Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mitarbeiter in einer Zentrale für Kontaktnachverfolgung. Bisher haben Ämter es nicht geschafft, ein exaktes Bild der Infektionsherde nachzuzeichnen.
+
Mitarbeiter in einer Zentrale für Kontaktnachverfolgung. Bisher haben Ämter es nicht geschafft, ein exaktes Bild der Infektionsherde nachzuzeichnen.

Kontaktverfolgung

Die Nadel im Superheuhaufen

  • Viktor Funk
    vonViktor Funk
    schließen

Die Nachverfolgung der Infektionen liefert nur bedingt gute Daten. Die Ämter schaffen es nicht, ein exaktes Bild der Infektionsherde nachzuzeichnen.

Der Satz hat es in sich: „Mehr als die Hälfte aller Toten ist seit Anfang Dezember erfasst worden“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur am Freitagvormittag in einem Bericht über den Höchststand der Infektionen und der Verstorbenen im Zusammenhang mit Corona. Fachleute haben vor solch einer Beschleunigung der Pandemie gewarnt.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) können die Gesundheitsämter 15 bis 20 Prozent aller bekannten Infektionen zurückverfolgen. Diese Daten melden die Ämter an das RKI. Das Institut veröffentlich sie immer dienstags auf seiner Homepage.

Die Interpretation der Daten ist schwierig, auch wenn sie einige Trends deutlich zeigen (siehe Grafiken unten): Die meisten ermittelten Fälle werden dem „privaten Rahmen“ zugewiesen, darunter fallen Kontakte von Familien, aber auch Freundes- und Verwandtenbesuche. Die Altenheime stehen seit Beginn der Pandemie im Fokus der Aufmerksamkeit. Dort ist auch die Nachverfolgung einfacher als zum Beispiel bei einer Ansteckung, die sich vielleicht jemand bei einer Bahnreise zugezogen hat.

Wo sich Menschen anstecken.

Auf Nachfrage erläutert das RKI die Datensammlung, warnt aber auch, dass die Zuordnungen zu einzelnen Rubriken sehr schwierig seien. Die Kategorien sind nicht speziell definiert, sie werden auch bei anderen Infektionskrankheiten benutzt. „Insgesamt ist die Zuordnung schwierig, weil ohne epidemiologische Ausbruchsuntersuchung der Zusammenhang nur schwer hergestellt werden kann und hier lediglich eine Bewertung durch das Gesundheitsamt vorgenommen wird“, erläutert eine Sprecherin des RKI.

Weil bestimmte Umstände kaum nachvollzogen werden können, tauchen sie gar nicht oder weit weniger auf, zum Beispiel in den Bereichen Verkehr und Handel. Eine Rubrik ist dabei besonders interessant wie problematisch – die Freizeit. Sie macht hier nur einen relativ kleinen Anteil aus, umfasst aber alle möglichen Aktivitäten wie Sport, Ausflüge, aber auch religiöse Veranstaltungen. Vor dem Hintergrund geschlossener Kultureinrichtungen und Freizeitstätten wäre eine bessere Aufschlüsselung hilfreich. Vielleicht ist ein Besuch im Museum weniger gefährlich als befürchtet?

Der Verlauf der Ansteckungen ist ebenso interessant. Die vergangenen zwei Wochen können wegen weniger Meldungen zur Weihnachtszeit vernachlässigt werden. Wichtiger ist, dass neue Rubriken an Dynamik gewinnen: unbekannt, Arbeit und medizinische Einrichtungen. Etwas weniger stark, aber auch dynamisch steigend ist die Rubik Ausbildungsstätten, also Schulen und Universitäten.

Die Daten zeigen einerseits Bereiche mit auffallend vielen Infektionen. Zugleich fehlen hier aber viele andere Bereiche. Vor allem aber fehlen die Kapazitäten, noch mehr Fälle nachzuverfolgen. So bleiben die Wege vieler Infektionen nicht nachvollziehbar. Und das erschwert es, lokal entsprechend passende Regeln zur Bekämpfung der Pandemie anzuwenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare