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Ob bei der Vergabe der Aufträge nur Schlamperei im Spiel war und nicht systematische Mauschelei und Freundchenwirtschaft, ist noch nicht geklärt.

Verteidigungsministerium

Im Dickicht der Berater

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Ministerin von der Leyen kann den Vorwurf der Mauschelei noch nicht vollständig entkräften. Ein Kommentar.

Der Bundesrechnungshof hat dem Verteidigungsministerium für die vergangenen drei Jahre ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Allzu flott und unbekümmert hat das Ministerium sich da externer Berater bedient, oft ohne Ausschreibung, meist ohne Begründung. Ministerin Ursula von der Leyen hat schnell reagiert, als die Vorwürfe aufkamen – mit neuen Aufsichtsstrukturen und dem Hinweis auf zusätzliche eigene Beschäftigte. Das klingt nach deutlich mehr Bürokratie, aber der Bundesrechnungshof ist damit zufrieden - vorerst.

Das ist ein Stück Entlastung für von der Leyen, aber noch kein Befreiungsschlag. Nicht jede Beratung ist gleich ein Drama, für manches mögen dem Ministerium tatsächlich die eigenen Experten gefehlt haben oder auch immer noch fehlen. Aber Beratung ist auch ein gutes Geschäft. Ob bei der Vergabe der Aufträge nur Schlamperei im Spiel war und nicht systematische Mauschelei und Freundchenwirtschaft, ist noch nicht geklärt.

Sie kann sich etwas zu Gute halten: Sie hat anders als ihre Vorgänger nicht vor dem Dickicht der Rüstungsaufträge kapituliert und Milliardenschäden in Kauf genommen, sondern begonnen, es zu entwirren. Nun kann es sein, dass sie sich im Dickicht der Berater verheddert, die sie zur Hilfe gerufen hat. 

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