New Yorker Börse.
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Die New Yorker Börse.

Wirtschaft

Die internationalen Finanzmärkte reagieren gelassen

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
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Trotz des Wahlkrimis in den USA bleibt die Panik an den Börsen aus.

Die vielfach beschworene „blaue Welle“ – ein Erdrutschsieg der Demokraten – ist bei den US-Präsidentschaftswahlen ausgeblieben. Die Akteure an den Finanzmärkten erwarten nun Stagnation in der Wirtschaftspolitik und eine Fortführung des Status quo. Darin streckt auch eine positive Nachricht: Von der vielfach erwarteten Panik unter Börsianern bei einem unklaren Ausgang des Urnengangs war am Mittwoch zunächst nichts zu spüren.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte ähnlich wie zahlreiche andere wichtige Börsenbarometer mit einigen heftigen Schwankungen zunächst zögerlich, dann aber kräftiger zu. Bis zum Nachmittag notierte er mit 1,4 Prozent im Plus, nachdem er bereits an den beiden Vortagen deutlich nach oben gegangen war.

An der New Yorker Börse starteten der Dow Jones-Index mit den US-Standardwerten und vor allem die Technologiewerte der Nasdaq ebenfalls im Plus. In den USA und in Europa gab es aber bei Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien heftige Abschläge. Beobachter erklärten das damit, dass Investoren zuvor auf einen klaren Sieg von Joe Biden und seinen Demokraten gesetzt hatten – die sich für einen massiven Ausbau der regenerativen Energieerzeugung stark machen. Das ist nun in weite Ferne gerückt. Entsprechend gingen zugleich die Ölpreise deutlich nach oben. Trump hat sich in seiner ersten Amtszeit als großer Freund der fossilen Energien profiliert und unter anderem dafür gesorgt, dass Abgasvorschriften für Autos gelockert wurden.

Auch an den Börsen in Asien brach zunächst keine Panik aus. In Tokio schloss der Nikkei am Mittwoch mit 1,7 Prozent im Plus. Im Handelsverlauf hatte zuvor die Schließung der Wahllokale in großen US-Bundesstaaten keine spürbaren Auswirkungen auf den Kursverlauf gezeigt. Die Kurse an der Hongkonger Börse blieben zunächst etwa auf dem Niveau des Vortags, Shanghai verzeichnete leichte Zugewinne.

Derweil bereiten zwei Szenarien vielen Investoren auf kurze Frist arge Kopfschmerzen. Erstens: Eine angefochtene Wahl, die wochenlange Unsicherheit über die künftige Regierung bringen kann. Immerhin hat Trump bereits angekündigt, die Auszählung notfalls vor dem obersten Gericht anzufechten. Zweitens: eine sogenannte geteilte Regierung. Also ein Präsident – gleichgültig ob Biden oder Trump –, der im Kongress keine Mehrheit hat.

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