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„Die Klimakonferenzen reichen nicht aus“

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Von: Martin Benninghoff, Friederike Meier

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Nach den heftigen Überflutungen in Pakistan – eine von vielen Folgen der Klimakrise – fehlt es an Trinkwasser.
Nach den heftigen Überflutungen in Pakistan – eine von vielen Folgen der Klimakrise – fehlt es an Trinkwasser. © afp

Staatssekretärin und Ex-Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan spricht im FR-Interview über das globale Engagement Deutschlands, einen finanziellen Schutzschirm für besonders betroffene Staaten und warum sie trotz der Energiekrise an eine Abkehr von fossilen Rohstoffen glaubt.

Frau Morgan, zu Ihrem Amtsantritt haben Sie gesagt, dass Sie als Staatssekretärin „im Herzen“ Aktivistin bleiben. Ein halbes Jahr später, sind Sie das immer noch, Aktivistin?

Ja, absolut. Für mich ist eine Aktivistin jemand, die mit dem Herzen voll dabei ist – und die den Klimaschutz auf allen Ebenen vorantreibt. Und das tue ich, im Auswärtigen Amt, als Teil der Regierung und weltweit.

Es ist ein Rollenwechsel: Bei Greenpeace konnten Sie der Politik Beine machen. Jetzt müssen Sie „Fridays for Future“ erklären, warum alles seine Zeit braucht. Stört Sie das nicht?

Ich verstehe die Kritik und den Frust mancher, dass die Beschleunigung der Energiewende nicht schneller vorangeht. Man muss sich nur umschauen, was die Hitze im Sommer in Europa angerichtet hat – oder die Überschwemmungen in Pakistan. Ich finde es sehr wichtig, dass eine starke Zivilgesellschaft klarstellt, was sie von der Politik erwartet. Am Ende verfolgen wir das gleiche Ziel: Wir wollen die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen.

Deutschland hat sich immer als Klimavorreiter in der Welt verstanden – und wurde so auch wahrgenommen. Ist das immer noch so?

Deutschland ist immer noch Klimavorreiter. Gleichzeitig ist es notwendig, dass jedes Land mehr macht – auch wir. Als Bundesregierung treiben wir die Energiewende voran und haben das größte energiepolitische Paket seit Jahrzehnten beschlossen. Kurzfristig müssen wir zwar Maßnahmen ergreifen, um durch den Winter zu kommen, aber wir rücken keinen Zentimeter von unseren Klimazielen ab.

Sie meinen die Lieferverträge mit Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Bau von Terminals für LNG-Gas? Das kann Ihnen nicht gefallen.

Die öffentliche Diskussion ist sehr darauf fokussiert, und das ist angesichts der Energiepreise verständlich. Leider geht die größere Geschichte dabei etwas unter. Wir befreien uns gerade in Windeseile aus der Abhängigkeit von russischen Energieimporten und haben die Energiewende noch einmal deutlich beschleunigt: 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen –und das ist nur eines unserer Ziele.

Jennifer Morgan.
Jennifer Lee Morgan, 56, ist seit März 2022 Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt. Zuvor führte die in den USA geborene Politikwissenschaftlerin sechs Jahre lang Greenpeace International. © afp

Aber gehen die in die richtige Richtung? Länder wie Senegal investieren jetzt in ihre Gas-Infrastruktur, um Bedürfnisse nach fossiler Ersatz-Energie zu befriedigen. Ist es nicht so, dass unser Energie-Hunger falsche Anreize setzt?

Richtig ist, wir müssen kurzfristig eine große Menge russischer Energie ersetzen und aus anderen Quellen beziehen. Insgesamt werden wir in Zukunft jedoch weniger – und nicht mehr – fossile Energien nutzen. Das ist auch Exportstaaten wie Senegal klar, genauso wie das strikte Festhalten an unseren Klimazielen: Langfristige LNG-Lieferverträge kommen daher nicht infrage.

