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Kiews Geheimwaffe gegen iranische Drohnen kommt aus Deutschland

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Von: Jana Ballweber

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Ein deutsches Luftabwehrsystem verhilft der Ukraine im Krieg zu Erfolgen gegen iranische Drohnen. Doch die Schweiz macht Probleme.

Kiew - Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine im Februar 2022 flammen in Deutschland die Debatten über Waffenlieferungen immer wieder neu auf. Viele fordern mehr Engagement von der deutschen Bundesregierung, um die Ukraine zu unterstützen.

Schon jetzt zeigt sich, wie wichtig deutsche Waffen für die Verteidigung der Ukraine geworden sind. Einem Bericht des US-Magazins Politico zufolge ist es beispielsweise ein deutsches System, das bei der Abwehr iranischer Kamikaze-Drohnen eine Hauptrolle spielt.

Russland greift Ukraine im Krieg mit iranischen Drohnen an

Seit einigen Monaten setzt die russische Armee auf Luftangriffe, insbesondere auch gegen zivile Ziele und kritische Infrastruktur wie Stromnetze und Kraftwerke in der Ukraine. Neben eigenen Waffen kommen dabei vor allem auch Drohnen aus dem Iran zum Einsatz, die sich selbst auf das Ziel stürzen und dabei explodieren.

Scholz besucht Ausbildung ukrainischer Soldaten
Auch der Bundeskanzler konnte sich schon von der Effektivität der Gepard-Systeme überzeugen. © Marcus Brandt/dpa

Allein während der Neujahrsoffensive der russischen Streitkräfte habe man achtzig dieser Drohnen abschießen können, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Politico zufolge in dieser Woche. Seit September waren es dem Sprecher der Luftwaffe zufolge 540 zerstörte iranische Drohnen. Unabhängig überprüfen kann man diese Angaben nicht, aber ein Beamter des Verteidigungsministeriums der USA hält sie für glaubhaft.

Gepard-Panzer aus Deutschland liefert wichtigen Beitrag zum Erfolg der Ukraine

Einen wichtigen Beitrag zu diesen Erfolgszahlen liefert den Ukrainern zufolge der deutsche Panzer „Gepard“. Beim Gepard sitzt eine Luftabwehrkanone auf einem Panzer, was das System zusätzlich zur Effektivität noch besonders mobil macht. 30 Gepard-Panzer hat Deutschland im vergangenen Jahr geliefert, sieben weitere sollen in diesem Jahr noch folgen.

Doch es gibt Probleme mit dem Nachschub. Die Geschosse für die Gepard-Kanonen werden zum größten Teil in der Schweiz hergestellt. Die Schweiz pocht auch nach Beginn des russischen Feldzugs weiter auf ihren Neutralitätsstatus und verweigert die Lieferung oder Weitergabe von Schweizer Munition an eine der Parteien im Ukraine-Krieg. Als die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Oktober in der Schweiz um mehr Munition gebeten hat, wurde ihre Anfrage abgelehnt.

Munition für Gepard in der Ukraine soll auch in Deutschland produziert werden

Neben einem Fokus, Geschosse für das Gepard-System nun bei Rheinmetall auch in Deutschland herzustellen, gibt es derzeit vor allem Versuche, ältere Geschosse, die für andere Luftabwehrsysteme gedacht waren, so aufzurüsten, dass die ukrainische Armee sie für die Gepard-Kanonen verwenden können.

Infrage kommen hierfür beispielsweise US-amerikanische HAWK-Raketen aus den Neunziger Jahren. Die US-Armee setzt HAWK schon lange nicht mehr ein, in Europa gibt es aber noch einige Länder mit HAWK-Systemen. Um die iranische Drohnen-Plage in den Griff zu bekommen, versuchen die USA außerdem, mit Sanktionen und Exportkontrollen deren Produktion zu erschweren, um Russland den Nachschub abzuschneiden. (Jana Ballweber)

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