sonneborn und Marco Bülow am Montagabend (16.11.2020) mitteilten, werde der offizielle Eintritt von Marco Bülow in „Die Partei“ am heutigen Dienstag (17.11.2020) mit einer Aktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin vollzogen. Der bescheidene Titel der Aktion: „Die Partei zieht in den Bundestag ein!“.

Erster Abgeordnerter von „Die Partei“: Marco Bülow war lange SPD-Mitglied

Abgesehen von der Parteizugehörigkeit von Marco Bülow dürfte sich im Deutschen Bundestag selbst allerdings recht wenig ändern. Wie Bülow mitteilte, werde er sich auch zukünftig keiner Fraktion anschließen. Der 49-jährige Marco Bülow war seit 1992 Mitglied der SPD und seit 2002 Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Im Jahr 2018 trat er aus der Partei aus und ist seitdem fraktionsloser Abgeordneter. Bei seinem Austritt bezeichnete Marco Bülow die SPD als eine von Angst getriebene Partei, die entsprechend mutlose Politik betreibe.

Der Werdegang von Marco Bülow:

  • Geboren: 14.06.1971 in Dortmund.
  • Studium: Journalistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der TU Dortmund (ohne Abschluss).
  • Parteimitgliedschaft: 1992 bis 2018 Mitglied der SPD.
  • Politische Ämter: 1996 Mitglied im SPD-Vorstand Dortmund.
  • Bundestagsabgeordneter: 2002 bis 26.11.2018 für die SPD, danach partei- und fraktionslos.
  • Eintritt in „Die Partei“: 17.11.2020.

Marco Bülow zu seiner „Die Partei“-Mitgliedschaft: Mit Satire Politikverdrossene erreichen

Vor seinem Eintritt in die von Satiriker Martin Sonneborn mitgegründete „Die Partei“ machte Marco Bülow deutlich, dass er jetzt nicht über Nacht zum Satiriker werde. Er glaube daran, dass es Leute gebe, die sich zwar von der Politik der traditionellen Parteien abwenden würden, die man aber noch mit Satire, sonst aber nicht mehr erreichen könne. Das zukünftige „Die Partei“-Mitglied hoffe, eben diese Leute wieder ansprechen zu können. „Das ist auch ein bisschen ein Versuch, diese Menschen nicht ins Nirwana gehen zu lassen“, sagte Marco Bülow. Und fügte zur Erklärung seines Eintritts in „Die Partei“ hinzu: „Auch, dass sie nicht rechts wählen.“

Marco Bülow über Martin Sonneborn: Deutlicher Anspruch etwas zu verändern

Die Satirepartei „Die Partei“ sei für den Bundestagsabgeordneten Marco Bülow mehr als nur ein „auf die Schippe nehmen“ und den „Finger in die Wunde legen“. Beim Europaabgeordneten Martin Sonneborn spüre er etwa einen deutlichen Anspruch, dass sich etwas verändern müsse. Dennoch möchte Marco Bülow, dass „Die Partei“ auch weiterhin ihren spöttisch-unseriösen Charakter beibehalte. Er betont aber auch, dass der Satirepartei von Vorsitzendem Martin Sonneborn gerade bei den Themen Lobbyismus und dem Umgang mit der Demokratie eindeutige Positionen gut tun könnten.

Nach Eintritt in „Die Partei“: Marco Bülow will auch 2021 kandidieren

Im Wahlkreis Dortmund 1, wo Marco Bülow bei der vergangenen Bundestagswahl als Direktkandidat der SPD gewählt wurde, will er sich nach eigener Aussage auch um die Kandidatur für die anstehende Wahl im Herbst 2021 bewerben. (Joel Schmidt mit dpa)

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