Die Klimakonferenz COP 27 findet im November in Ägypten statt, also in Afrika. Kommen die widerstreitenden Signale aus Industrieländern wie Deutschland dort nicht merkwürdig an?

Ich bin im ständigen Austausch mit Staaten in Afrika und anderen Teilen der Welt. Die meisten Länder verstehen, dass wir uns aktuell in einer schwierigen Situation befinden. Gleichzeitig wird sehr genau registriert, mit welcher Ambition wir den Ausbau von erneuerbaren Energien vorantreiben und dass wir uns weltweit engagieren, die globale Energiewende zu beschleunigen.

Glauben Sie denn, die Dekarbonisierung wird kommen angesichts all der globalen Herausforderungen durch Kriege und Wirtschaftssanktionen?

Ich bin mir sicher, dass die Dekarbonisierung kommen wird, die Frage ist nur, wie schnell sie kommt. Was mich hoffnungsvoll stimmt: Wir haben alle Instrumente und Möglichkeiten, die wir brauchen, um Klimaneutralität zu erreichen. Die Haupthindernisse sind oft politische Beharrungskräfte und kurzfristige ökonomische Interessen. Gemeinsam mit der gesamten Bundesregierung setze ich mich dafür ein, diese Hindernisse zu überwinden – zusammen mit vielen Menschen weltweit, die für mehr Klimaschutz kämpfen. Vor allem der Einsatz dieser Menschen ist es, der mich optimistisch stimmt.

Teile der Erde werden unbewohnbar

Extreme Hitzewellen werden laut einem Bericht der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes schon in wenigen Jahrzehnten ganze Regionen der Erde für Menschen unbewohnbar machen. Sollte der Klimawandel weitergehen wie bisher, würden Hitzewellen in Gebieten wie der Sahelzone, dem Horn von Afrika sowie Süd- und Südwestasien die „physikalischen und sozialen Grenzen“ des Menschen überschreiten, warnten UN und Rotes Kreuz am Montag.

„Großes Leid und der Verlust von Menschenleben“ wären die Folgen. In sämtlichen Regionen, für die verlässliche Statistiken vorliegen, stellen einem gemeinsamen Bericht von UN und Rotem Kreuz zufolge Hitzewellen die höchste meteorologische Gefahr dar. Bereits jetzt fielen alljährlich Tausende Menschen Hitzewellen zum Opfer. Die Zahl der Todesopfer werde mit dem Fortschreiten des Klimawandels Jahr für Jahr steigen, betonten UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths und der Generalsekretär des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und Roten Halbmond, Jagan Chapagain. afp

Kennen Sie Momente, in denen Ihnen dieser Optimismus abhandenkommt?

Mein Optimismus bedeutet nicht, dass ich mir gleichzeitig nicht auch Sorgen mache. Wir befinden uns in einer globalen Klimakrise, und die Energiewende geht bislang einfach nicht schnell genug. Für mich sind Optimismus und der Einsatz für die Sache die besten Rezepte. Es gibt Akteure, die wollen bei „Business as usual“ bleiben. Das müssen wir verhindern, dafür ist es schlichtweg zu spät!

Im vergangenen Jahr haben die Mitgliedstaaten des Pariser Klimaabkommens vereinbart, ihre Beiträge für den Klimaschutz – die „National Determined Contributions“ – zu erhöhen. Das haben nur wenige getan. Stimmt Sie das nicht pessimistisch für die Klimakonferenz?

Keine Frage, bislang ist zu wenig passiert und es klafft eine riesige Lücke zwischen dem 1,5-Grad-Ziel und dem, wo wir aktuell stehen. Die Wissenschaftler sagen, wir liegen eher bei 2,5 bis 2,7 Grad. Wir geben aber nicht auf und werden in den kommenden Wochen für eine ambitionierte Klimapolitik kämpfen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Die bevorstehende Weltklimakonferenz steht unter schwierigen Vorzeichen.

Weshalb?

Die Konferenz findet unter dem Schatten des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der weltweiten Versorgungs- und Energiekrise statt. Aufgrund der Krise klammern sich einige Akteure an altbekannte Lösungen wie fossile Energien, ohne zu sehen, dass die Welt sich gewandelt hat und heute erneuerbare Energien sowohl ökonomisch als auch sicherheitspolitisch die bessere und klügere Lösung sind. Gleichzeitig macht es mir Sorgen, dass die Zivilgesellschaft in Ägypten nicht ausreichend Raum bekommen könnte, um ihre Forderungen zu artikulieren. Wie wir bei vergangenen Klimaverhandlungen gesehen haben: Ambitionierte Klimaziele entstehen dann, wenn staatliche Akteure von einer lebendigen und lautstarken Zivilgesellschaft angetrieben werden.

Welche konkreten Ergebnisse müssen also her?

Wir brauchen einen konkreten und verbindlichen Arbeitsplan, der die Halbierung der globalen Emissionen bis 2030 ermöglicht. Die großen Themen der diesjährigen Weltklimakonferenz sind Ambition und Solidarität. Zur Ambition gehört auch die Anpassung: Die Industriestaaten müssen bis 2025 ihre Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen verdoppeln. Mit Blick auf Solidarität werden Schäden und Verluste ein zentrales Thema sein. Was brauchen die verletzlichsten Länder der Welt, um besser durch die Klimakrise zu kommen? Was können Industrieländer wie Deutschland tun, um diese Staaten nicht mit den Folgen der Klimakrise alleine zu lassen? All das sind wichtige Fragen, um die es bei der COP27 gehen wird.

Dänemark ist vorgeprescht und will betroffenen Ländern finanziell helfen. Warum war die Bundesregierung nicht dabei?

Es gibt auch vonseiten der Bundesregierung sehr starke Signale: Zum Beispiel, dass Deutschland Solidarität mit den stark betroffenen Inselstaaten der Karibik verspricht. Dazu gehört auch die Initiative eines globalen finanziellen Schutzschirms, welcher derzeit vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgearbeitet wird. Wir schauen nicht nur zu, wir handeln auch.

Aber konkrete finanzielle Zusagen gibt es nicht?

Daran arbeiten wir gerade.

Wird es denn zur COP 27 welche geben?

Das hoffe ich sehr. Ich bin – wie immer – optimistisch.

Deutschland hat versprochen, bis 2025 sechs Milliarden Euro jährlich bereitzustellen. Im Haushaltsentwurf 2023 ist der Betrag allerdings gleichgeblieben. Muss die Bundesregierung da nicht mehr investieren?

Wir haben ein Versprechen abgegeben und zu diesem Versprechen stehen wir. Dafür müssen wir in Zukunft noch mehr machen.

Auch schon im Haushalt 2023?

So schnell wie möglich. Das ist ein Versprechen bis 2025, aber für unsere Glaubwürdigkeit brauchen wir ambitioniertere Ziele. Es ist in unserem eigenen Interesse: Wenn wir andere Länder bei ihrer Anpassung unterstützen, helfen wir auch uns, denn die Auswirkungen der globalen Klimakrise spüren wir schon jetzt in Deutschland. Es ist wichtig, manchmal einen Schritt zurückzutreten, um das ganze Bild zu sehen.

Woran scheitert das im Moment innenpolitisch?

Ich würde nicht sagen, dass es scheitert – wir tun gerade alles, um es zu schaffen. Und ich bin sicher: Wir werden es auch hinkriegen.

Wie stehen Sie zu anderen Vorschlägen der Finanzierung? UN-Generalsekretär Guterres hat eine Übergewinnsteuer ins Spiel gebracht …

Wir setzen uns mit einer Vielzahl an Vorschlägen auseinander und diskutieren diese intensiv mit unseren internationalen Partnern. Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte: So könnten zum Beispiel die Finanzierungsinstrumente der Weltbank noch sinnvoller dafür eingesetzt werden, um Anpassungsprojekte zu finanzieren. Es gibt auch andere Vorschläge zur Finanzierung, etwa Schuldenerlasse. Das ist ein großes Thema für viele Länder in der Karibik.

Da haben Sie sich viel vorgenommen, solche Prozesse sind langwierig. Aber nochmal zum Verständnis: Wie dringlich ist das alles?

Die Welt steht in Flammen und wir müssen jetzt handeln, um die dramatischsten Auswirkungen der Klimakrise noch zu verhindern. Dafür sind die Klima-Konferenzen wichtig, aber sie reichen bei weitem nicht aus. Daher engagieren wir uns sowohl bilateral als auch gemeinsam mit unseren internationalen Partnern. So unterstützen wir Südafrika mit geeinten Kräften im Rahmen einer Partnerschaft dabei, schneller aus der Kohle auszusteigen und die Energiewende zu beschleunigen. Das war ein echter Durchbruch und kann Vorbild für weitere Partnerschaften sein. Wir durchleben gerade einen disruptiven Moment. In solchen Momenten sind Dinge möglich, die man kurz vorher noch für unmöglich gehalten hat. Das müssen wir aktiv nutzen.

Aber Disruption kann auch gegenteilige Effekte haben. Sie sehen das an der Debatte über die Verlängerung der Atomkraft. Sie koalieren mit der FDP, die darüber nachdenkt, Atomkraftwerke noch jahrelang am Netz zu lassen.

Das Ende der Atomkraft in Deutschland ist beschlossen, und daran wird auch nicht gerüttelt. Das ist auch sicherheitspolitisch und ökonomisch absolut vernünftig. Aktuell wird es deutlicher als je zuvor, dass die erneuerbaren Energien die sichersten und günstigsten Energiequellen sind. Die Energiewende ist für Deutschland eine gewaltige Chance.

Greenpeace kritisiert den Streckbetrieb der AKW, die leichte Verlängerung als Notreserve über den Dezember hinaus. Wie erklären Sie Ihren Ex-Kolleg:innen, dass das nötig ist?

Das ändert nichts an unserer langfristigen Energiestrategie. Solar- und Windenergie sind die Zukunft, und Nuklearenergie ist die Vergangenheit. Aktuell steht natürlich die Energiesicherheit ganz oben auf unserer Agenda, deshalb müssen wir ein doppeltes Netz spannen, um unsere Energieversorgung sicherzustellen.

Gerade von linker Seite gibt es Kritik an unserem Wirtschaftssystem, das die Klimaschäden verursacht hat. Brauchen wir nicht neue Ansätze jenseits eines Wachstumsparadigmas, die uns bei der Klimaneutralität helfen?

Aus meiner Sicht sind Vorstellungen, die einen Gegensatz zwischen Wirtschaftswachstum, Wohlstand und einer ambitionierten Klimapolitik sehen, überholt. Die Energiewende ist eine einmalige Chance, Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand zu schaffen. Das gilt für Deutschland, aber auch für viele Staaten weltweit mit einem bislang niedrigeren Wohlstandsniveau – denn durch die globale Energiewende werden die Karten der Weltwirtschaft neu gemischt.

Das heißt, das aktuelle Konsumlevel in den Industrienationen kann so bleiben?

Unser Ziel mit der Energiewende ist es, ein klimaneutrales Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell aufzubauen, in dem Konsumgüter nachhaltig und auf Basis von erneuerbaren Energien produziert werden. Unsere aktuelle Vorstellung von Konsum ist sehr stark verknüpft mit dem Verbrennen von fossiler Energie. Aber das ist kein Naturgesetz.

Aber Wohlstandskritik wirft die Frage auf, ob es immer das neueste und dickste Auto sein muss.

Wir haben in Corona-Zeiten gelernt, dass Wohlstand auch bedeutet, Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Klimakrise macht uns bewusst, dass zu Wohlstand auch ein Leben in gesunder Umwelt und ohne ständige Naturkatastrophen gehört. Ich denke, wir durchleben gerade einen Wertewandel, den auch wir als Regierung mit einem sozial-ökologischen Ansatz umsetzen wollen – auch international.

Das ist ambitioniert. Deutschlands Innovationsbereitschaft wird ja durchaus kontrovers diskutiert, Stichwort Digitalisierung. Was macht Sie so zuversichtlich?

Ich sehe ein großes Bewusstsein in Deutschland für mehr Innovationen und Digitalisierung. Es gibt viele weltbekannte wissenschaftliche Institutionen und auch eine lebhafte, öffentliche Debatte. Als Regierung suchen wir den engen Austausch mit der Wissenschaft und Unternehmen, um so mit innovativen Ideen die Energiewende voranzutreiben. Ich habe in den vergangenen Monaten so viele talentierte Menschen getroffen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen. Das macht mich zuversichtlich.

Sie arbeiten im Auswärtigen Amt, einem Haus mit ganz eigenen Traditionen. Wie sind Sie dort aufgenommen worden?

Ich wurde sehr gut aufgenommen im Auswärtigen Amt und fühlte mich vom ersten Tag an sehr willkommen. Natürlich musste ich erst verstehen, wie die Dinge hier funktionieren – wie in jedem neuen Job. Aber von Beginn an war die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Diplomatinnen und Diplomaten sehr inspirierend. Es gibt einen großen Teamgeist und wir haben in wenigen Monaten das Auswärtige Amt auf eine aktive Klima-Außenpolitik ausgerichtet. Insbesondere das Netz der Auslandsvertretungen mit all ihrer diplomatischen Expertise ist dafür ein unermesslicher Schatz.

Wie stehen Sie denn in Kontakt mit den Botschaften, die ja Ihre Klima-Außenpolitik nach außen kommunizieren sollen?

Unsere Botschaften sind eng eingebunden und zentrale Instrumente unserer Klima-Außenpolitik. Es gibt regelmäßige Gespräche mit den Botschafterinnen und Botschaftern, gerade im Vorfeld der COP-27-Konferenz. Alle sind sehr motiviert, unsere Klimapolitik voranzubringen.

Gibt es denn in den Auslandsvertretungen ausreichend Klima-Kompetenz? Oder müssen Sie da noch mehr tun?

Beides. Es gibt bereits viel Klimaexpertise an den deutschen Auslandsvertretungen, aber nicht alle haben täglich mit dem Thema Klima zu tun. Deswegen tauschen wir uns aus – und hören auch zu. Denn die Kolleginnen und Kollegen vor Ort wissen oft am besten, was die größten Probleme bei der Bewältigung der Klimakrise in dem jeweiligen nationalen Kontext sind.

Aber für die Klimakonferenzen war zuvor das Bundesumweltministerium zuständig. Fürchten Sie da kein Kompetenzgerangel innerhalb der Regierung?

Nein. Wir sind eine Regierung, und wir ziehen an einem Strang. Die Klimaexpertise, die wir in allen Ressorts zusammenbringen, macht uns noch stärker.

Sie selbst stehen nun ganz anders in der Öffentlichkeit, der „Spiegel“ hat sich neulich sehr kritisch mit Ihrer Arbeit auseinandergesetzt. Ärgert Sie das?

Im Gegenteil. Wir brauchen eine öffentliche Debatte über die Ziele und Umsetzung unserer Klima-Außenpolitik, dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit meiner Arbeit. Ich konzentriere mich voll und ganz darauf, starke Allianzen im Kampf gegen die Klimakrise aufzubauen und die globale Energiewende voranzutreiben.

Interview: Martin Benninghoff und Friederike Meier

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