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Ein verletzter Mann wird von einem Boot im Hafen geborgen.

Libanon

Deutschland will schnell helfen

  • Andreas Niesmann
    vonAndreas Niesmann
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Bundeskanzlerin und Politiker aller Richtungen versprechen Unterstützung für das krisengebeutelten Libanon.

.Mit Entsetzen und Hilfsbereitschaft reagiert Berlin auf die schwere Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Das Bundesentwicklungsministerium kündigte an, eine Aufstockung der Hilfen für das Land zu prüfen.

„Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird den Libanon in dieser schwierigen Lage nicht alleinlassen. Derzeit prüfen wir, wie unser laufendes Engagement etwa in den Bereichen Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung gesichert und möglichst verstärkt werden kann“, sagte Entwicklungsstaatssekretär Martin Jäger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans versprach, sich für Hilfszahlungen starkzumachen. „Der Libanon ist ein Land, das schon durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hart getroffen wurde. Es braucht dringend internationale Hilfe! Wo wir unseren Teil dazu beitragen können, dass Hilfsgüter das Land schnell erreichen, werden wir das tun“, so Walter-Borjans. Es gelte, den Menschen in Beirut schnell Unterstützung zuteilwerden zu lassen. „Die Krankenhäuser sind überfordert. Medizinische Versorgung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur stehen jetzt an erster Stelle“, so der Sozialdemokrat weiter.

Michael Gahler (CDU), Außenpolitik-Experte der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, warnte vor einem Kollaps des Libanon und forderte ein stärkeres Engagement der Europäischen Union in der Region. „Der Libanon steht seit vielen Jahren vor großen Herausforderungen. Jeder fünfte Einwohner ist ein Flüchtling. Auch die politische Lage ist kompliziert“, sagte Gahler. „Wir müssen alles tun, damit das Land nicht zusammenbricht“, fügte er hinzu.

Grüner fordert Aufklärung

Der außenpolitische Sprecher der Grünen im Deutschen Bundestag, Omid Nouripour, forderte die Bundesregierung auf, dem Libanon Hilfe bei der Aufklärung der Ursache der Explosion in Beirut anzubieten. „Es muss geklärt werden, was passiert ist und wer dafür verantwortlich ist“, sagte Nouripour. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass etwas vertuscht wird, denn auch das könnte die Lage wieder destabilisieren. Die Bundesregierung sollte prüfen, ob sie – neben den sonstigen Hilfsangeboten – auch bei der Aufklärung helfen kann, zum Beispiel mit Statikern und anderen Experten.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun nach der verheerenden Explosion in Beirut kondoliert.

Bereits am Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas dem Libanon nach der verheerenden Explosion mit zahlreichen Toten in Beirut schnelle Hilfe zugesagt. „Mit großer Bestürzung habe ich von der schweren Explosion in Beirut erfahren, die zahlreiche Opfer gefordert hat“, heißt es in einem Kondolenzschreiben Merkels an den libanesischen Regierungschef Hassan Diab. Den Opfern sprach die Kanzlerin ihr Mitgefühl aus. „In dieser schweren Zeit können Sie auf die Hilfe und Unterstützung der Bundesregierung zählen“, betonte Merkel. rnd/dpa

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