8. Mai 1945

Deutschland kapituliert

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Warum feiern Deutschland und andere europäische Staaten am 8. Mai, Russland einen Tag später am 9. Mai das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie den Sieg über das NS-Regime? Die formale Antwort lautet: Es gab zwei Akte der Kapitulation – einer spielte in Reims, der andere in Berlin-Karlshorst.

Hitler-Nachfolger Karl Dönitz verfolgte in den letzten Tagen des Krieges zwei Ziele. Zum einen spielte Dönitz auf Zeit, um möglichst viele Soldaten der Wehrmacht und Flüchtlinge nach Westen marschieren zu lassen. Etwa 1,8 Millionen deutsche Soldaten vermieden so die sowjetische Gefangenschaft. Der Preis dafür war blutig. Es wurde weiter gekämpft und gestorben.

Das zweite Ziel war eine Illusion. Wie Hitler hoffte Dönitz, mit den Westalliierten einen Separatfrieden vereinbaren zu können, um den Rest des Reiches zu retten und mit den Verbündeten gegen die Sowjetunion zu kämpfen. Deshalb schickte Dönitz eine Delegation unter Führung von Generaloberst Alfred Jodl nach Reims ins Hauptquartier der westlichen alliierten Streitkräfte unter dem Kommando von Dwight D. Eisenhower.

Der beharrte allerdings auf der bedingungslosen Kapitulation. Die unterzeichnete Jodl dann nach stundenlangen Verhandlungen am 7. Mai. Sie trat für alle Fronten am 8. Mai in Kraft.

Die Kapitulation hatten aber nicht alle Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine unterzeichnet. Deshalb bestand die sowjetische Führung auf einer zweiten Ratifizierung.

Die Urkunde wurde in Berlin-Karlshorst am 8. Mai um 23.15 Uhr unterschrieben. Nach Moskauer Zeit war es bereits 2.15 Uhr und der 9. Mai. Deshalb feiert Russland morgen den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“.

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