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Schweiz: Deutschland will Atommüll-Endlager nicht mitbenutzen

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Von: Erkan Pehlivan

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Die Schweiz möchte an der deutschen Grenze ein Atommüll-Endlager bauen. Deutschland möchte dieses nicht benutzen und plant ein eigenes Endlager.

Nördlich Lägern - Wie das Bundesumweltministerium mitteilte, wird Deutschland das geplante Schweizer Endlager für radioaktive Abfälle, das unweit der deutschen Grenze entstehen soll, nicht zur Abwicklung des eigenen Atommülls nutzen. Das teilte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. „Deutschland hat sich entschieden, für seinen Atommüll ein eigenes Endlager zu konstruieren und nicht mit europäischen Partnern zusammen“, sagte der Sprecher.

Die ersten Abfälle wollen die Schweizer am Standort Nördlich Lägern an der deutschen Grenze erst ab 2050 lagern. Die Bauarbeiten sollen ab 2031 entstehen. Zudem sagte der Sprecher, das Schweizer Lager am Standort Nördlich Lägern gehe nicht auf deutsches Territorium über. Die Oberflächenbauten reichten lediglich bis auf zwei Kilometer an die Grenze heran. Die schweizer Seite hatte zuvor klargestellt, dass die Wahl des Standorts aus geologischen Motiven getroffen worden sei.

Bei Bohrungen in Nördlich Lägern seien in der Schicht aus Opalinuston bis zu 175 Millionen Jahre alte Wasserspuren gefunden worden. Darüber hinaus binde das Gestein radioaktives Material und könne Risse selbst kitten. Ob es auch tatsächlich zum Bau des Endlagers kommen wird, steht noch nicht fest. Erst 2029 dürfte die endgültige Entscheidung dafür fallen, eine Volksabstimmung dazu sei wahrscheinlich.

Deutschland zeigt Skepsis an Atommüll-Endlager in der Schweiz
Kritik an Atommüll Endlager © Mia Bucher/dpa

Schweiz: Bundesregierung sieht Pläne für endlager mit Skepsis

Deutsche Gemeinden hatten sich skeptisch über die Pläne für das Atommüll-Endlager gezeigt, da der Standort unweit Baden-Württembergs liegt. Die Bewohner:innen sorgen sich um das Trinkwasser in der Region. Auch aus der Bundesregierung kommt Kritik an den Plänen. Der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Christian Kühn (Grüne) bezeichnete die Pläne als Belastung für die deutschen Gemeinden und kündigte an, sich um deren Einbindung durch die Schweiz bemühen zu wollen.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, er werde die Standortentscheidung „mit der Schweizer Regierung zu besprechen“ haben. Regierungssprecherin Christiane Hoffmann hofft auf eine weiterhin „gute Einbindung der deutschen Seite in den Auswahlprozess“. (Erkan Pehlivan mit dpa)

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